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Garnelen und Pflanzen: Harmonie im Becken

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Garnelen und Pflanzen: Harmonie im Becken

Zusammenfassung

Garnelen und Aquarienpflanzen bilden eine perfekte Symbiose. Pflanzen bieten Nahrung, Verstecke und verbessern die Wasserqualität, während Garnelen den Aufwuchs auf Blättern entfernen und abgestorbenes Pflanzenmaterial recyceln.

Die perfekte Symbiose

Garnelen und Aquarienpflanzen ergänzen sich auf ideale Weise. Pflanzen produzieren Sauerstoff, verbrauchen Nährstoffe (die sonst Algenwachstum fördern würden) und bieten den Garnelen Lebensraum, Nahrung und Versteckmöglichkeiten. Im Gegenzug entfernen Garnelen Aufwuchs und Algenbeläge von den Blättern und verwerten abgestorbenes Pflanzenmaterial.

Diese natürliche Partnerschaft führt zu einem stabilen, weitgehend selbstregulierenden Ökosystem. Gut bepflanzte Garnelenbecken haben in der Regel weniger Algenprobleme, stabilere Wasserwerte und gesündere Garnelen als spärlich bepflanzte Becken.

Die besten Pflanzen für Garnelenbecken

Moose sind die unangefochtenen Stars im Garnelenbecken. Javamoos (Taxiphyllum barbieri), Christmasmoos (Vesicularia montagnei), Flammenmoos (Taxiphyllum sp. „Flame") und Weepingmoos (Vesicularia ferriei) bieten eine riesige Oberfläche für Aufwuchs und dienen Jungtieren als Versteck. Moose sind pflegeleicht und wachsen auch bei wenig Licht.

Aufsitzerpflanzen wie Javafarn (Microsorum pteropus), Anubias-Arten und Bucephalandra wachsen auf Steinen und Wurzeln und vertragen wenig Licht. Sie werden von Garnelen nicht gefressen und bilden auf ihren Blättern eine Oberfläche für Biofilme, die von den Garnelen abgeweidet werden.

Bodendecker wie Monte Carlo (Micranthemum tweediei), Hemianthus callitrichoides „Cuba" und Eleocharis-Arten schaffen eine attraktive Rasenfläche und bieten Jungtieren Schutz. Sie benötigen allerdings gute Beleuchtung und in der Regel CO₂-Düngung.

Pflanzen, die du vermeiden solltest

Grundsätzlich sind die meisten Aquarienpflanzen garnelensicher. Einige Pflanzen können jedoch problematisch sein: Frisch eingesetzte Pflanzen aus dem Fachhandel können Pestizidrückstände enthalten, die für Garnelen tödlich sind. Wässere neue Pflanzen daher mindestens 48 Stunden in einem separaten Behälter und wechsle das Wasser mehrmals.

Stark düngerbedürftige Pflanzen können in Garnelenbecken problematisch sein, da die Düngung potenzielle Risiken birgt. Verwende garnelensichere Flüssigdünger ohne Kupfer und dosiere sie sparsam. Starke CO₂-Düngung kann den pH-Wert zu stark absenken und sollte vorsichtig eingesetzt werden.

Aufwuchs gezielt fördern

Aufwuchs – der natürliche Biofilm aus Bakterien, Einzellern und Mikroalgen auf Oberflächen – ist die wichtigste Nahrungsquelle für Garnelen. Du kannst das Wachstum von Aufwuchs gezielt fördern, indem du viele raue Oberflächen im Becken bereitstellst: Steine, Wurzeln, Tonröhren und vor allem Moos.

Getrocknete Blätter und Erlenzapfen fördern die Biofilmbildung und liefern zusätzliche Huminstoffe. Lege immer einige Blätter auf den Bodengrund – wenn die Garnelen sie abgeweidet haben, ersetze sie durch frische. Moderat gedüngte Becken mit mittlerer Beleuchtung fördern einen leichten Algenwuchs auf Steinen und Holz, der als ständige Nahrungsquelle dient.

Tipps für die Bepflanzung

Plane die Bepflanzung deines Garnelenbeckens vor dem Einsetzen der Tiere. Setze die Pflanzen großzügig ein – ein Garnelenbecken kann kaum zu dicht bepflanzt sein. Verwende eine Mischung aus schnellwachsenden Stängelpflanzen (Hornkraut, Wasserpest) für die Wasserreinigung und langsamwachsenden Aufsitzerpflanzen und Moosen für die dauerhafte Struktur.

Befestige Moose und Aufsitzerpflanzen mit Baumwollfaden oder Sekundenkleber auf Steinen und Wurzeln. Schaffe unterschiedliche Höhenzonen im Becken: Bodendecker im Vordergrund, Moos und Aufsitzerpflanzen im Mittelgrund und Stängelpflanzen im Hintergrund. So entsteht ein natürlich wirkendes Layout mit optimaler Raumnutzung.

Pflegehinweise

Die Pflege der Pflanzen in einem Garnelenbecken erfordert besondere Umsicht. Schneide abgestorbene Blätter und übermäßig wuchernde Pflanzen regelmäßig zurück, aber vermeide radikale Rückschnitte, die das biologische Gleichgewicht stören könnten. Entferne abgeschnittene Pflanzenteile sofort, um Fäulnis zu vermeiden.

Düngung sollte sparsam und mit garnelensicheren Produkten erfolgen. Eisendünger ist in der Regel unbedenklich, aber kupferhaltige Volldünger können problematisch sein. Überprüfe die Zusammensetzung deines Düngers und wähle Produkte, die explizit als garnelensicher gekennzeichnet sind. Im Zweifelsfall ist weniger mehr – eine leichte Unterdüngung ist für Garnelen deutlich weniger problematisch als eine Überdüngung.

Quellen

  1. Lukhaup, C. & Pekny, R. (2010): Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium. Dähne Verlag.
  2. Kasselmann, C. (2010): Aquarienpflanzen. Ulmer Verlag.
  3. Amano, T. (2003): Nature Aquarium World. T.F.H. Publications.

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