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Aquarien für Garnelen und Wirbellose

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Aquarien für Garnelen und Wirbellose

Zusammenfassung

Ein Garnelen- und Wirbellosenaquarium stellt besondere Anforderungen an die Einrichtung und Technik. Von der richtigen Beckengröße über den passenden Bodengrund bis hin zur optimalen Filterung – hier erfährst du alles, was du für ein erfolgreiches Wirbellosenbecken wissen musst.

Das richtige Becken

Für Garnelen und Wirbellose eignen sich grundsätzlich Aquarien jeder Größe, wobei Nano-Aquarien (10–30 Liter) und kleine Becken (30–54 Liter) am beliebtesten sind. Die kompakte Größe ermöglicht es, die faszinierenden Tiere aus nächster Nähe zu beobachten und auch auf kleinstem Raum einen vollwertigen Lebensraum zu schaffen.

Beachte jedoch, dass kleinere Becken weniger stabile Wasserwerte aufweisen. Für Anfänger empfiehlt sich daher ein Becken mit mindestens 20–30 Litern. Größere Aquarien ab 54 Litern bieten den Vorteil, dass sich Fehler bei der Pflege weniger stark auswirken und die Wasserchemie insgesamt stabiler bleibt.

Die Beckenform spielt ebenfalls eine Rolle: Flache, breite Becken bieten mehr Grundfläche als hohe, schmale Becken und sind für bodenbewohnende Wirbellose besser geeignet. Würfelaquarien und Panoramabecken eignen sich hervorragend für Garnelenbecken.

Die Wahl des Bodengrunds

Der Bodengrund ist ein entscheidender Faktor für ein erfolgreiches Garnelenbecken. Für Weichwasser-Garnelen (Caridina-Arten) empfiehlt sich aktiver Soil, der den pH-Wert und die Härte auf natürliche Weise senkt und stabilisiert. Für Neocaridina-Arten und Sulawesi-Garnelen ist neutraler Kies oder Sand besser geeignet.

Die Körnung sollte fein sein (1–2 mm), damit die Garnelen bequem den Aufwuchs abweiden können und Jungtiere sich nicht in zu großen Spalten verfangen. Dunkler Bodengrund lässt die Farben der Garnelen intensiver wirken. Vermeide kalkhaltigen Kies oder Korallensand in Weichwasserbecken, da er die Wasserhärte erhöht.

Filterung und Technik

Die Filterung ist ein kritischer Punkt bei der Garnelenhaltung. Herkömmliche Außen- und Innenfilter mit offenem Ansaugstutzen können kleine Garnelen und Jungtiere einsaugen. Verwende daher immer einen Filterschutz (Schwamm oder Edelstahlschutz) am Filtereinlauf oder greife direkt zu einem Schwammfilter, der speziell für Garnelenbecken entwickelt wurde.

Schwammfilter (auch Hamburger Mattenfilter) bieten den Vorteil, dass sie eine große Besiedlungsfläche für nützliche Bakterien bereitstellen und gleichzeitig als Nahrungsquelle für Garnelen dienen, die den Aufwuchs auf dem Schwamm abweiden. Auch Bodenfilter sind in der Garnelenhaltung beliebt.

Eine Heizung ist für tropische Arten unerlässlich. Verwende einen Heizstab mit Schutzgitter, damit sich die Garnelen nicht daran verbrennen. LED-Beleuchtung in mittlerer Stärke ist ideal – sie fördert das Pflanzenwachstum und den Aufwuchs, ohne übermäßiges Algenwachstum zu provozieren.

Einrichtung und Dekoration

Die Einrichtung eines Garnelenbeckens sollte den natürlichen Lebensraum der Tiere nachahmen und viele Aufwuchsflächen und Versteckmöglichkeiten bieten. Moos (Javamoos, Christmasmoos, Flammenmoos) ist das ideale Pflanzenmaterial für Garnelenbecken – es bietet Nahrung, Verstecke und Aufwuchsfläche in einem.

Wurzeln und Steine vergrößern die Oberfläche und schaffen natürliche Strukturen. Aufgebundene Aufsitzerpflanzen wie Anubias und Javafarn sind pflegeleicht und wachsen auch bei wenig Licht. Getrocknetes Laub (Seemandelbaumblätter, Eichenlaub, Buchenlaub) ergänzt die Einrichtung und dient als Dauerfutterquelle.

Spezielle Garnelen-Höhlen aus Ton oder Keramik und Shrimp Shelters bieten zusätzliche Versteckmöglichkeiten, insbesondere für Tiere während der Häutung. Vermeide scharfkantige Dekorationsgegenstände, an denen sich die Garnelen verletzen könnten.

Das Becken einfahren

Ein Garnelenbecken muss unbedingt gründlich eingefahren werden, bevor die ersten Tiere einziehen. Die Einfahrphase sollte mindestens 3–4 Wochen dauern, besser 6–8 Wochen. In dieser Zeit bilden sich die nützlichen Bakterienkulturen, die Ammoniak und Nitrit in ungefährliches Nitrat umwandeln.

Starte das Becken mit Bodengrund, Einrichtung, Filter und Bepflanzung und lass alles bei normaler Beleuchtung und Temperatur laufen. Bakterienstarter können den Prozess beschleunigen. Teste regelmäßig die Wasserwerte – erst wenn Ammoniak und Nitrit zuverlässig bei 0 liegen und Nitrat messbar ist, kannst du die ersten Garnelen einsetzen.

Setze die Tiere vorsichtig ein, idealerweise über eine Tropfmethode, bei der das Transportwasser langsam durch Aquarienwasser ersetzt wird. Beginne mit einer kleinen Gruppe und erhöhe die Besatzdichte erst nach einigen Wochen.

Pflege und Wartung

Die regelmäßige Pflege eines Garnelenbeckens umfasst wöchentliche Wasserwechsel von 10–20 % des Beckenvolumens. Verwende für Weichwasserbecken Osmosewasser, das mit Garnelensalz aufgehärtet wird. Das Frischwasser sollte die gleiche Temperatur und ähnliche Wasserwerte wie das Beckenwasser haben, um Stress durch plötzliche Parameteränderungen zu vermeiden.

Reinige den Filter nur bei deutlich nachlassender Leistung und verwende dazu Aquarienwasser, nicht Leitungswasser, um die Bakterienkultur zu schonen. Entferne abgestorbene Pflanzenteile und Futterreste regelmäßig mit einer Pinzette. Teste die Wasserwerte mindestens einmal pro Woche und reagiere frühzeitig auf Veränderungen.

Quellen

  1. Werner Klotz & Andreas Karge (2013): Süßwassergarnelen aus aller Welt. Dähne Verlag.
  2. Lukhaup, C. & Pekny, R. (2010): Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium. Dähne Verlag.
  3. Garnelenhaus: Einrichtung eines Garnelenbeckens – garnelenhaus.de

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