Garnelen

Garnelenfutter: Was sie brauchen

3 Min. Lesezeit
Garnelenfutter: Was sie brauchen

Bild: KI generiert

Zusammenfassung

Die richtige Ernährung ist ein Schlüsselfaktor für gesunde, farbintensive und vermehrungsfreudige Garnelen. Von Aufwuchs über spezielles Garnelenfutter bis hin zu Naturprodukten – eine ausgewogene und abwechslungsreiche Fütterung ist das A und O.

Grundlagen der Garnelenernährung

Garnelen sind in der Natur überwiegend Detritivoren und Aufwuchsfresser – sie ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenteilen, Biofilmen, Mikroalgen und gelegentlich tierischen Proteinen. Eine artgerechte Fütterung im Aquarium sollte dieses natürliche Nahrungsspektrum so gut wie möglich nachahmen.

Der Grundbedarf wird in einem gut eingefahrenen Becken zu einem großen Teil durch den natürlichen Aufwuchs gedeckt. Biofilme auf Steinen, Wurzeln, Pflanzen und Laub enthalten Bakterien, Einzeller, Mikroalgen und andere Mikroorganismen, die von den Garnelen systematisch abgeweidet werden. Ein gut eingefahrenes Becken mit vielen Oberflächen und etwas Laub bietet daher bereits eine solide Nahrungsgrundlage.

Futterarten im Überblick

Spezielles Garnelenfutter gibt es in verschiedenen Formen: Sticks und Pellets sind die gängigsten Formen und sinken schnell ab. Pudding oder Gel-Futter wird selbst hergestellt und kann individuell zusammengestellt werden. Staubfutter und Puderfutter eignen sich besonders für die Aufzucht von Jungtieren. Mineralpudding versorgt die Garnelen mit wichtigen Mineralien für die Panzerbildung.

Handelsübliches Garnelenfutter enthält in der Regel eine ausgewogene Mischung aus pflanzlichen und tierischen Bestandteilen, Spirulina, Mineralien und Vitaminen. Achte auf hochwertige Produkte ohne künstliche Farbstoffe und mit einem hohen Anteil natürlicher Zutaten.

Pflanzliche Nahrung

Pflanzliche Nahrung sollte den Hauptanteil der Garnelenfütterung ausmachen. Getrocknete Blätter sind eine hervorragende und kostengünstige Futterquelle: Seemandelbaumblätter enthalten zusätzlich antibakterielle Huminstoffe, Eichen- und Buchenlaub fördert die Biofilmbildung, und Brennnesselblätter sind besonders mineralstoffreich.

Überbrühtes Gemüse wird von Garnelen gerne angenommen: Spinat, Brennnessel, Mangold, Zucchini, Gurke und Kürbis eignen sich hervorragend. Blanchiere das Gemüse kurz mit kochendem Wasser und lass es abkühlen, bevor du es ins Aquarium gibst. Entferne Reste nach 12–24 Stunden, um die Wasserqualität nicht zu belasten.

Tierisches Protein

Tierisches Protein ist für Garnelen wichtig, besonders in der Häutungsphase und für eitragende Weibchen. Geeignete Proteinquellen sind Frostfutter (Artemia, Daphnien, Cyclops), getrocknete Mückenlarven, Fischfutter und spezielle Proteintabletten. Auch ein Stück gekochtes Hühnerbrustfilet oder ungewürzter Fisch wird gerne angenommen.

Wichtig ist, Proteinreiche Nahrung sparsam zu dosieren – ein- bis zweimal pro Woche ist ausreichend. Zu viel tierisches Protein kann die Wasserqualität beeinträchtigen und zu Häutungsproblemen führen. Ein guter Richtwert ist ein Verhältnis von 80 % pflanzlicher zu 20 % tierischer Nahrung.

Mineralien und Ergänzungen

Für die Panzerbildung benötigen Garnelen Kalzium und andere Mineralien. Sepiaschale (vom Tintenfisch) ist eine natürliche Kalziumquelle, die du dauerhaft im Becken belassen kannst. Die Garnelen raspeln bei Bedarf Kalzium von der Schale ab. Auch Mineralpudding oder spezielle Mineralsticks versorgen die Tiere mit wichtigen Spurenelementen.

Huminstoffe, wie sie in Seemandelbaumblättern, Erlenzapfen und Torf enthalten sind, fördern das Wohlbefinden der Garnelen und wirken leicht antibakteriell. Besonders für Weichwasser-Garnelen sind diese natürlichen Zusätze empfehlenswert. Achte darauf, dass alle verwendeten Naturprodukte unbehandelt und frei von Pestiziden sind.

Fütterungsplan und Dosierung

Die richtige Dosierung ist entscheidend: Weniger ist bei Garnelen oft mehr. In einem gut eingefahrenen Becken mit reichlich Aufwuchs reicht eine Zufütterung von 2–3 Mal pro Woche. Gib nur so viel Futter, wie innerhalb von 2–3 Stunden gefressen wird. Reste sollten spätestens nach 12 Stunden entfernt werden.

Ein bewährter Wochenplan für Garnelen könnte so aussehen: Montag – Garnelensticks, Mittwoch – überbrühtes Gemüse oder Laub, Freitag – Proteinfutter (Artemia, Daphnien). Die restlichen Tage fasten die Garnelen und ernähren sich vom Aufwuchs im Becken. Fastentage fördern die Verwertung des natürlichen Aufwuchses und helfen, die Wasserqualität stabil zu halten.

Quellen

  1. Werner Klotz & Andreas Karge (2013): Süßwassergarnelen aus aller Welt. Dähne Verlag.
  2. Lukhaup, C. & Pekny, R. (2010): Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium. Dähne Verlag.
  3. Garnelenhaus: Garnelen füttern – garnelenhaus.de

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken