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Gefleckter Querzahnmolch (Ambystoma tigrinum)

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Gefleckter Querzahnmolch (Ambystoma tigrinum)

Bildquelle: Milan Zygmunt / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Gefleckte Querzahnmolch ist einer der größten landlebenden Salamander Nordamerikas. Mit seiner markanten gelb-schwarzen Fleckung und seinem robusten Körperbau ist er leicht zu erkennen. Er ist weit verbreitet und kommt in einer erstaunlichen Vielfalt von Lebensräumen vor – von Prärien bis zu Bergwäldern.

Der Gefleckte Querzahnmolch ist einer der größten landlebenden Salamander Nordamerikas. Mit seiner markanten gelb-schwarzen Fleckung und seinem robusten Körperbau ist er leicht zu erkennen. Er ist weit verbreitet und kommt in einer erstaunlichen Vielfalt von Lebensräumen vor – von Prärien bis zu Bergwäldern.

Steckbrief: Gefleckter Querzahnmolch (Ambystoma tigrinum)
Wissenschaftlicher NameAmbystoma tigrinum
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieQuerzahnmolche (Ambystomatidae)
GattungAmbystoma
Größe15–25 cm
Gewicht20–60 g
Lebenserwartung12–15 Jahre
VerbreitungNordamerika (Kanada bis Mexiko)
LebensraumVerschiedene Feuchtgebiete, Teiche, Seen, Prärien
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Gefleckte Querzahnmolch erreicht eine Gesamtlänge von 15–25 cm und gehört damit zu den größten landlebenden Salamandern Nordamerikas. Der Körperbau ist kräftig und gedrungen mit einem breiten, rundlichen Kopf und kleinen, hervorstehenden Augen. Die Haut ist glatt und feucht.

Die Färbung ist sehr variabel und unterscheidet sich je nach Unterart und Region erheblich. Die Nominatform zeigt ein Muster aus unregelmäßigen gelben bis olivgelben Flecken und Bändern auf dunkelbraunem bis schwarzem Grund. Die Flecken können von dichten Netzmustern bis zu sparsamen Einzelflecken variieren. Die Unterseite ist heller, meist graugelb. Der Schwanz ist seitlich leicht abgeflacht.

Verbreitung & Lebensraum

Der Gefleckte Querzahnmolch besitzt eines der größten Verbreitungsgebiete aller nordamerikanischen Salamander. Es erstreckt sich von Südkanada über die gesamten USA bis nach Nordmexiko. Die Art fehlt nur im äußersten Westen und Nordosten des Kontinents.

Die Art ist bemerkenswert anpassungsfähig und besiedelt eine Vielzahl von Lebensräumen – von feuchten Prairielandschaften über Laubwälder bis hin zu halbtrockenen Buschgebieten. Als Laichgewässer nutzt er stehende Gewässer wie Teiche, Seen, temporäre Wasserlöcher und sogar Viehtränken. An Land lebt er oft in Nagetierbauten und selbst gegrabenen Höhlen, wo er vor Austrocknung geschützt ist.

Lebensweise & Verhalten

Der Gefleckte Querzahnmolch ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Großteil seines Lebens unterirdisch in Erdhöhlen und Nagetierbauten. Er kommt hauptsächlich nach starken Regenfällen und zur Fortpflanzungszeit an die Oberfläche. In trockenen Regionen kann er monatelang in tiefen Erdlöchern überdauern.

Eine bemerkenswerte Eigenschaft einiger Populationen ist die Neotenie – die Fähigkeit, geschlechtsreif zu werden, ohne die vollständige Metamorphose zu durchlaufen. Solche neotenen Individuen behalten ihre äußeren Kiemen und leben zeitlebens im Wasser. Dieses Phänomen tritt besonders in Gewässern der westlichen USA auf, wo die Landbedingungen ungünstig sind. Im Gegensatz zum verwandten Axolotl kann die Metamorphose bei Tigersalamandern jedoch durch Umweltveränderungen ausgelöst werden.

Ernährung

Der Gefleckte Querzahnmolch ist ein gefräßiger, opportunistischer Räuber. Erwachsene Tiere fressen Regenwürmer, Insekten, Spinnen, Nacktschnecken und gelegentlich sogar kleine Mäuse, Frösche und andere Salamander. Im Wasser werden Kaulquappen, Insektenlarven und kleine Krebstiere erbeutet.

Die Beute wird mit dem breiten Maul gepackt und im Ganzen verschluckt. Die Larven sind ebenfalls räuberisch und können kannibalisch werden, besonders bei hohen Larvaldichten. Einige Populationen entwickeln eine spezielle „Kannibalenform" mit vergrößertem Kopf und Zähnen, die auf das Fressen von Artgenossen spezialisiert ist.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet im Frühjahr statt, ausgelöst durch Regen und steigende Temperaturen. Die Tiere wandern in großer Zahl zu ihren Laichgewässern, oft in einer einzigen Nacht nach starkem Regen. Die Balz umfasst das Umschwimmen des Weibchens durch das Männchen und die Abgabe einer Spermatophore.

Das Weibchen legt Eiklumpen mit jeweils 20–100 Eiern an Wasserpflanzen oder am Gewässergrund ab. Insgesamt kann ein Weibchen bis zu 1.000 Eier produzieren. Die Larven schlüpfen nach 2–4 Wochen und durchlaufen die Metamorphose nach 2–5 Monaten, abhängig von Temperatur und Nahrungsangebot. In einigen Populationen überwintern Larven im Wasser. Die Geschlechtsreife wird mit 4–5 Jahren erreicht.

Haltung im Aquarium

Der Gefleckte Querzahnmolch eignet sich für die Haltung im Terrarium (metamorphosierte Tiere) oder Aquarium (neotene Tiere). Für ein Paar metamorphosierter Tiere benötigst du ein Terrarium ab 80 × 40 cm mit einer dicken Schicht lockerer Erde zum Graben, Verstecken aus Korkrinde und einer flachen Wasserschale.

Neotene Exemplare können in einem Aquarium ab 80 × 40 cm mit einem Wasserstand von 20–30 cm gehalten werden. Die Temperatur sollte 15–22 °C betragen. Gefüttert wird mit Regenwürmern, Grillen, Heimchen und Mückenlarven. Eine Winterruhe bei 4–8 °C über 2–3 Monate wird empfohlen. Die Art ist im Fachhandel gelegentlich als Nachzucht erhältlich. Beachte die lokalen Artenschutzbestimmungen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Gefleckte Querzahnmolch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Gesamtpopulation ist stabil, lokal gehen Bestände jedoch durch den Verlust von Feuchtgebieten, Straßenverkehr während der Wanderzeit und den Einsatz von Pestiziden zurück. In einigen US-Bundesstaaten ist er geschützt.

Eine besondere Bedrohung stellt der Ranavirusbefall dar, der in einigen Populationen zu Massensterben geführt hat. Auch die Hybridisierung mit eingeführten Barred Tiger Salamanders (Ambystoma mavortium) gefährdet die genetische Integrität einiger Populationen in Kalifornien.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ambystoma tigrinumamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ambystoma tigrinumiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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