Salamander

Gelbbauch-Salamander (Ensatina eschscholtzii xanthoptica)

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Gelbbauch-Salamander (Ensatina eschscholtzii xanthoptica)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Gelbbauch-Salamander ist eine auffällige Unterart der Ensatina – einer der bekanntesten Ringarten der Biologie. Er zeichnet sich durch einen leuchtend orangefarbenen Körper mit auffälligen gelben Augenlidern aus. Die Ensatina-Ringspezies gilt als Lehrbuchbeispiel für die Artbildung und wird in der Evolutionsbiologie intensiv untersucht.

Der Gelbbauch-Salamander ist eine auffällige Unterart der Ensatina – einer der bekanntesten Ringarten der Biologie. Er zeichnet sich durch einen leuchtend orangefarbenen Körper mit auffälligen gelben Augenlidern aus. Die Ensatina-Ringspezies gilt als Lehrbuchbeispiel für die Artbildung und wird in der Evolutionsbiologie intensiv untersucht.

Steckbrief: Gelbbauch-Salamander (Ensatina eschscholtzii xanthoptica)
Wissenschaftlicher NameEnsatina eschscholtzii xanthoptica
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieLungenlose Salamander (Plethodontidae)
GattungEnsatina
Größe8–13 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungKalifornien (USA), San Francisco Bay Area und Sierra Nevada-Vorland
LebensraumEichen- und Nadelwälder, unter Rinde und Totholz
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Gelbbauch-Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 8–13 cm und ist robust gebaut mit einem charakteristisch eingeschnürten Schwanzansatz – einem typischen Merkmal der Gattung Ensatina. Die Grundfarbe ist leuchtend orange bis rötlich-braun. Sein auffälligstes Merkmal sind die leuchtend gelben Augenlider, die ihm den englischen Namen „Yellow-eyed Ensatina" eingebracht haben.

Die Bauchseite ist heller orange bis gelb. Die Haut ist glatt und feucht. Wie alle Ensatina-Unterarten besitzt er keine Lungen und atmet über die Haut. Der Schwanz ist an der Basis stark eingeschnürt – an dieser Stelle kann er bei Bedrohung abgeworfen werden (Autotomie). Die Finger und Zehen sind mittellang und tragen keine Haftpolster.

Verbreitung & Lebensraum

Der Gelbbauch-Salamander kommt in Zentralkalifornien vor, hauptsächlich in der San Francisco Bay Area, dem Sacramento Valley und dem westlichen Vorland der Sierra Nevada. Er ist eine von sieben Unterarten der Ensatina, die zusammen einen Ring um das Große Tal Kaliforniens bilden – eines der bekanntesten Beispiele für Ringarten in der Biologie.

Er bewohnt Eichenwälder, Mischwälder und die Ränder von Nadelwäldern. Typische Verstecke findest du unter Rinde toter Bäume, unter gefallenen Stämmen, Steinen und in Blattstreuschichten. Er meidet sehr trockene und sehr offene Lebensräume und ist auf moderate Feuchtigkeit angewiesen.

Lebensweise & Verhalten

Der Gelbbauch-Salamander ist überwiegend nachtaktiv und tritt nur bei feuchtem Wetter an die Oberfläche. In der trockenen kalifornischen Sommerzeit (Juni–Oktober) zieht er sich in tiefe Bodenspalten, Nagetiergänge oder unter dicke Rindenstücke zurück und verfällt in eine Sommerruhe (Ästivation). Am aktivsten ist er während der Regenzeit von November bis Mai.

Bei Bedrohung setzt der Gelbbauch-Salamander mehrere Abwehrstrategien ein: Er kann seinen Schwanz abwerfen (der zuckende Schwanz lenkt den Fressfeind ab), eine starre Körperhaltung einnehmen oder ein milchiges Giftsekret aus der Schwanzdrüse absondern. Seine orange Färbung wird als mögliche Mimikry an den giftigen Kalifornischen Molch (Taricha) interpretiert.

Ernährung

Der Gelbbauch-Salamander ernährt sich von kleinen Wirbellosen des Waldbodens. Zum Beutespektrum gehören Käfer, Ameisen, Termiten, Spinnen, Springschwänze, Milben und kleine Schnecken. Die Jagd findet nachts in der Laubstreu und unter Rinde statt.

Die Beute wird mit der klebrigen Zunge oder durch direktes Zupacken erbeutet. Während der langen Trocken- und Sommerruhe fastet der Salamander und lebt von seinen Fettreserven. In der feuchten Jahreszeit frisst er intensiv, um diese Reserven aufzubauen.

Fortpflanzung

Die Paarung findet im Herbst und Winter (November–Januar) statt. Das Männchen führt ein Balzverhalten durch, bei dem es seinen Kopf gegen das Kinn des Weibchens presst und ein Spermatophor absetzt. Das Weibchen legt im Frühjahr 7–25 große, dotterreiche Eier in unterirdischen Hohlräumen, unter Rinde oder in Nagetiergängen ab.

Das Weibchen bewacht die Eier und hält sie feucht. Die Entwicklung dauert mehrere Monate und erfolgt direkt – es gibt kein aquatisches Larvenstadium. Die schlüpfenden Jungtiere sind fertige Miniatur-Salamander von etwa 3 cm Länge. Die Geschlechtsreife wird nach 2–4 Jahren erreicht. Weibchen legen wahrscheinlich nur alle zwei Jahre ein Gelege ab.

Haltung im Terrarium

Der Gelbbauch-Salamander kann im Terrarium gehalten werden, ist aber in Europa selten im Handel erhältlich. Ein Terrarium ab 60 × 30 × 30 cm mit einer Mischung aus Walderde und Rindenmulch, mehreren Korkrinden-Verstecken und einer flachen Wasserschale ist geeignet.

Die Temperatur sollte bei 15–20 °C liegen, im Sommer nicht über 24 °C. Eine trockene Ruhephase im Sommer (bei reduzierter Sprühung) und eine kühlere Phase im Winter (8–12 °C) ahmen die natürlichen Jahreszeiten nach. Gefüttert wird mit Heimchen, Asseln, Springschwänzen und kleinen Wachsmottenlarven.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Gelbbauch-Salamander wird als Teil der Gesamtart Ensatina eschscholtzii von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Populationen sind in geeigneten Habitaten stabil. Bedrohungen bestehen lokal durch Urbanisierung, Lebensraumzerschneidung und die zunehmende Häufigkeit von Waldbränden in Kalifornien.

Als Teil des Ensatina-Ringarten-Komplexes hat diese Unterart eine besondere wissenschaftliche Bedeutung für das Verständnis von Artbildungsprozessen. Der Schutz der verschiedenen Ensatina-Populationen und ihrer verbindenden Habitate ist daher auch aus evolutionsbiologischer Sicht von großer Wichtigkeit.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ensatina eschscholtziiamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ensatina eschscholtziiiucnredlist.org
  3. Wake, D. B. (1997): Incipient species formation in salamanders of the Ensatina complex. PNAS, 94(15), 7761–7767.
  4. Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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