Der Gelbe Doktorfisch ist einer der ikonischsten Meerwasserfische und ein absoluter Klassiker in der Riffaquaristik. Sein leuchtendes, einheitliches Gelb macht ihn unverwechselbar. Als hervorragender Algenfresser ist er nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch ein nützlicher Bewohner im Riffaquarium.
| Wissenschaftlicher Name | Zebrasoma flavescens |
| Ordnung | Doktorfischartige (Acanthuriformes) |
| Familie | Doktorfische (Acanthuridae) |
| Gattung | Zebrasoma |
| Größe | 15–20 cm |
| Gewicht | 100–250 g |
| Lebenserwartung | 10–20 Jahre |
| Verbreitung | Hawaii, Pazifischer Ozean (Japan bis zu den Marshallinseln) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Riffplateaus, Lagunen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 500 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Gelbe Doktorfisch erreicht eine Größe von 15 bis 20 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper. Seine Färbung ist ein einheitliches, leuchtendes Zitronengelb, das ihn zu einem der auffälligsten Riffbewohner macht. An der Schwanzwurzel befindet sich ein scharfer, klingenartiger Dorn (Skalpell), der bei Bedrohung aufgerichtet und als Verteidigungswaffe eingesetzt werden kann.
Nachts verblasst die leuchtend gelbe Färbung und es erscheint ein weißlicher Längsstreifen auf der Flanke – dieses nächtliche Streifenmuster verschwindet kurz nach dem Aufwachen wieder vollständig. Der Körperbau mit den großen, segelartigen Rücken- und Afterflossen ermöglicht dem Gelben Doktorfisch eine hohe Wendigkeit zwischen Korallenstrukturen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Gelbe Doktorfisch ist vor allem rund um die Hawaii-Inseln beheimatet, wo er die mit Abstand häufigste Doktorfischart darstellt. Darüber hinaus kommt er von Japan über die Marshallinseln bis nach Wake und Midway vor. Hawaii gilt als das Zentrum seiner Verbreitung.
Zebrasoma flavescens bewohnt Korallenriffe in Tiefen von 2 bis 46 Metern. Juvenile Tiere bevorzugen geschützte Riffbereiche und flache Lagunen, während adulte Exemplare auch an exponierten Außenriffen zu finden sind. Die Art kommt sowohl einzeln als auch in losen Gruppen vor und bevorzugt Bereiche mit reichhaltigem Algenbewuchs.
Lebensweise & Verhalten
Der Gelbe Doktorfisch ist ein tagaktiver Algenfresser, der den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche auf Riffoberflächen verbringt. Er grast systematisch Algenbewuchs von Korallen, Steinen und anderen Substraten ab und spielt damit eine wichtige ökologische Rolle im Riffökosystem.
Die Tiere können territorial sein, insbesondere gegenüber Artgenossen und ähnlich gefärbten Fischen. In der Natur bilden sie dennoch häufig lose Futtergemeinschaften. Nachts suchen sie geschützte Plätze zwischen Korallen auf. Im Aquarium werden Gelbe Doktorfische oft erstaunlich zutraulich und lernen, ihren Pfleger zu erkennen. Der Schwanzdorn wird bei Auseinandersetzungen und zur Verteidigung eingesetzt und kann schmerzhafte Verletzungen verursachen.
Ernährung
Der Gelbe Doktorfisch ist ein überwiegend herbivorer Fisch, der sich in der Natur hauptsächlich von filamentösen Algen ernährt, die er von Riffoberflächen abraspelt. Er ist einer der effektivsten Algenfresser im Korallenriff und trägt wesentlich zur Kontrolle des Algenwachstums bei.
Im Aquarium solltest du eine überwiegend pflanzliche Ernährung anbieten. Nori-Algenblätter an einer Futterklemme, Spirulina-basierte Flocken und Granulate bilden die Grundlage. Ergänzend werden Frostfutter wie Mysis und Artemia sowie frisches Gemüse (Salatblätter, Zucchini) angenommen. Mehrmaliges Füttern pro Tag ist wichtig, da der Gelbe Doktorfisch einen kontinuierlichen Verdauungstrakt hat und regelmäßige Nahrungszufuhr benötigt.
Fortpflanzung
In der Natur laichen Gelbe Doktorfische als Paar oder in kleinen Gruppen während der Dämmerung. Die pelagischen Eier werden ins offene Wasser abgegeben und von der Strömung verteilt. Die Larvenstadien sind planktonisch und dauern mehrere Wochen.
Bemerkenswert ist, dass der Gelbe Doktorfisch zu den wenigen Doktorfischarten gehört, die in Gefangenschaft erfolgreich nachgezüchtet wurden. In Hawaii gelang es Forschern, den gesamten Reproduktionszyklus im Labor zu schließen. Nachzuchten sind mittlerweile zunehmend im Handel erhältlich und sollten beim Kauf bevorzugt werden, da sie die Wildfänge aus den sensiblen hawaiianischen Riffen reduzieren.
Haltung im Aquarium
Der Gelbe Doktorfisch benötigt ein Aquarium ab 500 Litern mit viel Schwimmraum und gut strukturiertem Lebendgestein. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, der pH-Wert bei 8,0–8,4 und die Salinität bei 1,023–1,026. Starke Strömung und eine gute Sauerstoffversorgung sind wichtig.
Die Art ist grundsätzlich riffkompatibel und geht nicht an Korallen. Als ausgezeichneter Algenfresser hilft der Gelbe Doktorfisch aktiv, unerwünschten Algenwuchs im Becken zu kontrollieren. Beachte, dass er gegenüber Artgenossen und ähnlich geformten Doktorfischen aggressiv werden kann – halte am besten nur ein Exemplar pro Becken, es sei denn, das Aquarium ist sehr groß.
Der Gelbe Doktorfisch ist anfällig für Cryptocaryon (Weißpünktchenkrankheit), besonders nach dem Import. Eine Quarantäne vor dem Einsetzen ins Hauptbecken ist dringend empfehlenswert. Mit guter Pflege und abwechslungsreicher Ernährung kann diese Art über 20 Jahre alt werden.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Gelbe Doktorfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In Hawaii waren die Fangzahlen für den Aquarienhandel zeitweise sehr hoch, was zu kontroversen Debatten über den Schutz der Riffe führte. Seit 2021 ist der Fang von Aquarienfischen in Hawaii durch ein Gerichtsurteil praktisch untersagt.
Die erfolgreiche Nachzucht in Aquakultur bietet eine nachhaltige Alternative zu Wildfängen. Beim Kauf solltest du wenn möglich Nachzuchten bevorzugen. Der Schutz der hawaiianischen Korallenriffe vor Klimawandel, Versauerung und lokaler Verschmutzung ist für den langfristigen Erhalt der Wildpopulationen entscheidend.
Quellen
- FishBase: Zebrasoma flavescens – fishbase.se
- IUCN Red List: Zebrasoma flavescens – iucnredlist.org
- Randall, J.E. (2005): Reef and Shore Fishes of the South Pacific. University of Hawaii Press.
- Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Oceanic Institute (2016): Captive Breeding of Yellow Tang – oceanicinstitute.org
