Der Gelbe Drückerfisch, auch Crosshatch-Drückerfisch genannt, ist einer der wenigen riffkompatiblen Drückerfische. Männchen beeindrucken mit einem leuchtend gelben Körper und einem markanten blauen Kreuzschraffurmuster. Diese friedliche Art aus dem Pazifik ist ein begehrter, aber teurer Aquarienbewohner.
| Wissenschaftlicher Name | Xanthichthys mento |
| Ordnung | Kugelfischartige (Tetraodontiformes) |
| Familie | Drückerfische (Balistidae) |
| Gattung | Xanthichthys |
| Größe | 20–30 cm |
| Gewicht | 200–500 g |
| Lebenserwartung | 8–15 Jahre |
| Verbreitung | Östlicher und zentraler Pazifik (Hawaii bis Galapagos) |
| Lebensraum | Tiefere Riffhänge, Steilwände, offenes Wasser über Riffen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 600 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Gelbe Drückerfisch erreicht eine Größe von 20 bis 30 cm und besitzt den für Drückerfische typischen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper mit einem großen Kopf und kräftigem Maul. Männchen sind leuchtend gelb gefärbt mit einem markanten blauen Kreuzschraffurmuster auf den Schuppen, das der Art den englischen Namen „Crosshatch Triggerfish" eingebracht hat. Die Ränder der Schwanz- und Afterflosse schimmern rot bis orange.
Weibchen sind weniger farbenprächtig und zeigen eine bräunlich-gelbe Grundfärbung ohne das auffällige Kreuzschraffurmuster. Der erste Rückenflossenstachel kann wie bei allen Drückerfischen aufgerichtet und in Position verriegelt werden – ein Mechanismus, der dem Fisch seinen deutschen Namen verleiht und als Verteidigungsstrategie dient.
Verbreitung & Lebensraum
Der Gelbe Drückerfisch kommt im östlichen und zentralen Pazifik vor, mit Schwerpunkt rund um Hawaii, die Osterinsel, die Galapagosinseln und die Revillagigedo-Inseln. Im Vergleich zu vielen anderen Drückerfischarten hat er ein relativ begrenztes Verbreitungsgebiet.
Xanthichthys mento bewohnt tiefere Riffhänge und Steilwände in Tiefen von 10 bis 100 Metern. Er ist ein pelagisch orientierter Drückerfisch, der sich bevorzugt im offenen Wasser über Riffen und Felsformationen aufhält, wo er Plankton fängt. Diese Lebensweise in tieferen Gewässern macht ihn zu einem teuren und relativ seltenen Aquarienfisch.
Lebensweise & Verhalten
Im Gegensatz zu vielen anderen Drückerfischarten ist der Gelbe Drückerfisch ein friedlicher, sozial lebender Fisch. In der Natur bildet er kleine Gruppen, die gemeinsam im offenen Wasser über Riffen Plankton jagen. Er zeigt deutlich weniger aggressive und territoriale Verhaltensweisen als die meisten seiner Verwandten.
Die Tiere sind tagaktiv und verbringen den Großteil ihrer Zeit schwimmend in der Wassersäule, wo sie nach Plankton suchen. Nachts ziehen sie sich in Felsspalten und Höhlen zurück. Im Aquarium zeigen sich Gelbe Drückerfische als neugierige und intelligente Bewohner, die ihre Umgebung aufmerksam beobachten und schnell lernen, ihren Pfleger zu erkennen.
Ernährung
Der Gelbe Drückerfisch ernährt sich in der Natur hauptsächlich von Zooplankton, das er in der Wassersäule über Riffen fängt. Im Gegensatz zu vielen bodenorientierten Drückerfischen, die Muscheln und Seeigel knacken, ist er ein spezialisierter Planktonfresser – ein Grund für seine Riffkompatibilität.
Im Aquarium akzeptiert er eine breite Palette von Futtermitteln. Frostfutter wie Mysis, Artemia und Krill bildet die Grundlage. Auch hochwertiges Granulat und Flockenfutter werden gerne angenommen. Du solltest mehrmals täglich füttern, um den Bedürfnissen des aktiven Schwimmers gerecht zu werden. Gelegentliche Gaben von Muschelfleisch und Garnelen sorgen für Abwechslung.
Fortpflanzung
In der Natur bilden Gelbe Drückerfische Harems aus einem Männchen und mehreren Weibchen. Das Männchen verteidigt ein Revier mit mehreren Nestern, die von den Weibchen in Sandmulden angelegt werden. Die Eier werden am Substrat befestigt und vom Weibchen bewacht, bis die Larven schlüpfen.
Die Zucht im Aquarium ist bisher kaum gelungen. Die planktonischen Larven benötigen spezielles Kleinstfutter und sind schwer aufzuziehen. Im Handel sind fast ausschließlich Wildfänge erhältlich, die aufgrund der Fangtiefe und des begrenzten Verbreitungsgebiets vergleichsweise teuer sind.
Haltung im Aquarium
Für die Haltung des Gelben Drückerfischs empfiehlt sich ein Aquarium ab 600 Litern mit viel freiem Schwimmraum. Trotz seiner Zugehörigkeit zu den Drückerfischen ist er einer der friedlichsten Vertreter der Familie und gilt als riffkompatibel – er geht in der Regel nicht an Korallen oder Wirbellose.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen bei einer Salinität von 1,023–1,026. Eine kräftige Strömung ist wichtig, da die Art an das Leben im offenen Wasser gewöhnt ist. Der Gelbe Drückerfisch lässt sich gut mit anderen friedlichen Riffbewohnern vergesellschaften und ist gegenüber artfremden Fischen erstaunlich tolerant.
Beachte, dass diese Art aufgrund ihrer Herkunft aus tieferen Gewässern vergleichsweise teuer ist und sorgfältig eingewöhnt werden muss. Eine gute Abdeckung des Beckens ist ratsam, da Drückerfische gelegentlich springen können.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Gelbe Drückerfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Aufgrund seines bevorzugten Aufenthalts in tieferen Wasserschichten sind die Bestände schwer zu erfassen, gelten aber insgesamt als stabil.
Der Fang für den Aquarienhandel ist begrenzt, da die Art in tieferen Gewässern lebt und daher schwieriger zu fangen ist als flach lebende Riffbewohner. Dies trägt indirekt zum Schutz der Wildbestände bei. Die Erhaltung intakter Riffhabitate im östlichen Pazifik ist für das langfristige Überleben der Art wichtig.
Quellen
- FishBase: Xanthichthys mento – fishbase.se
- IUCN Red List: Xanthichthys mento – iucnredlist.org
- Randall, J.E. (2005): Reef and Shore Fishes of the South Pacific. University of Hawaii Press.
- Matsuura, K. (2015): Taxonomy and systematics of tetraodontiform fishes. Ichthyological Research.
