Der Gelbe Labidochromis, auch „Yellow Lab" oder „Electric Yellow" genannt, ist einer der beliebtesten und friedlichsten Mbuna-Buntbarsche aus dem Malawisee. Mit seiner leuchtend gelben Färbung und den schwarzen Flossenrändern ist er ein absoluter Hingucker und eignet sich hervorragend für den Einstieg in die Malawibuntbarsch-Aquaristik.
| Wissenschaftlicher Name | Labidochromis caeruleus |
| Ordnung | Buntbarschartige (Cichliformes) |
| Familie | Buntbarsche (Cichlidae) |
| Gattung | Labidochromis |
| Größe | 8–10 cm |
| Gewicht | 15–25 g |
| Lebenserwartung | 6–10 Jahre |
| Verbreitung | Ostafrika (Malawisee) |
| Lebensraum | Süßwasser – Felsküsten des Malawisees |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 120 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 7.5–8.5 |
| Wasserhärte | 10–25 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Gelbe Labidochromis erreicht eine Körperlänge von 8–10 cm und besitzt den typischen, leicht gestreckten Körperbau der Mbuna-Buntbarsche. Seine leuchtend zitronengelbe Grundfärbung ist sein markantestes Merkmal und hat ihm den beliebten Namen „Electric Yellow" eingebracht. Ein markanter schwarzer Streifen zieht sich entlang der Rückenflosse.
Die Afterflosse zeigt ebenfalls einen schwarzen Rand, und die Brustflossen sind schwarz gesäumt. Bei adulten Männchen können schwache blaue Schattierungen auf den Schuppen erkennbar sein. Die Geschlechter sind schwer zu unterscheiden – Männchen sind tendenziell etwas intensiver gefärbt und zeigen deutlichere Eiflecken auf der Afterflosse. Die leuchtend gelbe Farbe ist in der Natur auf eine bestimmte Population am Westufer des Malawisees beschränkt.
Verbreitung & Lebensraum
Der Gelbe Labidochromis ist endemisch im Malawisee in Ostafrika und kommt dort nur an bestimmten Standorten entlang der Felsküsten vor. Die leuchtend gelbe Form stammt hauptsächlich von Lion's Cove an der Nordwestküste des Sees. Andere Populationen zeigen weißliche oder bläuliche Färbungen.
In seinem natürlichen Lebensraum bewohnt er die Übergangszone zwischen Felsen und Sand in Tiefen von 10–40 Metern. Er hält sich bevorzugt in der Nähe von Felsspalten und Höhlen auf, die als Versteck und Brutplatz dienen. Das Wasser des Malawisees ist hart und alkalisch mit einem stabilen pH-Wert zwischen 7,5 und 8,5.
Lebensweise & Verhalten
Der Gelbe Labidochromis gilt als einer der friedlichsten Mbuna-Buntbarsche – ein großer Vorteil, der ihn für Einsteiger in die Malawi-Aquaristik besonders empfehlenswert macht. Im Gegensatz zu vielen anderen Mbuna zeigt er ein deutlich weniger ausgeprägtes Revierverhalten und ist toleranter gegenüber Mitbewohnern.
Dennoch ist er ein Mbuna und zeigt artypisches Verhalten: Er verteidigt ein kleines Revier und kann gegenüber zu ähnlich gefärbten Fischen aggressiv werden. In der Natur lebt er einzeln oder in lockeren Gruppen und durchsucht die Felsen nach Nahrung. Er ist tagaktiv und stetig in Bewegung, was ihn zu einem lebhaften Aquarienbewohner macht.
Ernährung
Der Gelbe Labidochromis unterscheidet sich in seiner Ernährung von den meisten Mbuna: Er ist nicht primär herbivor, sondern ein Aufwuchsfresser, der kleine Wirbellose aus dem Algenbewuchs auf den Felsen pickt. In der Natur frisst er hauptsächlich kleine Insektenlarven, Schnecken und Krebstiere aus dem Aufwuchs.
Im Aquarium nimmst du hochwertiges Flockenfutter, Granulat und spezielle Cichliden-Futter als Grundnahrung. Ergänze mit Frostfutter wie Artemia, Cyclops und Mückenlarven. Im Gegensatz zu rein herbivoren Mbuna verträgt er proteinreiches Futter besser. Dennoch solltest du eine ausgewogene Ernährung mit pflanzlichen Anteilen sicherstellen, um Verdauungsproblemen vorzubeugen.
Fortpflanzung
Der Gelbe Labidochromis ist ein Maulbrüter im weiblichen Geschlecht. Das Männchen lockt das Weibchen durch Balztänze zu seinem Laichplatz, der sich meist auf einem flachen Stein befindet. Das Weibchen legt 10–30 Eier ab und nimmt sie sofort ins Maul auf.
Die Befruchtung erfolgt über die Eiflecken-Methode: Das Weibchen versucht, die eiähnlichen Flecken auf der Afterflosse des Männchens aufzunehmen, wobei es das Sperma einatmet. Das Weibchen brütet die Eier 18–24 Tage im Maul aus und frisst in dieser Zeit nicht. Die Jungfische sind bei der Entlassung bereits voll entwickelt und können sofort Artemia-Nauplien und feines Flockenfutter fressen.
Haltung im Aquarium
Für eine kleine Gruppe Gelber Labidochromis benötigst du ein Aquarium ab 120 Litern mit einer Steinaufbauten, die viele Höhlen und Spalten bieten. Die ideale Besatzstärke ist ein Männchen mit 2–3 Weibchen. Sand als Bodengrund wird bevorzugt, da die Tiere gelegentlich darin gründeln.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 7,5 und 8,5 bei hartem Wasser. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Mbuna-Arten gelingt in der Regel gut. Vermeide die Vergesellschaftung mit gelb gefärbten Arten, da dies zu erhöhter Aggression führen kann. Eine leistungsstarke Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind für Malawi-Aquarien besonders wichtig.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Gelbe Labidochromis wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Bestände im Malawisee sind stabil, obwohl die Art für den Aquarienhandel gefangen wird. Der Fangdruck wird durch strenge Regulierungen in Malawi kontrolliert.
In der Aquaristik ist der Gelbe Labidochromis einer der am häufigsten nachgezüchteten Malawibuntbarsche, was den Bedarf an Wildfängen deutlich reduziert. Die erfolgreiche Nachzucht im Aquarium ist unkompliziert und trägt zum Erhalt der Wildpopulationen bei.
Quellen
- FishBase: Labidochromis caeruleus – fishbase.se
- Seriously Fish: Labidochromis caeruleus – seriouslyfish.com
- Konings, A. (2007): Malawi Cichlids in their Natural Habitat. 4th Edition. Cichlid Press.
- IUCN Red List: Labidochromis caeruleus – iucnredlist.org
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
