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Gelbkopf-Papageifisch (Cetoscarus bicolor)

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Gelbkopf-Papageifisch (Cetoscarus bicolor)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Gelbkopf-Papageifisch ist einer der prächtigsten und größten Papageifische im Indopazifik. Mit seinem markanten Farbwechsel während der Entwicklung – von weiß-braun als Jungtier zu leuchtend blaugrün mit gelbem Kopf als adultes Männchen – ist er ein beeindruckender Bewohner tropischer Korallenriffe.

Der Gelbkopf-Papageifisch ist einer der prächtigsten und größten Papageifische im Indopazifik. Mit seinem markanten Farbwechsel während der Entwicklung – von weiß-braun als Jungtier zu leuchtend blaugrün mit gelbem Kopf als adultes Männchen – ist er ein beeindruckender Bewohner tropischer Korallenriffe.

Steckbrief: Gelbkopf-Papageifisch (Cetoscarus bicolor)
Wissenschaftlicher NameCetoscarus bicolor
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamiliePapageifische (Scaridae)
GattungCetoscarus
Größe50–90 cm
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Rotes Meer bis Westpazifik)
LebensraumSalzwasser – Korallenriffe, Lagunen und Riffkanten
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 3.000 Liter (nur öffentliche Aquarien)
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Gelbkopf-Papageifisch kann eine beeindruckende Körperlänge von 50–90 cm erreichen und gehört damit zu den größten Papageifischen. Wie alle Papageifische durchläuft er drastische Farbveränderungen während seines Lebens. Jungtiere sind weiß mit einem auffälligen orangefarbenen Band über die Augen und dunklen Flecken auf dem Körper.

Adulte Männchen in der Terminalphase zeigen eine spektakuläre Färbung: Der Kopf ist leuchtend gelb bis orange, der Körper ist blaugrün mit rosa Schuppenrändern, und die Flossen sind blau bis violett. Das namensgebende Merkmal, der kräftige Schnabel, besteht aus verschmolzenen Zähnen und dient dem Abweiden von Algen von Korallengestein.

Verbreitung & Lebensraum

Der Gelbkopf-Papageifisch ist im gesamten Indopazifik verbreitet, vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis zum westlichen Pazifik. Du findest ihn an Korallenriffen, in Lagunen und an Riffkanten in Tiefen von 1–40 Metern.

Er bevorzugt Bereiche mit gesunden Korallenformationen, an denen er den Algenaufwuchs abweidet. Die Art spielt eine wichtige ökologische Rolle bei der Bioerosion von Korallen und der Produktion von Korallensand. Ein einzelner großer Papageifisch kann pro Jahr bis zu 100 kg Korallensand produzieren, der zur Bildung tropischer Strände beiträgt.

Lebensweise & Verhalten

Der Gelbkopf-Papageifisch ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche an Korallenriffen. Mit seinem kräftigen Schnabel schabt er Algen von der Korallenfläche ab und zermahlt dabei auch Korallenstücke, die als feiner Sand wieder ausgeschieden werden.

Nachts zieht er sich in Spalten und Höhlen zurück und umgibt sich mit einem Kokon aus Schleim, der ihn vor Parasiten und Raubfischen schützt. Wie viele Papageifische ist er ein protogynischer Hermaphrodit – alle Tiere starten als Weibchen, und das dominante Tier wandelt sich bei Bedarf zum farbenprächtigeren Männchen um. Jungtiere leben oft in kleinen Gruppen, während adulte Männchen territorial sind.

Ernährung

Der Gelbkopf-Papageifisch ist ein Herbivore, der sich hauptsächlich von Algen ernährt, die auf Korallen und Felsen wachsen. Mit seinem schnabelartigen Gebiss schabt er den Algenaufwuchs ab und nimmt dabei unweigerlich auch Korallenmaterial auf, das im Schlund durch spezielle Kauplatten (Pharyngealknochen) zermahlen wird.

Diese Ernährungsweise macht ihn zu einem der wichtigsten Korallenriffreinigers und Sandproduzenten in tropischen Ökosystemen. In Aquarienhaltung – die aufgrund der enormen Größe nur in öffentlichen Aquarien sinnvoll ist – benötigt er große Mengen an frischen Algen, Nori-Blättern und spezialisiertem Algenfutter.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Gelbkopf-Papageifisches findet typischerweise am Nachmittag statt. Dominante Terminalphase-Männchen verteidigen Laichreviere an Riffkanten und balzen Weibchen an. Das Paar steigt gemeinsam zur Wasseroberfläche auf und gibt Eier und Sperma ins freie Wasser ab.

Die pelagischen Eier treiben im Plankton und schlüpfen nach 24–48 Stunden. Die Larvenphase ist lang, und die Jungfische durchlaufen komplexe Farbwechsel während ihres Wachstums. Die Zucht im Aquarium ist aufgrund der Größe der Tiere und der komplexen Larvenentwicklung praktisch nicht möglich.

Haltung im Aquarium

Der Gelbkopf-Papageifisch ist aufgrund seiner enormen Endgröße von bis zu 90 cm für die Haltung in privaten Aquarien nicht geeignet. Nur in öffentlichen Schauaquarien mit Becken von mehreren tausend Litern kann dieser beeindruckende Fisch artgerecht gepflegt werden.

In solchen Einrichtungen benötigt er ein großes Riffbecken mit stabilen Korallenaufbauten zum Abweiden, viele Versteckmöglichkeiten und ausreichend Schwimmraum. Die Salinität sollte bei 1,023–1,026 liegen, die Temperatur bei 24–27 °C. Eine leistungsstarke Filterung ist aufgrund der großen Mengen an Korallensand, die der Fisch produziert, unerlässlich.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Gelbkopf-Papageifisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und die Bestände gelten insgesamt als stabil. Lokal kann Überfischung jedoch ein Problem darstellen, da Papageifische in einigen Regionen als Speisefisch geschätzt werden.

Papageifische spielen eine entscheidende Rolle für die Gesundheit von Korallenriffen, indem sie Algen abweiden und so das Wachstum von Korallen fördern. Der Schutz dieser Arten ist daher eng mit dem Schutz der Korallenriffe verknüpft. In vielen Meeresschutzgebieten ist der Fang von Papageifischen inzwischen verboten.

Quellen

  1. FishBase: Cetoscarus bicolorfishbase.se
  2. IUCN Red List: Cetoscarus bicoloriucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Bellwood, D. R. et al. (2004): Confronting the coral reef crisis. Nature, 429, 827–833.
  5. Choat, J. H. & Robertson, D. R. (2002): Age-based studies on coral reef fishes. In: Coral Reef Fishes. Academic Press.

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