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Gelbkopf-Schläfergrundel (Hypseleotris compressa)

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Gelbkopf-Schläfergrundel (Hypseleotris compressa)

Bildquelle: MP cz / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Gelbkopf-Schläfergrundel, auch Empire Gudgeon genannt, ist eine farbenprächtige Grundelart aus Australien und Neuguinea. Besonders die Männchen beeindrucken in der Brutzeit mit leuchtend roten Körperseiten und einem goldgelben Kopf, was sie zu einem der farbenprächtigsten australischen Süßwasserfische macht.

Die Gelbkopf-Schläfergrundel, auch Empire Gudgeon genannt, ist eine farbenprächtige Grundelart aus Australien und Neuguinea. Besonders die Männchen beeindrucken in der Brutzeit mit leuchtend roten Körperseiten und einem goldgelben Kopf, was sie zu einem der farbenprächtigsten australischen Süßwasserfische macht.

Steckbrief: Gelbkopf-Schläfergrundel (Hypseleotris compressa)
Wissenschaftlicher NameHypseleotris compressa
OrdnungGrundelartige (Gobiiformes)
FamilieSchläfergrundeln (Eleotridae)
GattungHypseleotris
Größe7–10 cm
Gewicht5–15 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungAustralien und Neuguinea
LebensraumSüßwasser – Flüsse, Bäche und Lagunen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 80 Liter
Temperatur20–26 °C
pH-Wert6.5–7.5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Die Gelbkopf-Schläfergrundel erreicht eine Körperlänge von 7–10 cm und besitzt den typischen, leicht gestreckten Körperbau der Schläfergrundeln. Im Gegensatz zu echten Grundeln sind die Bauchflossen nicht zu einer Saugscheibe verwachsen, sondern getrennt. Weibchen und nicht-brütende Männchen sind eher unscheinbar graubraun bis olivfarben gefärbt.

Die wahre Pracht zeigt sich bei den Männchen in Balzstimmung: Der Kopf färbt sich leuchtend goldgelb, die Körperseiten erstrahlen in kräftigem Rot bis Orange, und die Flossen zeigen blaue bis schwarze Ränder. Diese spektakuläre Farbumwandlung macht den Empire Gudgeon zu einem der beeindruckendsten Erscheinungen unter den australischen Süßwasserfischen.

Verbreitung & Lebensraum

Die Gelbkopf-Schläfergrundel ist im nördlichen und östlichen Australien sowie auf Neuguinea verbreitet. Sie bewohnt eine Vielzahl von Süßwasserlebensräumen, von klaren Gebirgsbächen über langsam fließende Flüsse bis hin zu Küstenlagunen und Mangrovenzonen.

Die Art ist diadrom – einige Populationen wandern zum Laichen in küstennahe Gewässer, und die Larven entwickeln sich im Brackwasser, bevor sie ins Süßwasser zurückkehren. Andere Populationen verbringen ihr gesamtes Leben im Süßwasser. Die natürlichen Gewässer sind oft klar mit sandigem oder kiesigem Grund und mäßiger Vegetation.

Lebensweise & Verhalten

Die Gelbkopf-Schläfergrundel ist ein friedlicher Grundfisch, der sich bevorzugt in der unteren Wasserhälfte aufhält. Sie ist tagaktiv und durchstreift ihr Revier gemächlich auf der Suche nach Nahrung. Männchen können zur Brutzeit leicht territorial werden, zeigen aber keine ernsthafte Aggression.

Die Tiere sind gesellig und können in kleinen Gruppen gehalten werden. Das Imponierverhalten der Männchen mit aufgestellten Flossen und intensivierter Färbung ist ein faszinierendes Schauspiel. Im Schwarm zeigen die Männchen eine Rangordnung, wobei das dominante Tier die intensivste Färbung aufweist. Gegenüber anderen Fischarten ist die Art ausgesprochen friedlich.

Ernährung

Die Gelbkopf-Schläfergrundel ist ein Allesfresser, der sich in der Natur von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Algen und organischem Detritus ernährt. Im Aquarium nimmt sie bereitwillig feines Flockenfutter, Granulat und sinkende Futtertabletten an.

Ergänze den Speiseplan regelmäßig mit Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven und Daphnien. Auch Lebendfutter wird sehr gerne angenommen und fördert die Farbentwicklung der Männchen. Da die Art bodennah frisst, eignen sich sinkende Futtersorten besonders gut. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind optimal.

Fortpflanzung

Die Zucht der Gelbkopf-Schläfergrundel ist im Aquarium möglich. Das Männchen bezieht einen Laichplatz – bevorzugt eine Höhle oder die Unterseite eines flachen Steins – und lockt das Weibchen durch intensive Balzfärbung und Flossenaufstellen an.

Das Weibchen legt 200–500 Eier an der Höhlendecke oder Steinunterseite ab, die vom Männchen bewacht und befächelt werden. Die Larven schlüpfen nach 5–7 Tagen und sind extrem klein. In der Natur entwickeln sie sich teilweise im Brackwasser, im Aquarium können sie aber auch im Süßwasser aufgezogen werden, wenn ausreichend feines Futter (Infusorien, Rotiferen) vorhanden ist.

Haltung im Aquarium

Für eine kleine Gruppe Gelbkopf-Schläfergrundeln eignet sich ein Aquarium ab 80 Litern. Richte das Becken mit feinem Sand oder Kies, Steinen, Höhlen und einer moderaten Bepflanzung ein. Ein paar flache Steine als potenzielle Laichplätze und Verstecke sind empfehlenswert.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 20 und 26 °C liegen, der pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Die Art toleriert auch kühlere Temperaturen, was sie für subtropische Aquarien interessant macht. Ideale Beifische sind andere friedliche, australische Arten wie Regenbogenfische, Blauaugen und Grundeln. Vermeide die Vergesellschaftung mit zu großen oder aggressiven Arten.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Gelbkopf-Schläfergrundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in Australien weit verbreitet und die Bestände sind stabil. In einigen Gebieten kann die Einführung invasiver Fischarten wie Gambusia eine lokale Bedrohung darstellen.

In der Aquaristik ist die Art außerhalb Australiens noch relativ selten, gewinnt aber zunehmend an Beliebtheit. In Australien ist die Entnahme von Wildtieren für die Aquaristik streng reguliert, und die meisten verfügbaren Exemplare stammen aus Nachzuchten.

Quellen

  1. FishBase: Hypseleotris compressafishbase.se
  2. IUCN Red List: Hypseleotris compressaiucnredlist.org
  3. Allen, G. R. et al. (2002): Field Guide to the Freshwater Fishes of Australia. CSIRO Publishing.
  4. Seriously Fish: Hypseleotris compressaseriouslyfish.com

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