Fische (Salzwasser)

Gelbmaul-Junker (Halichoeres chrysus)

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Gelbmaul-Junker (Halichoeres chrysus)

Bildquelle: Vojce / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Gelbmaul-Junker, auch Gelber Lippfisch oder Kanarienvogelwrasse genannt, ist ein leuchtend gelber, lebhafter Lippfisch und einer der beliebtesten Anfängerfische für das Meerwasseraquarium. Seine Robustheit, seine friedliche Natur und seine Nützlichkeit als Schädlingsbekämpfer machen ihn zu einem idealen Riffbewohner.

Der Gelbmaul-Junker, auch Gelber Lippfisch oder Kanarienvogelwrasse genannt, ist ein leuchtend gelber, lebhafter Lippfisch und einer der beliebtesten Anfängerfische für das Meerwasseraquarium. Seine Robustheit, seine friedliche Natur und seine Nützlichkeit als Schädlingsbekämpfer machen ihn zu einem idealen Riffbewohner.

Steckbrief: Gelbmaul-Junker (Halichoeres chrysus)
Wissenschaftlicher NameHalichoeres chrysus
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieLippfische (Labridae)
GattungHalichoeres
Größe10–12 cm
Gewicht15–35 g
Lebenserwartung4–7 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Weihnachtsinsel bis Samoa)
LebensraumKorallenriffe, Geröllzonen, Sandböden
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 200 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Gelbmaul-Junker erreicht eine Größe von 10 bis 12 cm und zeigt einen langgestreckten, schlanken Körper. Die Grundfärbung ist ein leuchtendes Gelb, das den gesamten Körper bedeckt. An der Flanke können sich kleine schwarze Flecken zeigen, die bei verschiedenen Individuen unterschiedlich ausgeprägt sind. Die Augen sind relativ groß und von einer orange bis roten Iris umgeben.

Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden, da beide eine ähnliche Gelbfärbung zeigen. Terminale Männchen können eine etwas intensivere Färbung und einen grünlichen Schimmer auf dem Rücken entwickeln. Die Art ist ein protogynischer Hermaphrodit, bei dem sich das dominanteste Weibchen einer Gruppe zum Männchen umwandeln kann.

Verbreitung & Lebensraum

Der Gelbmaul-Junker ist im westlichen und zentralen Indopazifik verbreitet, von der Weihnachtsinsel im östlichen Indischen Ozean über Indonesien, die Philippinen bis nach Samoa und den Marshallinseln. Er ist eine der häufigsten Lippfischarten in diesem Gebiet.

Halichoeres chrysus bewohnt Korallenriffe, Geröllzonen und sandige Bereiche in Tiefen von 1 bis 30 Metern. Er bevorzugt Übergangszonen zwischen Riff und Sand, wo er sowohl Schutz als auch reichlich Nahrung findet. Die Art ist nicht eng an bestimmte Korallenarten gebunden und kommt in einer Vielzahl von Riffhabitaten vor.

Lebensweise & Verhalten

Der Gelbmaul-Junker ist ein tagaktiver, extrem agiler Fisch, der ständig auf Nahrungssuche das Riff durchstreift. Er durchsucht Sand und Geröll nach kleinen Wirbellosen und ist dabei ein effektiver Jäger von Planarien, Pyramidenschnecken und anderen Schädlingen im Riffaquarium.

Nachts vergräbt sich der Gelbmaul-Junker im Sandboden – ein essentielles Verhalten, das bei der Aquariengestaltung berücksichtigt werden muss. Frisch eingesetzte Tiere können sich tagelang im Sand vergraben, bevor sie sich zeigen. Im Aquarium ist die Art einer der friedlichsten Lippfische und lässt sich problemlos mit den meisten anderen Riffbewohnern vergesellschaften.

Ernährung

Der Gelbmaul-Junker ernährt sich von kleinen Wirbellosen wie Würmern, Schnecken, kleinen Krebstieren und anderen Bodenorganismen. Im Riffaquarium ist er ein nützlicher Schädlingsbekämpfer, der Planarien, Pyramidenschnecken und Glasrosen dezimieren kann.

Im Aquarium ist die Fütterung unkompliziert. Die Tiere akzeptieren praktisch jedes angebotene Futter – Frostfutter wie Mysis und Artemia, Flockenfutter, Granulat und Lebendfutter. Füttere mehrmals täglich in kleinen Portionen, um den kontinuierlichen Nahrungsbedarf des aktiven Schwimmers zu decken.

Fortpflanzung

Der Gelbmaul-Junker laicht als Freilaicher in der Wassersäule. Das Männchen balzt in der Abenddämmerung und steigt mit einem willigen Weibchen in der Wassersäule auf, wo Eier und Spermien gleichzeitig abgegeben werden. Die pelagischen Eier treiben im Freiwasser.

Die Larvenstadien sind planktonisch und die Aufzucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen. Die protogynische Geschlechtsumwandlung ermöglicht es, dass sich bei Verlust des Männchens das dominanteste Weibchen innerhalb weniger Wochen zum neuen Männchen umfärbt.

Haltung im Aquarium

Der Gelbmaul-Junker ist ein idealer Anfängerfisch für das Riffaquarium. Ein Becken ab 200 Litern ist ausreichend. Unerlässlich ist eine Sandschicht von mindestens 5 cm Tiefe, da sich der Fisch nachts und bei Gefahr im Sand eingräbt. Ohne Sand wird er gestresst und kann krank werden.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Der Gelbmaul-Junker ist riffkompatibel und geht nicht an Korallen. Als Schädlingsbekämpfer ist er sogar von Vorteil für das Riffaquarium. Er ist robust, futterfest und verträgt auch kleinere Schwankungen der Wasserwerte.

Die Vergesellschaftung mit den meisten Riffbewohnern ist problemlos möglich. Sehr kleine Garnelen und Einsiedlerkrebse können gelegentlich als Beute angesehen werden. Eine gute Abdeckung ist wichtig, da der Gelbmaul-Junker bei Erschrecken aus dem Becken springen kann.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Gelbmaul-Junker wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und häufig. Die Bestände gelten als stabil und der Fang für den Aquarienhandel hat keinen erkennbaren negativen Einfluss auf die Populationen.

Der Gelbmaul-Junker ist einer der am häufigsten gehandelten Meerwasserfische und aufgrund seiner Robustheit und einfachen Haltung ein Standardfisch in der Riffaquaristik. Der Erhalt gesunder Riffökosysteme in Südostasien bleibt dennoch wichtig für die langfristige Stabilität aller Riffarten.

Quellen

  1. FishBase: Halichoeres chrysusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Halichoeres chrysusiucnredlist.org
  3. Kuiter, R.H. (2010): Labridae Fishes: Wrasses. Aquatic Photographics.
  4. Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.

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