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Gelbstreifen-Falterfisch (Chaetodon xanthocephalus)

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Gelbstreifen-Falterfisch (Chaetodon xanthocephalus)

Bildquelle: Salparadis / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Gelbstreifen-Falterfisch ist ein eleganter Bewohner der Korallenriffe des Indischen Ozeans. Mit seinem gelben Kopf und den markanten dunklen Streifen auf silbrig-weißem Körper ist er ein attraktiver, aber anspruchsvoller Kandidat für erfahrene Meerwasseraquarianer.

Der Gelbstreifen-Falterfisch ist ein eleganter Bewohner der Korallenriffe des Indischen Ozeans. Mit seinem gelben Kopf und den markanten dunklen Streifen auf silbrig-weißem Körper ist er ein attraktiver, aber anspruchsvoller Kandidat für erfahrene Meerwasseraquarianer.

Steckbrief: Gelbstreifen-Falterfisch (Chaetodon xanthocephalus)
Wissenschaftlicher NameChaetodon xanthocephalus
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieFalterfische (Chaetodontidae)
GattungChaetodon
Größe15–20 cm
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungIndischer Ozean (Ostafrika bis Malediven)
LebensraumSalzwasser – Korallenriffe und felsige Riffe im Indischen Ozean
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 500 Liter (Meerwasser)
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Gelbstreifen-Falterfisch erreicht eine Körperlänge von 15–20 cm und besitzt den typischen, scheibenförmig abgeflachten Körperbau der Falterfische. Der Kopf ist leuchtend gelb gefärbt, was der Art ihren deutschen Namen gibt. Der restliche Körper ist silbrig-weiß mit zahlreichen dunklen, schräg verlaufenden Streifen.

Ein dunkles Augenband zieht sich über die Augen, ein typisches Merkmal vieler Falterfischarten, das der Tarnung und Verwirrung von Fressfeinden dient. Die Rücken- und Afterflosse sind gelb gerändert. Die Geschlechter sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Der Gelbstreifen-Falterfisch zählt zu den größeren Vertretern seiner Familie.

Verbreitung & Lebensraum

Der Gelbstreifen-Falterfisch ist im Indischen Ozean verbreitet, von der Ostküste Afrikas über Madagaskar, die Seychellen und die Malediven bis nach Sri Lanka und Westindien. Er bewohnt Korallenriffe und felsige Riffbereiche in Tiefen von 5–30 Metern.

Die Art bevorzugt Bereiche mit reichem Korallenbewuchs, insbesondere mit lebenden Steinkorallen, da diese einen wichtigen Teil seiner Nahrung ausmachen. Er ist sowohl an Außenriffen als auch in Lagunen und an geschützten Riffabschnitten anzutreffen.

Lebensweise & Verhalten

Der Gelbstreifen-Falterfisch ist tagaktiv und lebt einzeln, paarweise oder gelegentlich in kleinen Gruppen. Paare bilden oft langfristige Bindungen und sind gemeinsam im Riff unterwegs. Der Fisch durchstreift ein relativ großes Revier auf der Suche nach Nahrung und verteidigt dieses mäßig gegen Artgenossen.

Nachts zieht er sich in Spalten und Höhlen im Riff zurück. Gegenüber anderen Fischarten ist er friedlich, kann aber gegenüber anderen Falterfischen territorial werden, besonders in kleineren Aquarien. Sein neugieriges Wesen und seine elegant gleitenden Schwimmbewegungen machen ihn zu einem angenehmen Beobachtungsobjekt.

Ernährung

Der Gelbstreifen-Falterfisch ist ein Korallivore und Allesfresser, der sich in der Natur zu einem erheblichen Teil von Korallenpolypen ernährt. Ergänzend frisst er kleine Wirbellose, Algen und Zooplankton. Diese Spezialisierung auf Korallenpolypen macht ihn in der Aquarienhaltung anspruchsvoll.

Im Aquarium ist die Umgewöhnung auf Ersatzfutter nicht immer einfach. Biete fein gehacktes Frostfutter wie Mysis, Artemia und Muschelfleisch an. Lebende Artemia können helfen, fressunwillige Neuzugänge zum Fressen zu animieren. Nori-Algenblätter und hochwertiges Meerwasser-Flockenfutter ergänzen den Speiseplan. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind wichtig.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung des Gelbstreifen-Falterfischs in freier Natur ist wenig dokumentiert, sie folgt aber dem typischen Muster der Falterfische. Paare steigen in der Dämmerung gemeinsam zur Wasseroberfläche auf und geben Eier und Sperma ins freie Wasser ab.

Die winzigen, pelagischen Eier treiben im Plankton und schlüpfen nach etwa 24 Stunden. Die Larvenphase ist lang und komplex, was eine Zucht im Aquarium praktisch unmöglich macht. Alle im Handel erhältlichen Exemplare stammen aus Wildfängen.

Haltung im Aquarium

Der Gelbstreifen-Falterfisch benötigt ein großes Meerwasseraquarium ab 500 Litern mit viel Schwimmraum und Lebendgestein. Die Salinität sollte bei 1,023–1,026 liegen, die Temperatur bei 24–27 °C. Stabile Wasserwerte und eine leistungsstarke Filterung sind für diese anspruchsvolle Art unerlässlich.

Die Haltung in einem Riffaquarium ist problematisch, da der Fisch an Korallen – insbesondere an LPS-Korallen und Weichkorallen – zupfen kann. Ein reines Fischaquarium (FOWLR – Fish Only With Live Rock) ist daher besser geeignet. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Meerwasserfischen gelingt, vermeide aber die Kombination mit anderen Falterfischen im selben Becken.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Gelbstreifen-Falterfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indischen Ozean weit verbreitet und die Bestände gelten als stabil. Der Fang für die Aquaristik erfolgt in begrenztem Umfang und stellt keine wesentliche Bedrohung dar.

Die Hauptbedrohung für die Art ist die Zerstörung der Korallenriffe durch Klimawandel, Korallenbleiche und menschliche Aktivitäten. Als korallenabhängiger Fisch ist der Gelbstreifen-Falterfisch direkt vom Zustand der Riffe abhängig. Der Schutz der Korallenriffe im Indischen Ozean ist daher auch für den Erhalt dieser Art von entscheidender Bedeutung.

Quellen

  1. FishBase: Chaetodon xanthocephalusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Chaetodon xanthocephalusiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Michael, S. W. (2004): Angelfishes and Butterflyfishes. TFH Publications.
  5. Allen, G. R. et al. (1998): Reef Fishes of the Indian Ocean. Western Australian Museum.

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