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Gertruds Blauauge (Pseudomugil gertrudae)

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Gertruds Blauauge (Pseudomugil gertrudae)

Bildquelle: chonlasub woravichan / shutterstock.com

Zusammenfassung

Gertruds Blauauge ist ein winziger, aber bezaubernder Nanofisch aus Australien und Neuguinea. Die Männchen beeindrucken mit auffällig gefärbten Flossen und leuchtend blauen Augen. Trotz seiner geringen Größe und kurzen Lebensdauer ist er ein faszinierender Bewohner für Nanoaquarien.

Gertruds Blauauge ist ein winziger, aber bezaubernder Nanofisch aus Australien und Neuguinea. Die Männchen beeindrucken mit auffällig gefärbten Flossen und leuchtend blauen Augen. Trotz seiner geringen Größe und kurzen Lebensdauer ist er ein faszinierender Bewohner für Nanoaquarien.

Steckbrief: Gertruds Blauauge (Pseudomugil gertrudae)
Wissenschaftlicher NamePseudomugil gertrudae
OrdnungÄhrenfischartige (Atheriniformes)
FamilieBlauaugen (Pseudomugilidae)
GattungPseudomugil
Größe2–3 cm
Gewicht0,5–1 g
Lebenserwartung1–2 Jahre
VerbreitungAustralien (Northern Territory, Queensland) und Neuguinea
LebensraumSüßwasser – Sumpfgebiete, langsam fließende Bäche, Tümpel
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 30 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert5.5–7.5
Wasserhärte2–12 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Gertruds Blauauge ist mit 2–3 cm Körperlänge einer der kleinsten Aquarienfische überhaupt. Der Körper ist schlank und transparent bis gelblich, wobei die inneren Organe teilweise sichtbar sind. Das namensgebende Merkmal sind die leuchtend blauen, irisierenden Augen, die im Licht besonders intensiv strahlen.

Die Männchen zeigen auffällig vergrößerte Rücken-, After- und Schwanzflossen mit gelben bis orangefarbenen Tönen und schwarzen Rändern. Diese Flossenornamente werden während der Balz aufgestellt und zur Schau gestellt. Weibchen sind schlichter gefärbt mit kürzeren, transparenten Flossen. Je nach Herkunftspopulation können Färbung und Flossenform erheblich variieren.

Verbreitung & Lebensraum

Gertruds Blauauge kommt im nördlichen Australien (Northern Territory und Queensland) sowie auf der Insel Neuguinea vor. Die Art bewohnt langsam fließende oder stehende Gewässer wie Sumpfgebiete, Tümpel, Gräben und die ruhigen Randbereiche von Bächen.

Die natürlichen Habitate sind oft tanninreich und dicht mit Wasserpflanzen und Falllaub bedeckt. Das Wasser ist häufig weich und leicht sauer, kann aber je nach Standort variieren. Die verschiedenen Populationen in Australien und Neuguinea zeigen teilweise deutliche Unterschiede in Färbung und Flossenform, weshalb manche Aquarianer sie nach Standorten getrennt pflegen.

Lebensweise & Verhalten

Gertruds Blauauge ist ein lebhafter Schwarmfisch, den du in Gruppen von mindestens 8–10 Exemplaren halten solltest. Die Männchen zeigen ein faszinierendes Balzverhalten, bei dem sie ihre Flossen aufstellen und sich gegenseitig imponieren – diese „Flossenparade" findet besonders in den Morgenstunden statt und ist ein bezauberndes Schauspiel.

Die Art ist tagaktiv und hält sich bevorzugt im oberen Wasserbereich auf. Trotz der intensiven Rivalität zwischen den Männchen kommt es nie zu ernsthaften Verletzungen. Gertruds Blauauge ist ausgesprochen friedlich gegenüber anderen Fischarten und eignet sich hervorragend für ruhige Gemeinschaftsaquarien mit anderen Nano-Fischen.

Ernährung

Aufgrund seiner winzigen Größe benötigt Gertruds Blauauge entsprechend feines Futter. Staubfeines Flockenfutter und Mikrogranulat werden als Grundnahrung akzeptiert. Die Futtergröße muss an das kleine Maul angepasst sein – zu große Futterpartikel werden ignoriert.

Besonders wichtig sind feine Lebendfutter und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Mikrowürmer, Essigälchen und Paramecien. Diese proteinreiche Kost fördert die Farbentwicklung und die Ausbildung der Flossenornamente bei den Männchen. Füttere mehrmals täglich in winzigen Portionen, da die kleinen Fische nur sehr wenig auf einmal fressen können.

Fortpflanzung

Die Zucht von Gertruds Blauauge ist im Aquarium gut möglich und wird durch die kurze Lebensdauer der Art geradezu notwendig, um den Bestand zu erhalten. Die Tiere laichen regelmäßig an feinfiedrigen Pflanzen wie Javamoos oder an speziellen Laichmopps. Die Eier sind winzig und werden einzeln an die Pflanzenfasern geheftet.

Die Eier entwickeln sich innerhalb von 10–14 Tagen, abhängig von der Temperatur. Die Jungfische sind extrem klein und benötigen in den ersten Tagen Infusorien oder Paramecien als Erstfutter. Nach etwa einer Woche können sie auf Artemia-Nauplien umgestellt werden. Die Geschlechtsreife wird bereits mit 3–4 Monaten erreicht, was bei der kurzen Lebensdauer von 1–2 Jahren notwendig ist.

Haltung im Aquarium

Gertruds Blauauge eignet sich hervorragend für Nanoaquarien ab 30 Litern. Richte das Becken mit feinfiedrigen Pflanzen, Javamoos, Schwimmpflanzen und etwas Falllaub ein. Ein dunkler Bodengrund lässt die Farben der Fische besonders gut zur Geltung kommen.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5. Die Art ist an verschiedene Wasserbedingungen anpassbar. Vermeide die Vergesellschaftung mit größeren oder hektischen Fischen, die die winzigen Blauaugen stressen oder gar fressen könnten. Ideale Mitbewohner sind Zwergrasboren, Garnelen und andere Nano-Fische ähnlicher Größe.

Gefährdung & Schutzstatus

Gertruds Blauauge wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in Australien und Neuguinea verbreitet und die Bestände gelten als stabil. Lokale Bedrohungen durch invasive Fischarten wie Gambusia können einzelne Populationen beeinträchtigen.

In der Aquaristik wird die Art regelmäßig nachgezüchtet. Aufgrund der kurzen Lebensdauer ist eine kontinuierliche Zucht notwendig, um den Bestand zu erhalten. Verschiedene Standortformen werden von Liebhabern separat erhalten und gezüchtet, um die genetische Vielfalt zu bewahren.

Quellen

  1. FishBase: Pseudomugil gertrudaefishbase.se
  2. IUCN Red List: Pseudomugil gertrudaeiucnredlist.org
  3. Allen, G. R. (1991): Field Guide to the Freshwater Fishes of New Guinea. Christensen Research Institute.
  4. Rainbowfish.info: Spotted Blue-eye – rainbowfish.info

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