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Gestreifter Froschbuntbarsch (Pelvicachromis taeniatus)

4 Min. Lesezeit
Gestreifter Froschbuntbarsch (Pelvicachromis taeniatus)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Gestreifte Froschbuntbarsch ist ein farbenprächtiger Zwergbuntbarsch aus Westafrika, der in zahlreichen Standortvarianten vorkommt. Jede Herkunftspopulation zeigt einzigartige Farbmuster, was die Art zu einem Sammlerobjekt unter Buntbarsch-Liebhabern macht. Paare zeigen eine vorbildliche Brutpflege.

Der Gestreifte Froschbuntbarsch ist ein farbenprächtiger Zwergbuntbarsch aus Westafrika, der in zahlreichen Standortvarianten vorkommt. Jede Herkunftspopulation zeigt einzigartige Farbmuster, was die Art zu einem Sammlerobjekt unter Buntbarsch-Liebhabern macht. Paare zeigen eine vorbildliche Brutpflege.

Steckbrief: Gestreifter Froschbuntbarsch (Pelvicachromis taeniatus)
Wissenschaftlicher NamePelvicachromis taeniatus
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungPelvicachromis
Größe6–9 cm
Gewicht5–15 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungWestafrika (Nigeria, Kamerun)
LebensraumSüßwasser – Bäche und Flüsse im westafrikanischen Regenwald
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 80 Liter
Temperatur22–26 °C
pH-Wert5.5–7.5
Wasserhärte2–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Gestreifte Froschbuntbarsch erreicht eine Körperlänge von 6–9 cm, wobei Männchen etwas größer werden als Weibchen. Die Art zeigt eine enorme Farbvariabilität je nach Herkunftspopulation. Männchen besitzen eine goldgelbe bis olivgrüne Grundfärbung mit einem markanten dunklen Längsband und rötlichen bis violetten Flossenzeichnungen.

Weibchen sind in der Regel noch farbenprächtiger als die Männchen – ein ungewöhnliches Phänomen in der Fischwelt. Sie zeigen einen leuchtend violetten Bauch, der in der Brutzeit besonders intensiv wird. Bekannte Standortvarianten wie „Nigeria Red", „Moliwe", „Kienke" und „Dehane" unterscheiden sich deutlich in der Färbung und werden von Liebhabern separat gepflegt und gezüchtet.

Verbreitung & Lebensraum

Der Gestreifte Froschbuntbarsch ist in Westafrika beheimatet, insbesondere im Küstengebiet Nigerias und Kameruns. Er bewohnt kleine Waldbäche und Nebenflüsse in den tropischen Regenwäldern, wo er in der Bodenzone zwischen Falllaub, Wurzeln und Steinen lebt.

Die verschiedenen Flussysteme haben im Laufe der Evolution isolierte Populationen hervorgebracht, die jeweils eigene Farbmuster entwickelt haben. Das Wasser in seinen natürlichen Habitaten ist meist weich, leicht sauer und durch Huminstoffe bräunlich gefärbt. Der Bodengrund besteht aus Sand und einer dicken Schicht zerfallenden Pflanzenmaterials.

Lebensweise & Verhalten

Der Gestreifte Froschbuntbarsch lebt als Paar und zeigt ein ausgeprägtes Revierverhalten, besonders während der Brutzeit. Außerhalb der Brutphase sind die Tiere relativ friedlich und tolerant gegenüber Mitbewohnern. Das Paar bildet eine enge Bindung und bewohnt gemeinsam ein kleines Revier um einen Höhlen-Laichplatz.

Die Art ist tagaktiv und durchstöbert den Bodenbereich nach Nahrung. Besonders faszinierend ist das Balzverhalten: Das Weibchen präsentiert seinen leuchtend violetten Bauch, indem es sich seitlich vor dem Männchen aufstellt und sich mit gekrümmtem Körper zeigt. Diese „Bauchshow" ist ein Schlüsselsignal für die Partnerwahl und Paarungsbereitschaft.

Ernährung

Der Gestreifte Froschbuntbarsch ist ein Allesfresser, der eine abwechslungsreiche Kost zu schätzen weiß. Im Aquarium akzeptiert er feines Flockenfutter, Granulat und Futtertabletten. Besonders gerne nimmt er Lebend- und Frostfutter an.

Artemia, schwarze und weiße Mückenlarven, Daphnien und kleine Würmer sorgen für eine optimale Ernährung und fördern die Farbentwicklung. Der Fisch durchsucht auch den Bodengrund nach Fressbarem und nimmt dabei Mikroorganismen und organische Partikel auf. Eine proteinreiche Ernährung vor der Brutzeit fördert die Laichbereitschaft.

Fortpflanzung

Die Zucht des Gestreiften Froschbuntbarsches ist im Aquarium gut möglich und besonders lohnend. Das Paar laicht in einer Höhle – Kokosnusshälften, Tonröhren oder natürliche Steinhöhlen werden bevorzugt. Das Weibchen legt 50–150 Eier an die Höhlendecke, die vom Männchen befruchtet werden.

Beide Elternteile betreiben intensive Brutpflege. Das Weibchen bleibt hauptsächlich in der Höhle und bewacht die Eier, während das Männchen das Revier verteidigt. Die Larven schlüpfen nach 3–4 Tagen und werden von beiden Eltern geführt. Das Führen der Jungfischschar durch das Revier ist ein faszinierendes Schauspiel. Die Aufzucht gelingt mit Artemia-Nauplien und feinem Staubfutter.

Haltung im Aquarium

Für ein Paar Gestreifte Froschbuntbarsche eignet sich ein Aquarium ab 80 Litern. Richte das Becken mit feinem Sand, Höhlen (Kokosnusshälften, Tonröhren, Steine), Wurzeln und einer dichten Bepflanzung ein. Falllaub und Erlenzapfen schaffen ein naturnahes Schwarzwasser-Ambiente.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 26 °C liegen, der pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5. Weiches, leicht saures Wasser wird bevorzugt. Die Vergesellschaftung mit friedlichen Oberflächen- und Mittelwasserfischen wie Salmlern und Bärblingen gelingt gut, da die Buntbarsche hauptsächlich den Bodenbereich beanspruchen. Vermeide die Haltung mehrerer Paare in kleinen Becken.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Gestreifte Froschbuntbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet ist er verbreitet, obwohl die Regenwälder Westafrikas zunehmend durch Abholzung und Landwirtschaft bedroht sind.

In der Aquaristik werden die verschiedenen Standortvarianten von engagierten Züchtern erhalten und vermehrt. Diese Erhaltungszucht ist wichtig, da die genetische Vielfalt der verschiedenen Populationen nur durch sorgfältige, nach Herkunft getrennte Zucht bewahrt werden kann. Mischungen verschiedener Standortvarianten sollten vermieden werden.

Quellen

  1. FishBase: Pelvicachromis taeniatusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Pelvicachromis taeniatusseriouslyfish.com
  3. Lamboj, A. (2004): The Cichlid Fishes of Western Africa. Birgit Schmettkamp Verlag.
  4. IUCN Red List: Pelvicachromis taeniatusiucnredlist.org
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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