Der Gestreifte Salamander, auch Zweistreifen-Bachsalamander genannt, ist ein kleiner, schlanker lungenloser Salamander aus dem östlichen Nordamerika. Er lebt bevorzugt an kleinen Waldbächen und Quellen und ist an seinen zwei dunklen Rückenstreifen auf gelbem Grund leicht zu erkennen. Er ist eine der häufigsten Salamanderarten im Nordosten der USA.
| Wissenschaftlicher Name | Eurycea bislineata |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Lungenlose Salamander (Plethodontidae) |
| Gattung | Eurycea |
| Größe | 6–12 cm |
| Gewicht | 1–5 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Östliches Nordamerika (Kanada bis Virginia) |
| Lebensraum | Bäche, Quellen, feuchte Felsen, Waldgewässer |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Gestreifte Salamander ist mit 6–12 cm Gesamtlänge ein kleiner, sehr schlanker Schwanzlurch mit einem langen Schwanz, der mehr als die Hälfte der Gesamtlänge ausmachen kann. Die Grundfarbe ist gelb bis goldbraun, mit zwei deutlichen dunklen Längsstreifen, die vom Auge bis zum Schwanz verlaufen. Zwischen den Streifen liegt ein heller, gelb-orange Rückenstreifen.
Die Bauchseite ist hell gelb und ungezeichnet. Der Körper ist im Querschnitt rund, der Schwanz seitlich leicht abgeflacht. Wie alle Plethodontidae ist er lungenlos und atmet über die feuchte Haut. Die Beine sind dünn und kurz, die Augen klein und vorstehend. Die Art ist leicht mit dem verwandten Dreistreifen-Salamander zu verwechseln, der jedoch eine zusätzliche dunkle Mittellinie besitzt.
Verbreitung & Lebensraum
Der Gestreifte Salamander kommt im nordöstlichen Nordamerika vor – von Südkanada (Quebec, Ontario, New Brunswick) über Neuengland und die Mittelatlantikstaaten bis nach Virginia und West Virginia. Sein Verbreitungsgebiet überlappt im Süden mit dem des Dreistreifen-Salamanders.
Er ist ein typischer Bewohner kleiner, klarer Waldbäche, Quellrinnsale und Sickerquellen. Du findest ihn unter Steinen direkt am Bachrand, in nassen Felsspalten und unter Totholz am Gewässerrand. Er bevorzugt sauberes, kühles, sauerstoffreiches Wasser und ist ein guter Indikator für gesunde Bachökosysteme.
Lebensweise & Verhalten
Der Gestreifte Salamander ist vorwiegend nachtaktiv, aber bei feuchtem, bedecktem Wetter auch tagsüber unter Steinen am Bachrand aktiv. Er ist semi-aquatisch und hält sich meist in unmittelbarer Nähe von Fließgewässern auf, kann aber bei feuchten Bedingungen auch kurze Strecken über Land wandern.
Bei Störung flüchtet er blitzschnell ins Wasser oder unter Steine. Er ist ein guter Schwimmer und kann sich auch im fließenden Wasser geschickt bewegen. Im Winter bleibt er in Quellaustritten und Bachbetten aktiv, da dort die Wassertemperatur selten unter 0 °C sinkt. In Bächen können mehrere Individuen unter demselben Stein gefunden werden.
Ernährung
Der Gestreifte Salamander ernährt sich sowohl von aquatischen als auch terrestrischen Wirbellosen. Im und am Wasser frisst er Bachflohkrebse, Zuckmückenlarven, Eintagsfliegenlarven und kleine Wasserschnecken. An Land kommen Springschwänze, Milben, kleine Spinnen und Ameisen hinzu.
Die Beute wird mit der klebrigen Zunge gefangen. Larven ernähren sich von kleinen aquatischen Wirbellosen und Algen. Die Nahrungssuche findet sowohl im Wasser (zwischen Steinen am Bachgrund) als auch an Land (unter Steinen am Ufer) statt.
Fortpflanzung
Die Paarung findet im Herbst und Frühjahr statt. Das Weibchen legt im Frühjahr oder Frühsommer 12–36 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an der Unterseite von Steinen im Bach ab. Die Eier werden vom Weibchen bewacht und feucht gehalten.
Die Larven schlüpfen nach 4–10 Wochen und leben 1–3 Jahre aquatisch im Bach. Sie besitzen äußere Kiemen und einen Flossensaum am Schwanz. Nach der Metamorphose (bei einer Länge von 3–5 cm) führen die Jungsalamander ein semi-aquatisches Leben am Bachrand. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Gestreifte Salamander kann im Aquaterrarium gehalten werden. Ein Becken ab 60 × 30 × 30 cm mit einem flachen, langsam fließenden Wasserteil und einem feuchten Landteil ist ideal. Der Wasserteil sollte kühles, sauberes Wasser mit einigen flachen Steinen als Verstecke enthalten.
Die Temperatur sollte bei kühlen 14–20 °C liegen. Gefüttert wird mit kleinen Heimchen, Springschwänzen, Asseln, Tubifex und Mückenlarven. Die Art ist in Europa nur selten verfügbar und wird gelegentlich von Spezialisten gezüchtet. Ein guter Filter mit geringer Strömung und regelmäßige Wasserwechsel sind für die Wasserqualität wichtig.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Gestreifte Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Er ist in geeigneten Habitaten im Nordosten der USA und in Südkanada noch häufig anzutreffen und kann an guten Standorten in hohen Dichten vorkommen.
Bedrohungen bestehen durch Gewässerverschmutzung, Sedimentation, Bachverbauung und sauren Regen, der die Wasserchemie in Bergbächen verändert. Als Indikatorart für saubere Gewässer ist sein Vorkommen ein wichtiger Hinweis auf die ökologische Gesundheit von Bachökosystemen. Der Schutz naturnaher Fließgewässer kommt zahlreichen weiteren Arten zugute.
Quellen
- AmphibiaWeb: Eurycea bislineata – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Eurycea bislineata – iucnredlist.org
- Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
- Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
