Der Glasbuntbarsch, auch Starry Night Cichlid oder Marakely genannt, ist ein beeindruckender Buntbarsch aus Madagaskar. Mit seiner schwarzen Grundfärbung übersät mit goldenen bis weißen Glanzpunkten erinnert er an einen Sternenhimmel. Als bedrohte endemische Art Madagaskars hat seine Haltung auch einen Artenschutzaspekt.
| Wissenschaftlicher Name | Paratilapia polleni |
| Ordnung | Buntbarschartige (Cichliformes) |
| Familie | Buntbarsche (Cichlidae) |
| Gattung | Paratilapia |
| Größe | 20–30 cm |
| Gewicht | 100–300 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Madagaskar (endemisch) |
| Lebensraum | Süßwasser – Flüsse und Seen Madagaskars |
| Schutzstatus | Gefährdet (VU) – IUCN |
| Aquarium | ab 300 Liter |
| Temperatur | 22–28 °C |
| pH-Wert | 6.5–8.0 |
| Wasserhärte | 5–20 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Glasbuntbarsch erreicht eine stattliche Körperlänge von 20–30 cm und besitzt einen kräftigen, hochrückigen Körperbau. Die Grundfärbung adulter Tiere ist tiefschwarz, übersät mit zahlreichen goldenen bis weißen Glanzpunkten auf den Schuppen, die dem Fisch den englischen Namen „Starry Night Cichlid" eingebracht haben.
Jungtiere zeigen eine silbrig-graue Grundfarbe mit dunklen Flecken und entwickeln die typische Schwarzfärbung erst mit zunehmendem Alter. Die Augen sind relativ groß und rotbraun. Männchen werden größer als Weibchen und entwickeln mit dem Alter einen leichten Stirnbuckel. Die Flossen sind schwarz mit goldenen Punkten, die Rückenflosse ist lang und spitz ausgezogen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Glasbuntbarsch ist auf Madagaskar endemisch und kommt nur dort natürlich vor. Er bewohnt Flüsse, Seen und Sümpfe in verschiedenen Regionen der Insel, wobei er klare bis leicht trübe Gewässer mit felsigem oder sandigem Grund bevorzugt.
Die Frischwasserökosysteme Madagaskars gehören zu den am stärksten bedrohten der Welt. Abholzung, Erosion, invasive Fischarten (insbesondere Tilapia-Arten) und Überfischung haben die Bestände vieler endemischer Fischarten drastisch reduziert. Der Glasbuntbarsch ist davon nicht ausgenommen und sein Lebensraum schrumpft stetig.
Lebensweise & Verhalten
Der Glasbuntbarsch ist ein territorialer Raubfisch, der ein festes Revier beansprucht und dieses energisch gegen Eindringlinge verteidigt. Er ist tagaktiv und durchstreift sein Revier auf der Suche nach Nahrung. Trotz seiner Größe und seines Raubfischverhaltens ist er gegenüber gleichgroßen, robusten Beifischen oft erstaunlich verträglich.
Paare bilden feste Bindungen und zeigen ein ausgeprägtes Brutpflegeverhalten. Die Kommunikation zwischen den Partnern erfolgt über Farbwechsel und Körperhaltungen. Gestresste oder unterlegene Tiere können ihre Farbe schnell aufhellen, während dominante, wohlfühlende Exemplare die intensivste Schwarzfärbung zeigen.
Ernährung
Der Glasbuntbarsch ist ein Raubfisch, der sich in der Natur von kleineren Fischen, Krebstieren, Insektenlarven und anderen Wirbellosen ernährt. Im Aquarium biete ihm kräftiges Frostfutter wie Stinte, Garnelen, Muschelfleisch und große Mückenlarven an.
Auch hochwertiges Cichliden-Granulat und Pelletfutter in passender Größe werden bereitwillig angenommen. Regenwürmer sind ein besonderer Leckerbissen. Vermeide die Fütterung mit lebenden Futterfischen, da dies Krankheiten übertragen kann und ethisch fragwürdig ist. Eine abwechslungsreiche, proteinreiche Ernährung fördert das Wachstum und die Farbentwicklung.
Fortpflanzung
Die Zucht des Glasbuntbarsches ist im Aquarium möglich und aufgrund des bedrohten Status der Art auch besonders wünschenswert. Das Paar laicht auf einem zuvor gereinigten flachen Stein oder einer anderen glatten Oberfläche. Das Weibchen legt mehrere hundert Eier ab, die von beiden Elternteilen bewacht werden.
Die Brutpflege ist intensiv – beide Eltern bewachen und befächeln das Gelege und verteidigen die Jungfische nach dem Schlüpfen energisch. Die Larven schlüpfen nach 3–5 Tagen und werden von den Eltern geführt. Die Aufzucht der Jungfische gelingt mit Artemia-Nauplien und feinem Cichliden-Granulat. Jede erfolgreiche Nachzucht trägt zum Erhalt dieser bedrohten Art bei.
Haltung im Aquarium
Für den Glasbuntbarsch benötigst du ein großes Aquarium ab 300 Litern mit kräftiger Filterung und regelmäßigen Wasserwechseln. Richte das Becken mit großen Steinen, Wurzeln und robusten Pflanzen ein, die dem kräftigen Fisch standhalten. Der Bodengrund sollte aus Sand oder feinem Kies bestehen.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 6,5 und 8,0. Die Art ist bezüglich der Wasserwerte relativ tolerant. Die Vergesellschaftung mit gleichgroßen, robusten Buntbarschen oder großen Welsen ist möglich. Kleine Fische werden als Beute betrachtet. Die Haltung als Paar ist am empfehlenswertesten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Glasbuntbarsch wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind der Verlust seines Lebensraums durch Abholzung und Erosion, die Konkurrenz durch eingeführte invasive Fischarten wie Tilapia und die Überfischung als Speisefisch auf Madagaskar.
Die Nachzucht im Aquarium spielt eine wichtige Rolle für den Artenschutz. Engagierte Aquarianer und Artenschutzprogramme arbeiten daran, stabile Zuchtpopulationen aufzubauen, die als genetische Reserve dienen können. Der Kauf von Nachzuchten anstelle von Wildfängen ist daher bei dieser Art besonders wichtig und unterstützt den Erhalt der Wildpopulationen.
Quellen
- FishBase: Paratilapia polleni – fishbase.se
- IUCN Red List: Paratilapia polleni – iucnredlist.org
- Sparks, J. S. & Stiassny, M. L. J. (2003): Introduction to the Freshwater Fishes of Madagascar. In: The Natural History of Madagascar. University of Chicago Press.
- Loiselle, P. V. (2006): A review of the Malagasy Pachychrominae. Zootaxa, 1310, 1–122.
- De Rham, P. & Nourissat, J. C. (2004): The Endemic Cichlids of Madagascar. Association France Cichlid.
