Frösche

Goldbaumsteiger (Phyllobates bicolor)

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Goldbaumsteiger (Phyllobates bicolor)

Bildquelle: Dirk Ercken / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Goldbaumsteiger ist der zweitgiftigste Frosch der Welt – nach seinem nahen Verwandten, dem Goldenen Pfeilgiftfrosch. Er produziert das hochtoxische Batrachotoxin in seiner Haut, das von den indigenen Emberá-Völkern Kolumbiens zum Vergiften von Blasrohrpfeilen genutzt wird. Seine leuchtend goldgelbe Färbung signalisiert diese extreme Giftigkeit.

Der Goldbaumsteiger ist der zweitgiftigste Frosch der Welt – nach seinem nahen Verwandten, dem Goldenen Pfeilgiftfrosch. Er produziert das hochtoxische Batrachotoxin in seiner Haut, das von den indigenen Emberá-Völkern Kolumbiens zum Vergiften von Blasrohrpfeilen genutzt wird. Seine leuchtend goldgelbe Färbung signalisiert diese extreme Giftigkeit.

Steckbrief: Goldbaumsteiger (Phyllobates bicolor)
Wissenschaftlicher NamePhyllobates bicolor
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieDendrobatidae
GattungPhyllobates
Größe3–4,5 cm
Gewicht5–8 g
Lebenserwartung8–15 Jahre
VerbreitungKolumbien (Chocó-Region)
LebensraumTropische Regenwälder des pazifischen Tieflands
SchutzstatusGefährdet (EN) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Goldbaumsteiger erreicht eine Körperlänge von 3–4,5 cm und ist damit etwas kleiner als sein Verwandter P. terribilis. Die Oberseite ist leuchtend goldgelb bis orange gefärbt, während die Beine und der untere Körperbereich dunkelblau bis schwarz sind – daher der englische Name „Black-legged Poison Frog". Dieses zweifarbige Muster (bi-color) ist namensgebend für die Art.

Die Haut ist glatt und glänzend und enthält in der Natur das hochgiftige Alkaloid Batrachotoxin – dieselbe Substanz, die auch bei P. terribilis vorkommt, allerdings in geringerer Konzentration. Ein einziger Frosch enthält genug Gift, um mehrere Menschen zu töten. In Gefangenschaft gezüchtete Tiere sind jedoch völlig ungiftig, da das Batrachotoxin aus der Nahrung (bestimmte Käfer der Familie Melyridae) stammt.

Verbreitung & Lebensraum

Der Goldbaumsteiger ist in der Chocó-Region im Westen Kolumbiens endemisch. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf die tropischen Regenwälder des pazifischen Tieflands im Departamento Chocó, in Höhenlagen von 100 bis 500 m. Das Verbreitungsgebiet ist relativ klein und fragmentiert.

Die Art bewohnt den Boden primärer und sekundärer Regenwälder in der Nähe von Fließgewässern. Sie bevorzugt feuchte, schattige Bereiche mit dichtem Unterwuchs und reichlich Falllaub. Die extrem hohen Niederschläge der Chocó-Region (bis zu 13.000 mm pro Jahr) schaffen ideale Bedingungen für diese feuchtigkeitsabhängige Art.

Lebensweise & Verhalten

Der Goldbaumsteiger ist tagaktiv und lebt am Boden des Regenwaldes. Er ist mutig und zeigt wenig Scheu vor potenziellen Fressfeinden – seine leuchtende Warnfärbung bietet ihm ausreichend Schutz. Die Art lebt in kleinen Gruppen oder Paaren und zeigt ein ausgeprägtes Sozialverhalten.

Männchen sind territorial und verteidigen ihre Reviere mit lauten, trillernden Rufen. Bei Konflikten zwischen Männchen kommt es zu Ringkämpfen, bei denen sich die Kontrahenten mit den Vorderbeinen umklammern. Die Art kommuniziert sowohl akustisch als auch visuell – die auffällige Färbung dient neben der Warnung auch der Artkennung.

Ernährung

Der Goldbaumsteiger ernährt sich von kleinen Wirbellosen, hauptsächlich Ameisen, Termiten, Milben und kleinen Käfern. In der Natur nimmt er über bestimmte Käfer der Familie Melyridae die Vorstufen des Batrachotoxins auf, das in seiner Haut eingelagert wird. Diese Nahrungsquelle ist spezifisch für die Chocó-Region.

In der Terrarienhaltung werden Goldbaumsteiger mit Fruchtfliegen, Springschwänzen und kleinen Grillen gefüttert. Da die toxischen Nahrungsquellen in Gefangenschaft fehlen, sind Nachzuchttiere völlig ungiftig. Eine regelmäßige Vitamin- und Kalziumsupplementierung der Futtertiere ist wichtig für die Gesundheit der Frösche.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt. Das Männchen lockt das Weibchen mit seinem Ruf zu einem geeigneten Eiablageplatz, meist einer glatten Oberfläche unter Laub oder auf einem Stein. Das Weibchen legt 15–30 Eier ab, die vom Männchen befruchtet und anschließend bewacht werden.

Das Männchen zeigt intensive Brutpflege: Es bewacht die Eier, hält sie feucht und transportiert die geschlüpften Kaulquappen auf seinem Rücken zu geeigneten Wasseransammlungen. Die Kaulquappen entwickeln sich über 60–90 Tage zu fertigen Fröschen. Die Geschlechtsreife wird nach etwa einem Jahr erreicht.

Haltung im Terrarium

Die Haltung des Goldbaumsteigers ist für erfahrene Dendrobatenhalter möglich. Ein Regenwaldterrarium ab 60 × 40 × 40 cm ist für ein Paar geeignet. Die Einrichtung umfasst eine Drainageschicht, tropisches Substrat, Moos, Bromelien, Wurzeln und ein kleines Wasserbecken. Die Temperatur sollte tagsüber bei 24–27 °C liegen.

Die Luftfeuchtigkeit muss bei 80–100 % gehalten werden. Nachzuchttiere sind völlig ungiftig und können bedenkenlos gehandhabt werden. Die Art steht unter CITES-Schutz (Anhang II), und der Handel ist reguliert. Du solltest nur Nachzuchten aus seriösen Quellen erwerben. Die Art ist im spezialisierten Fachhandel gelegentlich als Nachzucht erhältlich.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Goldbaumsteiger wird von der IUCN als „Endangered" (gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind die Abholzung der Regenwälder in der Chocó-Region für Holzeinschlag, Bergbau und landwirtschaftliche Nutzung. Auch illegaler Fang für den Tierhandel stellt ein Problem dar.

Die Art ist in CITES Anhang II gelistet und in Kolumbien national geschützt. Schutzmaßnahmen umfassen die Einrichtung von Naturschutzgebieten in der Chocó-Region und die Bekämpfung des illegalen Handels. Die Chocó-Region gehört zu den biodiversitätsreichsten und gleichzeitig am stärksten bedrohten Ökosystemen der Welt.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Phyllobates bicoloramphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Phyllobates bicoloriucnredlist.org
  3. Lötters, S. et al. (2007): Poison Frogs – Biology, Species & Captive Husbandry. Edition Chimaira.
  4. Daly, J. W. et al. (2005): The chemistry of poisons in amphibian skin. PNAS, 102(39), 14159–14164.
  5. Myers, C. W. & Daly, J. W. (1983): Dart-poison frogs. Scientific American, 248(2), 120–133.

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