Frösche

Goldener Mantella (Mantella aurantiaca)

4 Min. Lesezeit
Goldener Mantella (Mantella aurantiaca)

Bildquelle: Swaroop Pixs / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Goldene Mantella ist einer der farbenprächtigsten und gleichzeitig am stärksten bedrohten Frösche Madagaskars. Seine leuchtend goldorange Färbung warnt Fressfeinde vor seinen giftigen Hautsekreten. Die Art kommt nur in einem winzigen Gebiet im zentralen Hochland Madagaskars vor und ist durch Habitatverlust und Übersammlung für den Tierhandel vom Aussterben bedroht.

Der Goldene Mantella ist einer der farbenprächtigsten und gleichzeitig am stärksten bedrohten Frösche Madagaskars. Seine leuchtend goldorange Färbung warnt Fressfeinde vor seinen giftigen Hautsekreten. Die Art kommt nur in einem winzigen Gebiet im zentralen Hochland Madagaskars vor und ist durch Habitatverlust und Übersammlung für den Tierhandel vom Aussterben bedroht.

Steckbrief: Goldener Mantella (Mantella aurantiaca)
Wissenschaftlicher NameMantella aurantiaca
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieMantellidae
GattungMantella
Größe2–3 cm
Gewicht2–5 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungMadagaskar (sehr eingeschränktes Verbreitungsgebiet)
LebensraumSumpfwälder, feuchte Waldgebiete des östlichen Hochlands
SchutzstatusVom Aussterben bedroht (CR) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Goldene Mantella ist ein kleiner, kompakter Frosch mit einer Körperlänge von nur 2–3 cm. Die gesamte Körperoberfläche ist einheitlich leuchtend goldorange bis orangerot gefärbt – eine der intensivsten Orangefärbungen im gesamten Tierreich. Die Haut ist glatt und glänzend, was den Frosch wie ein kleines Schmuckstück des Regenwaldes erscheinen lässt.

Die Augen sind dunkel mit schwarzen Pupillen, was einen reizvollen Kontrast zur leuchtenden Körperfarbe bildet. Die Finger und Zehen sind schlank und ohne Schwimmhäute oder deutlich verbreiterte Haftscheiben. Die Haut enthält verschiedene Alkaloide, die aus der Nahrung aufgenommen werden und den Frosch für Fressfeinde ungenießbar machen. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden.

Verbreitung & Lebensraum

Der Goldene Mantella hat eines der kleinsten Verbreitungsgebiete aller Froscharten weltweit. Er kommt ausschließlich in einem Gebiet von weniger als 10 km² im zentralen Hochland Madagaskars vor, in der Region um Moramanga und Torotorofotsy im Osten der Insel. Die Höhenlage beträgt etwa 900–960 m.

Die Art bewohnt Pandanus-Sumpfwälder und deren Ränder – ein äußerst spezialisierter Lebensraum. Sie ist an feuchte, sumpfige Waldgebiete mit dichtem Unterwuchs und reichlich Falllaub gebunden. Die Sumpfwälder sind saisonalen Überschwemmungen ausgesetzt, die für die Fortpflanzung der Art entscheidend sind.

Lebensweise & Verhalten

Der Goldene Mantella ist tagaktiv und lebt auf dem Waldboden der Sumpfwälder. Er ist in kleinen Gruppen oder lockeren Kolonien anzutreffen, wobei die Tiere auf dem Laub und zwischen Wurzeln nach Nahrung suchen. Die leuchtende Warnfärbung erlaubt ihm ein Leben ohne Furcht vor Fressfeinden.

Männchen sind territorial und verteidigen kleine Reviere mit leisen, pulsierenden Klicklauten. Die Rufe sind sehr leise und nur auf wenige Meter Entfernung hörbar. In der Trockenzeit reduziert sich die Aktivität, und die Tiere ziehen sich in feuchte Verstecke unter Laub und Holz zurück. Die Art ist empfindlich gegenüber Veränderungen der Feuchtigkeit und Temperatur.

Ernährung

Der Goldene Mantella ernährt sich ausschließlich von kleinen Wirbellosen. Hauptnahrung sind Ameisen, Termiten, Milben und Springschwänze. Wie die südamerikanischen Pfeilgiftfrösche (mit denen er ein Beispiel konvergenter Evolution darstellt) nimmt er über bestimmte Beutetiere Alkaloide auf, die in der Haut eingelagert werden.

In Gefangenschaft werden die Frösche mit Fruchtfliegen, Springschwänzen und kleinen Wachsmottenlarven gefüttert. Die Futtertiere sollten regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Da die natürlichen toxischen Nahrungsquellen in Gefangenschaft fehlen, sind Nachzuchttiere ungiftig.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit (November bis März) statt. Die Männchen rufen von erhöhten Positionen auf dem Waldboden und locken Weibchen an. Nach der Paarung legt das Weibchen 20–60 weiße Eier auf feuchtem Laub oder Moos an Land ab, meist in der Nähe von temporären Gewässern.

Die Eier entwickeln sich an Land, und die Kaulquappen schlüpfen nach 10–14 Tagen. Bei einsetzendem Regen werden sie in nahegelegene Wasseransammlungen gespült, wo sie ihre Entwicklung abschließen. Die Metamorphose dauert etwa 45–65 Tage. Die Jungtiere sind zunächst braun-schwarz gefärbt und entwickeln die charakteristische Goldorange-Färbung erst nach einigen Wochen.

Haltung im Terrarium

Der Goldene Mantella wird in der Terraristik geschätzt, erfordert aber verantwortungsvolle Haltung aufgrund seines kritischen Gefährdungsstatus. Ein Regenwaldterrarium ab 60 × 40 × 40 cm ist für eine Gruppe von 4–6 Tieren geeignet. Die Einrichtung umfasst Moos, Falllaub, kleine Bromelien, Korkrinden als Verstecke und einen flachen Wasserbereich.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 20–24 °C liegen (nicht zu warm!), nachts bei 16–18 °C. Die Luftfeuchtigkeit muss bei 75–90 % liegen. Der Goldene Mantella wird in CITES Anhang II geführt, und der Handel ist streng reguliert. Du solltest ausschließlich Nachzuchten aus seriösen Zuchtprojekten erwerben und möglichst an Erhaltungszuchtprogrammen teilnehmen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Goldene Mantella wird von der IUCN als „Critically Endangered" (vom Aussterben bedroht) eingestuft. Die extrem eingeschränkte Verbreitung auf weniger als 10 km² macht die Art äußerst verwundbar. Die Hauptbedrohungen sind die Abholzung und Umwandlung der Sumpfwälder für Landwirtschaft (insbesondere Reisanbau) und Holzkohleproduktion.

Auch die Übersammlung für den internationalen Tierhandel hat in der Vergangenheit die Populationen belastet. CITES-Handelsquoten und nationale Schutzmaßnahmen sollen den Fang regulieren. Das Torotorofotsy-Feuchtgebiet wurde als Ramsar-Schutzgebiet ausgewiesen. Internationale Zuchtprogramme in Zoos (darunter der Chester Zoo und der Zoo Zürich) tragen zur Bestandssicherung bei.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Mantella aurantiacaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Mantella aurantiacaiucnredlist.org
  3. Vences, M. et al. (2004): Natural history, morphology and conservation of Mantella aurantiaca. Herpetological Review, 35(4), 345–347.
  4. Andreone, F. et al. (2005): Mantella cowani and Mantella aurantiaca: conservation status and threats. Oryx, 39(1), 72–78.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken