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Goldener Schwertträger (Xiphophorus hellerii)

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Goldener Schwertträger (Xiphophorus hellerii)

Bildquelle: Artem Avetisyan / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Goldene Schwertträger ist eine leuchtend goldgelbe Zuchtform des Schwertträgers aus Mittelamerika. Sein namensgebendes Merkmal ist die schwertartige Verlängerung der unteren Schwanzflosse bei den Männchen. Als lebendgebärender Fisch ist er pflegeleicht und vermehrt sich bereitwillig im Aquarium.

Der Goldene Schwertträger ist eine leuchtend goldgelbe Zuchtform des Schwertträgers aus Mittelamerika. Sein namensgebendes Merkmal ist die schwertartige Verlängerung der unteren Schwanzflosse bei den Männchen. Als lebendgebärender Fisch ist er pflegeleicht und vermehrt sich bereitwillig im Aquarium.

Steckbrief: Goldener Schwertträger (Xiphophorus hellerii)
Wissenschaftlicher NameXiphophorus hellerii
OrdnungZahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
FamilieLebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)
GattungXiphophorus
Größe8–12 cm (Männchen mit Schwert)
Gewicht5–15 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungMittelamerika (Mexiko bis Honduras)
LebensraumSüßwasser – Flüsse, Bäche und Seen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 100 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert7.0–8.5
Wasserhärte10–25 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Goldene Schwertträger erreicht eine Körperlänge von 8–12 cm (Männchen inklusive Schwert) und besitzt einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körperbau. Die goldgelbe Zuchtform zeigt eine leuchtend gelbe bis orangegelbe Grundfärbung über den gesamten Körper. Die Wildform ist dagegen olivgrün mit einem roten Seitenstreifen.

Das markanteste Merkmal der Männchen ist das „Schwert" – eine schwertartige Verlängerung der unteren Schwanzflosse, die fast so lang werden kann wie der Körper selbst. Dieses Schwert ist oft kontrastreich dunkel gesäumt. Weibchen besitzen kein Schwert und sind deutlich fülliger. Die Afterflosse der Männchen ist zum Gonopodium umgebildet, einem Begattungsorgan für die innere Befruchtung.

Verbreitung & Lebensraum

Der Schwertträger stammt ursprünglich aus Mittelamerika, von Mexiko über Guatemala und Belize bis Honduras. Er bewohnt dort fließende und stehende Gewässer wie Flüsse, Bäche, Seen und Quellbereiche mit klarem, oft kalkhaltigem Wasser. Die goldene Zuchtform kommt in der Natur nicht vor.

Als anpassungsfähiger Fisch wurde der Schwertträger weltweit in viele tropische und subtropische Gewässer eingeführt, wo er sich als invasive Art etabliert hat. Sein natürlicher Lebensraum zeichnet sich durch mittelhartes bis hartes, leicht alkalisches Wasser mit reichlich Vegetation und moderater Strömung aus.

Lebensweise & Verhalten

Der Goldene Schwertträger ist ein lebhafter, aktiver Schwimmer, der sich in allen Wasserbereichen aufhält. Männchen zeigen ein ausgeprägtes Balzverhalten und imponieren den Weibchen mit ihrem Schwert und intensivierten Farben. Unter Männchen kann es zu Rangkämpfen kommen, die meist harmlos verlaufen.

Ein bemerkenswertes Phänomen ist die Möglichkeit der Geschlechtsumwandlung: Ältere Weibchen können sich unter bestimmten Umständen in funktionelle Männchen umwandeln und ein Schwert entwickeln. Dieser Vorgang ist irreversibel. Halte idealerweise ein Männchen mit mehreren Weibchen, um Stress durch ständige Balzverfolgung zu minimieren. Die Art ist grundsätzlich friedlich und gesellig.

Ernährung

Der Goldene Schwertträger ist ein anspruchsloser Allesfresser, der praktisch jedes gängige Aquarienfutter annimmt. Hochwertiges Flockenfutter und Granulat bilden die Basis der täglichen Ernährung. Der Schwertträger frisst auch gerne pflanzliche Kost und Algenaufwuchs.

Ergänze den Speiseplan mit Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven und Daphnien sowie mit pflanzlicher Kost wie überbrühtem Spinat oder Algenblättern. Eine ausgewogene Ernährung mit pflanzlichen und tierischen Anteilen fördert die Gesundheit und die leuchtend goldene Färbung. Füttere in moderaten Mengen – Schwertträger neigen bei Überfütterung zu Verfettung.

Fortpflanzung

Der Goldene Schwertträger ist ein Lebendgebärender – die Weibchen bringen alle 4–6 Wochen lebende, voll entwickelte Jungfische zur Welt. Die innere Befruchtung erfolgt über das Gonopodium des Männchens. Ein einziges Weibchen kann nach einer Befruchtung mehrere Würfe hervorbringen, da es Spermien speichern kann.

Pro Wurf kommen 20–80 Jungfische zur Welt, die sofort selbstständig schwimmen und fressen können. Die Elterntiere betreiben keine Brutpflege und können die Jungfische sogar als Beute betrachten. Für eine erfolgreiche Aufzucht biete dichten Pflanzenwuchs oder Schwimmpflanzen als Verstecke für die Neugeborenen. Die Jungfische wachsen schnell und erreichen die Geschlechtsreife mit 4–6 Monaten.

Haltung im Aquarium

Für eine Gruppe Goldener Schwertträger benötigst du ein Aquarium ab 100 Litern mit einer Kantenlänge von mindestens 80 cm, da die Tiere aktive Schwimmer sind und viel Platz brauchen. Eine dichte Bepflanzung in Kombination mit freiem Schwimmraum ist ideal. Eine Abdeckung ist empfehlenswert, da Schwertträger gelegentlich springen.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 7,0 und 8,5 bei mittelhartem bis hartem Wasser. Halte ein Geschlechterverhältnis von einem Männchen zu 2–3 Weibchen ein, um Stress durch Dauerverfolgung zu vermeiden. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen, nicht zu kleinen Arten gelingt problemlos – Platys, Mollys, Salmler und Panzerwelse sind ideale Mitbewohner.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Schwertträger wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Wildpopulationen in Mittelamerika sind stabil, und die Art hat sich als invasiver Fisch in vielen tropischen Regionen weltweit etabliert. In einigen Gebieten kann er einheimische Fischarten verdrängen.

In der Aquaristik gehört der Schwertträger seit über 100 Jahren zu den beliebtesten Zierfischen und wird in zahllosen Farbvarianten gezüchtet. Die goldgelbe Zuchtform ist eine der bekanntesten. Die kommerzielle Zucht erfolgt weltweit in großem Maßstab, sodass kein Wildfangbedarf besteht. Der Schwertträger ist auch ein wichtiger Modellorganismus in der biologischen und medizinischen Forschung.

Quellen

  1. FishBase: Xiphophorus helleriifishbase.se
  2. Seriously Fish: Xiphophorus helleriiseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Xiphophorus helleriiiucnredlist.org
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
  5. Hieronimus, H. (2011): Guppys, Platys, Mollys und andere Lebendgebärende. Dähne Verlag.

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