Der Goldene Zwergkaiserfisch gehört zu den seltensten und begehrtesten Zwergkaiserfischen in der Meerwasseraquaristik. Seine leuchtend orange-goldene Färbung und seine scheue Lebensweise in den Tiefen der Korallenriffe machen ihn zu einem begehrten Juwel für erfahrene Meerwasseraquarianer.
| Wissenschaftlicher Name | Centropyge aurantia |
| Ordnung | Barschartige (Perciformes) |
| Familie | Kaiserfische (Pomacanthidae) |
| Gattung | Centropyge |
| Größe | 7–10 cm |
| Gewicht | 10–25 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Westlicher Pazifik (Samoa, Papua-Neuguinea, Mikronesien) |
| Lebensraum | Salzwasser – tiefe Korallenriffe und Steilwände, 15–60 m Tiefe |
| Schutzstatus | Unzureichende Datenlage (DD) – IUCN |
| Aquarium | ab 150 Liter (Meerwasser) |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Goldene Zwergkaiserfisch erreicht eine Körperlänge von 8–10 cm und besticht durch seine einheitlich leuchtend orange-goldene Färbung, die ihn unverwechselbar macht. Der Körper ist hochrückig und seitlich abgeflacht, typisch für Zwergkaiserfische. Rücken- und Afterflosse sind schmal blau gesäumt, was einen dezenten, aber wirkungsvollen Kontrast zur Grundfärbung bildet.
Die Augen sind relativ groß und dunkel, das Maul klein und leicht unterständig. Ein kräftiger Stachel am Kiemendeckel – ein Merkmal aller Kaiserfische – dient der Verteidigung. Jungtiere sind etwas blasser gefärbt als adulte Exemplare. Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden, wobei Männchen tendenziell etwas größer werden.
Verbreitung & Lebensraum
Der Goldene Zwergkaiserfisch kommt im westlichen Pazifik vor, mit Nachweisen von Papua-Neuguinea über Samoa bis nach Mikronesien. Er bevorzugt tiefe Korallenriffe und Steilwände in Tiefen von 15–60 Metern, was ihn schwer zu beobachten und zu fangen macht und zu seiner Seltenheit im Handel beiträgt.
In seinem natürlichen Lebensraum hält sich der Fisch bevorzugt in der Nähe von Spalten und Höhlen in Riffwänden auf, in die er sich bei Gefahr blitzschnell zurückzieht. Er ist ein scheuer Einzelgänger oder lebt in kleinen Gruppen mit einem dominanten Männchen und mehreren Weibchen – ein typisches Haremssystem, wie es bei vielen Zwergkaiserfischen vorkommt.
Lebensweise & Verhalten
Der Goldene Zwergkaiserfisch ist ein scheuer und zurückhaltender Fisch, der sich bevorzugt in der Nähe von Versteckmöglichkeiten aufhält. Er ist tagaktiv, zeigt sich aber weniger offen als andere Zwergkaiserfische und verschwindet bei der geringsten Störung in Spalten und Höhlen. In der Natur lebt er oft einzeln oder in kleinen Harems.
Wie alle Centropyge-Arten ist auch der Goldene Zwergkaiserfisch ein protogynischer Hermaphrodit – das bedeutet, alle Tiere werden zunächst als Weibchen geboren und das dominante Tier wandelt sich bei Bedarf zum Männchen um. Diese Geschlechtsumwandlung ist irreversibel und wird durch soziale Hierarchie gesteuert.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Goldene Zwergkaiserfisch hauptsächlich von Algenaufwuchs, Schwämmen und kleinen Wirbellosen, die er von Riffoberflächen abweidet. Im Meerwasseraquarium kann die Eingewöhnung an Ersatzfutter herausfordernd sein, da die Art anfangs oft fressscheu reagiert.
Biete eine abwechslungsreiche Kost aus hochwertigem Frostfutter (Mysis, Artemia, fein gehacktes Muschelfleisch), Nori-Algenblättern und speziellem Zwergkaiserfisch-Futter an. Lebende Artemia können helfen, scheue Neuzugänge zum Fressen zu bewegen. Mehrere kleine Fütterungen über den Tag verteilt entsprechen eher dem natürlichen Fressverhalten.
Fortpflanzung
Über die Fortpflanzung des Goldenen Zwergkaiserfisches ist aufgrund seiner Seltenheit und seiner Vorliebe für tiefe Riffbereiche relativ wenig bekannt. Wie andere Centropyge-Arten laicht er vermutlich in der Dämmerung, wobei das Paar kurz über das Riff aufsteigt und Eier sowie Spermien ins freie Wasser abgibt.
Die pelagischen Eier treiben im Plankton und die Larven durchlaufen eine mehrwöchige Planktonphase, bevor sie sich am Riff niederlassen. Eine Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert und wäre aufgrund der anspruchsvollen Larvenaufzucht äußerst schwierig. Die meisten Exemplare im Handel sind Wildfänge.
Haltung im Aquarium
Der Goldene Zwergkaiserfisch benötigt ein gut eingefahrenes Meerwasseraquarium ab 200 Litern mit reichlich Lebendgestein, das zahlreiche Versteckmöglichkeiten und Algenaufwuchs bietet. Stabile Wasserwerte sind essenziell: Die Salinität sollte bei 1,023–1,026 liegen, die Temperatur bei 24–27 °C und der pH-Wert bei 8,1–8,4.
Aufgrund seiner Seltenheit und des hohen Preises ist dieser Fisch nur erfahrenen Meerwasseraquarianern zu empfehlen. Die Haltung in einem Riffaquarium ist möglich, allerdings besteht ein gewisses Risiko, dass er an Korallen – insbesondere an LPS- und Weichkorallen – zupft. Eine Einzelhaltung oder die Pflege in einem Harem (ein Männchen mit mehreren Weibchen) ist ratsam.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Goldene Zwergkaiserfisch wird von der IUCN als „Data Deficient" (unzureichende Datenlage) eingestuft. Über die Populationsgrößen und -trends ist wenig bekannt, da die Art in tiefen Riffbereichen lebt und schwer zu erfassen ist. Die Sammlung für den Aquarienhandel betrifft nur geringe Stückzahlen.
Als Bewohner tiefer Korallenriffe ist der Goldene Zwergkaiserfisch indirekt durch den Klimawandel und die Korallenbleiche bedroht, obwohl tiefere Riffbereiche tendenziell weniger von Bleichereignissen betroffen sind. Ein nachhaltiger Fang und der Schutz seiner Riffhabitate sind dennoch wichtig.
Quellen
- FishBase: Centropyge aurantia – fishbase.se
- IUCN Red List: Centropyge aurantia – iucnredlist.org
- Allen, G. R., Steene, R. & Allen, M. (1998): A Guide to Angelfishes and Butterflyfishes. Odyssey Publishing.
- Debelius, H. & Baensch, H. A. (1997): Meerwasser Atlas. Mergus Verlag.
- Pyle, R. L. (2003): A Systematic Treatment of the Reef-Fish Family Pomacanthidae. Zootaxa.
