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Goldfisch (Carassius auratus)

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Goldfisch (Carassius auratus)

Bildquelle: Andrej Jakubik / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Goldfisch ist der älteste und bekannteste Zierfisch der Welt und wird seit über 1.000 Jahren in China gezüchtet. Er ist robuster und langlebiger als viele denken – bei artgerechter Haltung kann er über 30 Jahre alt und bis zu 35 cm groß werden. Ein Goldfischglas ist für seine Haltung absolut ungeeignet.

Der Goldfisch ist der älteste und bekannteste Zierfisch der Welt und wird seit über 1.000 Jahren in China gezüchtet. Er ist robuster und langlebiger als viele denken – bei artgerechter Haltung kann er über 30 Jahre alt und bis zu 35 cm groß werden. Ein Goldfischglas ist für seine Haltung absolut ungeeignet.

Steckbrief: Goldfisch (Carassius auratus)
Wissenschaftlicher NameCarassius auratus
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungCarassius
Größe15–35 cm
Gewicht50–1.500 g
Lebenserwartung10–30 Jahre
VerbreitungUrsprünglich China, heute weltweit domestiziert
LebensraumSüßwasser – stehende und langsam fließende Gewässer, Teiche, Seen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 200 Liter (kein Goldfischglas!)
Temperatur10–24 °C
pH-Wert6.5–8.0
Wasserhärte8–20 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Goldfisch in seiner ursprünglichen Form ähnelt der Karausche und besitzt einen kräftigen, seitlich leicht abgeflachten Körper. Die Wildform ist olivgrün bis bräunlich gefärbt, doch durch über 1.000 Jahre Zucht entstanden unzählige Farbvarianten in Rot, Orange, Weiß, Schwarz, Calico und Kombinationen daraus. Je nach Zuchtform variiert die Körperlänge von 15 cm bei Schleierschwänzen bis über 35 cm bei Kometenschweifigen.

Es existieren zahlreiche Zuchtformen mit unterschiedlichsten Körperformen und Flossentypen: Schleierschwänze mit langen, fließenden Flossen, Löwenkopf-Goldfische mit auffälligen Kopfwucherungen, Teleskopaugen mit stark vergrößerten Augen, Ranchu ohne Rückenflosse und viele weitere. Die ursprüngliche Stromlinienform (Kometenschweif, Sarasa) ist am robustesten und langlebigsten.

Verbreitung & Lebensraum

Der Goldfisch stammt ursprünglich aus Ostchina, wo er von der Silberkarausche (Carassius gibelio) abstammt. Bereits in der Jin-Dynastie (265–420 n. Chr.) wurden natürlich vorkommende goldene Farbvarianten in Teichen gehalten. Die systematische Zucht begann während der Song-Dynastie (960–1279). Im 16. Jahrhundert gelangte der Goldfisch nach Japan und im 17. Jahrhundert nach Europa.

Heute ist der Goldfisch weltweit verbreitet – sowohl als Zier- und Teichfisch als auch verwildert in zahlreichen Gewässern auf allen Kontinenten. Ausgesetzte Goldfische können sich in gemäßigten Gewässern problemlos vermehren und kehren innerhalb weniger Generationen zur olivgrünen Wildfarbe zurück. Sie bevorzugen stehende oder langsam fließende, pflanzenreiche Gewässer mit weichem Schlammgrund.

Lebensweise & Verhalten

Der Goldfisch ist ein friedlicher, geselliger Schwarmfisch, der in Gruppen gehalten werden sollte. Er ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche am Boden und im Freiwasser. Goldfische sind intelligenter als oft angenommen – sie können Gesichter unterscheiden, auf ihren Namen reagieren und einfache Tricks lernen.

Als Kaltwasserfisch verträgt der Goldfisch Temperaturen von 4 bis 30 °C, wobei der optimale Bereich bei 10–24 °C liegt. Im Winter reduzieren Teichgoldfische ihre Aktivität und nehmen bei Temperaturen unter 10 °C kaum noch Nahrung auf. Hochgezüchtete Formen wie Schleierschwänze sind weniger kältetolerant als die robusten Kometenschweif- und Sarasa-Formen.

Ernährung

Der Goldfisch ist ein Allesfresser, der sich in der Natur von Algen, Wasserpflanzen, Insektenlarven, kleinen Krebstieren und Detritus ernährt. Im Aquarium solltest du ein hochwertiges Goldfisch-Futter als Basis verwenden, das speziell auf die Bedürfnisse von Kaltwasserfischen abgestimmt ist und wenig Protein, dafür mehr pflanzliche Bestandteile enthält.

Ergänze den Speiseplan mit geschälten Erbsen (geviertelt), überbrühtem Salat, Spinat oder Gurke. Frostfutter wie Mückenlarven und Daphnien dient als wertvolle Ergänzung. Vermeide Überfütterung – Goldfische haben keinen Magen und können Nahrung nur in kleinen Portionen verdauen. Füttere lieber mehrmals täglich kleine Mengen als einmal viel.

Fortpflanzung

Goldfische werden mit 1–2 Jahren geschlechtsreif. Die Laichzeit wird durch steigende Wassertemperaturen im Frühjahr ausgelöst. Laichbereite Männchen entwickeln kleine weiße Laichpusteln (Laichausschlag) auf den Kiemendeckeln und Brustflossen und treiben die Weibchen intensiv durch das Becken.

Das Weibchen kann mehrere tausend klebrige Eier an Pflanzen, Wurzeln oder Laichsubstraten absetzen. Bei Temperaturen von 20–22 °C schlüpfen die Jungfische nach 4–7 Tagen. Die Larven sind zunächst dunkelbraun bis olivfarben und entwickeln ihre Farbe erst nach mehreren Monaten. Da Goldfische starke Laichräuber sind, solltest du Eier oder Elterntiere nach dem Laichen trennen.

Haltung im Aquarium

Goldfische benötigen deutlich mehr Platz als oft angenommen. Ein Aquarium ab 200 Litern für 2–3 schlanke Goldfische ist das Minimum – ein Goldfischglas ist Tierquälerei! Für Schleierschwänze und andere Hochzuchtformen rechnest du mindestens 50 Liter pro Tier, für Kometenschweif-Formen aufgrund ihrer Größe und Schwimmfreude noch mehr. Ideal ist die Haltung im Gartenteich.

Eine leistungsfähige Filterung ist unerlässlich, da Goldfische viel Stoffwechselabfall produzieren. Die Temperatur sollte zwischen 10 und 24 °C liegen – eine Heizung ist in der Regel nicht nötig. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 8,0 liegen. Robuste Pflanzen wie Javafarn, Anubias oder Vallisnerien eignen sich als Bepflanzung, da Goldfische weichere Pflanzen fressen oder ausreißen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Goldfisch als domestizierte Art ist nicht gefährdet. Als verwilderte Population kann er jedoch in einigen Regionen ökologische Probleme verursachen, da er natürliche Vegetation schädigt, das Wasser trübt und mit einheimischen Fischarten um Nahrung und Laichplätze konkurriert.

In vielen Ländern ist das Aussetzen von Goldfischen in natürliche Gewässer gesetzlich verboten. Wenn du deine Goldfische nicht mehr halten kannst, gib sie an Aquarienvereine, Zoofachgeschäfte oder andere Halter ab – setze sie niemals in Flüsse, Seen oder Teiche aus.

Quellen

  1. FishBase: Carassius auratusfishbase.se
  2. Smartt, C. T. (2001): Goldfish Varieties and Genetics: A Handbook for Breeders. Blackwell Science.
  3. Andrews, C. (2002): An Interpet Guide to Fancy Goldfish. Interpet Publishing.
  4. IUCN Red List: Carassius auratusiucnredlist.org
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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