Der Goldgefleckte Salamander ist ein kräftiger Querzahnmolch aus dem pazifischen Nordwesten Nordamerikas. Sein Name bezieht sich auf den markanten gelben bis grünen Rückenstreifen und die namensgebenden langen Zehen (macrodactylum = Langfinger). Er kommt von Meeresniveau bis über 3.000 m Höhe vor und gehört zu den am höchsten verbreiteten Salamandern Nordamerikas.
| Wissenschaftlicher Name | Ambystoma macrodactylum |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Querzahnmolche (Ambystomatidae) |
| Gattung | Ambystoma |
| Größe | 10–17 cm |
| Gewicht | 5–15 g |
| Lebenserwartung | 8–15 Jahre |
| Verbreitung | Pazifischer Nordwesten Nordamerikas (Alaska bis Kalifornien) |
| Lebensraum | Feuchte Wälder, alpine Wiesen, Gewässernähe |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Goldgefleckte Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 10–17 cm und ist robust gebaut mit einem breiten Kopf und relativ langen Beinen. Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schwarz. Sein auffälligstes Merkmal ist ein dorsaler Streifen, der je nach Unterart gelb, grüngelb oder olivgrün gefärbt sein kann und sich vom Kopf bis zur Schwanzspitze erstreckt.
Die Flanken können mit kleinen hellen Flecken gesprenkelt sein. Die Bauchseite ist dunkelbraun bis schwarz. Namensgebend sind die auffällig langen Zehen, besonders an den Hinterfüßen. Die Augen sind klein und dunkel. Es gibt fünf anerkannte Unterarten, die sich in der Streifenfarbe und -breite unterscheiden. In Höhenlagen über 2.000 m kommen gelegentlich neotene Individuen vor, die ihre äußeren Kiemen behalten.
Verbreitung & Lebensraum
Der Goldgefleckte Salamander hat ein großes Verbreitungsgebiet im westlichen Nordamerika – von Südost-Alaska und British Columbia über Washington, Oregon und Idaho bis in die Sierra Nevada Kaliforniens. Er kommt in Höhenlagen vom Meeresniveau bis über 3.000 m vor.
Er besiedelt eine bemerkenswerte Vielfalt von Lebensräumen – von feuchten Küstenwäldern über Bergwälder bis zu alpinen Wiesen und Geröllfeldern oberhalb der Baumgrenze. Entscheidend ist die Nähe zu Laichgewässern: stehende oder langsam fließende Gewässer wie Teiche, Seen, Gräben und Tümpel. An Land lebt er unter Steinen, Totholz und in Nagetiergängen.
Lebensweise & Verhalten
Der Goldgefleckte Salamander ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Großteil seines Lebens versteckt unter der Erde. Er kommt an die Oberfläche hauptsächlich während der Wanderung zu den Laichgewässern im Frühjahr und bei feuchtem Wetter im Herbst. Tagsüber versteckt er sich in Nagetiergängen, unter Steinen und Totholz.
Im Frühjahr, oft noch während der Schneeschmelze, wandern die Tiere in großer Zahl zu ihren Laichgewässern. Diese Frühjahrswanderungen können beeindruckend sein – an manchen Stellen überqueren hunderte Salamander gleichzeitig Straßen. In alpinen Höhenlagen ist die Aktivitätsperiode auf wenige Monate im Sommer beschränkt.
Ernährung
Erwachsene Goldgefleckte Salamander ernähren sich von einer Vielzahl bodenlebender Wirbelloser. Zum Beutespektrum gehören Insekten (Käfer, Ameisen, Fliegen), Spinnen, Regenwürmer, Nacktschnecken und Asseln. Die Nahrungssuche findet überwiegend nachts auf dem Waldboden und unter Totholz statt.
Larven leben aquatisch und sind opportunistische Räuber, die Zooplankton, Mückenlarven, Bachflohkrebse und andere kleine Wasserorganismen fressen. In Gewässern mit hoher Salamanderdichte kann es zu Kannibalismus kommen – größere Larven fressen kleinere.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet im Frühjahr statt, häufig schon kurz nach der Schneeschmelze (März–Juni, je nach Höhenlage). Die Tiere wandern zu stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Die Paarung erfolgt im Wasser, wobei das Männchen ein Spermatophor auf dem Gewässerboden absetzt, das vom Weibchen aufgenommen wird.
Das Weibchen legt 50–250 Eier in kompakten Laichballen ab, die an Unterwasserpflanzen, Äste oder Steine geheftet werden. Die Larven schlüpfen nach 2–5 Wochen und leben 2–4 Monate im Wasser. In Hochgebirgsseen kann die Larvenentwicklung über einen Winter andauern. Nach der Metamorphose verlassen die 4–6 cm großen Jungsalamander das Wasser. Die Geschlechtsreife wird mit 2–4 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Goldgefleckte Salamander kann im Terrarium gehalten werden und ist relativ robust. Ein Terrarium ab 60 × 30 × 30 cm mit einer dicken Schicht lockerer Erde, Moos, Steinen und Rindenstücken als Verstecke ist geeignet. Eine flache Wasserschale sollte stets verfügbar sein.
Die Temperatur sollte bei kühlen 12–18 °C liegen – keinesfalls über 22 °C, da die Art an kühle Klimabedingungen angepasst ist. Eine Winterruhe bei 3–6 °C über 3–4 Monate ist für Gesundheit und Fortpflanzung wichtig. Gefüttert wird mit Regenwürmern, Heimchen, Wachsmottenlarven und Asseln. Die Art ist in Europa selten im Handel verfügbar.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Goldgefleckte Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im pazifischen Nordwesten noch weit verbreitet und lokal häufig. Einige isolierte Populationen, besonders die Unterart A. m. croceum (Santa Cruz Long-toed Salamander) in Kalifornien, sind jedoch stark gefährdet und stehen unter Bundesschutz.
Bedrohungen bestehen durch Habitatverlust, Straßenverkehr während der Frühjahrswanderungen, eingeführte Fischarten in Laichgewässern (die Eier und Larven fressen) und den Klimawandel, der alpine Lebensräume verändert. Der Erhalt fischfreier Laichgewässer und die Anlage von Amphibientunneln an Wanderkorridoren sind wichtige Schutzmaßnahmen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Ambystoma macrodactylum – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Ambystoma macrodactylum – iucnredlist.org
- Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
- Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
