Der Goldleierfisch, auch Ruby Red Dragonet genannt, ist ein kleiner, farbenprächtig rotgoldener Leierfisch aus dem westlichen Pazifik. Mit seiner intensiven Rubinrotfärbung gehört er zu den schönsten Vertretern seiner Familie. Die Haltung erfordert ein gut eingefahrenes Riffaquarium mit ausreichend natürlicher Mikrofauna.
| Wissenschaftlicher Name | Synchiropus sycorax |
| Ordnung | Barschartige (Perciformes) |
| Familie | Leierfische (Callionymidae) |
| Gattung | Synchiropus |
| Größe | 5–7 cm |
| Gewicht | 3–8 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Westlicher Pazifik (Indonesien, Philippinen) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Geröllzonen, geschützte Lagunen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 100 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Goldleierfisch erreicht eine Größe von nur 5 bis 7 cm und besitzt den für Leierfische typischen langgestreckten, leicht abgeflachten Körper mit einem breiten, flachen Kopf und großen Brustflossen. Die Grundfärbung ist ein intensives Rubinrot bis Orange-Gold mit feinen Mustern und Linien auf dem Körper und den Flossen.
Männchen sind farbenprächtiger als Weibchen und besitzen einen deutlich verlängerten ersten Rückenflossenstachel, der bei der Balz als Signalgeber dient. Die großen, nach oben gerichteten Augen sind ein typisches Merkmal aller Leierfische und dienen der Erkennung von Fressfeinden und Beute. Die Haut produziert einen bitteren Schleim, der die meisten Raubfische abschreckt.
Verbreitung & Lebensraum
Der Goldleierfisch kommt im westlichen Pazifik vor, hauptsächlich in den Gewässern Indonesiens und der Philippinen. Sein Verbreitungsgebiet ist relativ begrenzt, was ihn zu einem der selteneren Leierfische im Handel macht.
Synchiropus sycorax bewohnt geschützte Korallenriffe, Geröllzonen und Lagunen in Tiefen von 5 bis 30 Metern. Er lebt bodennah zwischen Korallenschutt und Geröll, wo er nach kleinen Wirbellosen sucht. Die Art bevorzugt Bereiche mit reichem Bewuchs aus Krustenalgen und einer gut entwickelten Mikrofauna.
Lebensweise & Verhalten
Der Goldleierfisch ist ein ruhiger, bodenbewohnender Fisch, der langsam und bedächtig über den Riffgrund gleitet. Er bewegt sich dabei auf seinen breiten Brustflossen fort und inspiziert jeden Quadratzentimeter des Substrats auf der Suche nach winziger Beute. Seine Bewegungen sind sanft und fließend.
Die Art ist tagaktiv und zeigt am späten Nachmittag oft Balzverhalten. Männchen richten ihre verlängerte Rückenflosse auf und präsentieren sich den Weibchen in ihrer vollen Farbpracht. Gegenüber Artgenossen gleichen Geschlechts können Männchen territorial werden, während sie gegenüber anderen Fischarten völlig friedlich sind. Der bittere Hautschleim bietet einen effektiven Schutz vor Fressfeinden.
Ernährung
Der Goldleierfisch ernährt sich in der Natur ausschließlich von winzigen Wirbellosen wie Copepoden, Amphipoden und kleinen Würmern, die er vom Riffsubstrat pickt. Er ist ein kontinuierlicher Fresser, der den ganzen Tag über kleine Mengen Nahrung aufnimmt.
Die Ernährung im Aquarium ist die größte Herausforderung bei der Haltung. Das Becken muss über eine gut etablierte Population von Copepoden und Amphipoden verfügen, die als Hauptnahrungsquelle dient. Nur wenige Exemplare lassen sich an Frostfutter wie Cyclops und Artemia-Nauplien gewöhnen. Ein gut eingefahrenes Riffaquarium mit Lebendgestein und einem Refugium zur Mikrofauna-Produktion ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Haltung.
Fortpflanzung
Leierfische zeigen ein faszinierendes Balzverhalten. Am späten Nachmittag steigen Männchen und Weibchen gemeinsam von der Bodenzone in die Wassersäule auf, wobei das Männchen seine Flossen maximal spreizt. Am höchsten Punkt geben beide gleichzeitig Eier und Spermien ins Freiwasser ab.
Die pelagischen Eier treiben im Plankton, und die Larven entwickeln sich über mehrere Wochen im Freiwasser. Die Zucht im Aquarium ist äußerst schwierig und nur wenigen Spezialisten gelungen. Die Aufzucht der winzigen Larven erfordert Kleinstfutter wie Rädertierchen und eine stabile Wasserqualität.
Haltung im Aquarium
Für den Goldleierfisch eignet sich ein gut eingefahrenes Riffaquarium ab 100 Litern, das seit mindestens sechs Monaten läuft und eine stabile Population an Copepoden und Amphipoden im Lebendgestein beherbergt. Ein Refugium zur zusätzlichen Mikrofauna-Produktion ist sehr empfehlenswert.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Der Goldleierfisch ist vollständig riffkompatibel und absolut friedlich gegenüber allen anderen Aquarienbewohnern. Er geht nicht an Korallen oder größere Wirbellose.
Halte nur ein Männchen pro Becken, da Männchen untereinander kämpfen. Ein Paar (ein Männchen und ein bis zwei Weibchen) ist die ideale Besatzung. Vermeide die Vergesellschaftung mit schnellen Futterkonkurrenten, die dem langsamen Leierfisch die Nahrung wegschnappen könnten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Goldleierfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft, obwohl detaillierte Bestandsdaten für diese relativ wenig erforschte Art fehlen. Das begrenzte Verbreitungsgebiet macht die Art potenziell anfälliger für lokale Bedrohungen.
Der Fang für den Aquarienhandel ist aufgrund der Spezialisierung und geringen Nachfrage begrenzt. Der Erhalt der Riffhabitate in Indonesien und den Philippinen ist für den langfristigen Schutz dieser und vieler anderer Riffarten von großer Bedeutung.
Quellen
- FishBase: Synchiropus sycorax – fishbase.se
- IUCN Red List – iucnredlist.org
- Fricke, R. (2002): Revision of the dragonet family Callionymidae. Theses Zoologicae.
- Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Meerwasser-Lexikon: Synchiropus sycorax – meerwasser-lexikon.de
