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Goldring-Doktorfisch (Acanthurus nigricans)

4 Min. Lesezeit
Acanthurus nigricans

Bildquelle: gabryfusetto / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Goldring-Doktorfisch ist ein eleganter Meerwasserfisch mit dunkelbrauner bis schwarzer Grundfärbung und einem charakteristischen gelben Ring um das Auge sowie einer weißen Wangenzeichnung. Er ist ein anspruchsvoller Algenfresser, der ein großes Meerwasseraquarium mit stabilen Wasserwerten benötigt.

Der Goldring-Doktorfisch ist ein eleganter Meerwasserfisch mit dunkelbrauner bis schwarzer Grundfärbung und einem charakteristischen gelben Ring um das Auge sowie einer weißen Wangenzeichnung. Er ist ein anspruchsvoller Algenfresser, der ein großes Meerwasseraquarium mit stabilen Wasserwerten benötigt.

Steckbrief: Goldring-Doktorfisch (Acanthurus nigricans)
Wissenschaftlicher NameAcanthurus nigricans
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieDoktorfische (Acanthuridae)
GattungAcanthurus
Größe15–21 cm
Gewicht100–300 g
Lebenserwartung10–20 Jahre
VerbreitungPazifik (von Japan bis Polynesien)
LebensraumSalzwasser – Korallenriffe, Riffkanten und Lagunen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 500 Liter (Meerwasser)
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Goldring-Doktorfisch erreicht eine Körperlänge von 15–21 cm und besitzt den für Doktorfische typischen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarz mit einem samtigen Schimmer. Namensgebend ist der leuchtend gelbe Ring um das Auge und ein gelber Streifen unterhalb des Auges.

Besonders auffällig ist der weiße Fleck auf den Wangen, der ihm den englischen Namen „Whitecheek Surgeonfish" einbrachte. An der Schwanzwurzel sitzt der für alle Doktorfische charakteristische scharfe, skalpellartige Stachel, der bei Bedrohung aufgestellt werden kann und schmerzhafte Verletzungen verursachen kann. Die Schwanzflosse ist dunkel mit hellem Rand.

Verbreitung & Lebensraum

Der Goldring-Doktorfisch ist im Pazifik weit verbreitet und kommt von Japan und den Ryukyu-Inseln über Mikronesien bis nach Polynesien vor. Er bewohnt Korallenriffe, Riffkanten und Lagunen in Tiefen von 1–25 Metern. Bevorzugt werden Bereiche mit starkem Algenwuchs und guter Strömung.

In seinem natürlichen Lebensraum ist er häufig in kleinen Gruppen anzutreffen, die gemeinsam die Riffoberflächen nach Algen abweiden. Er bevorzugt klare Gewässer mit sauberem, sauerstoffreichem Wasser und intakten Riffstrukturen.

Lebensweise & Verhalten

Der Goldring-Doktorfisch ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche auf Riffoberflächen. Er weidet systematisch Algenaufwuchs von Steinen und Korallen ab und spielt damit eine wichtige Rolle im Ökosystem des Korallenriffs. Nachts zieht er sich in Spalten und Höhlen des Riffs zurück.

Gegenüber Artgenossen und ähnlich aussehenden Doktorfischen kann er territorial und aggressiv sein. In ausreichend großen Aquarien mit genügend Revierabgrenzungen ist die Vergesellschaftung mit anderen Doktorfischen jedoch möglich. Bei Bedrohung setzt er seinen scharfen Schwanzstachel ein – Vorsicht ist beim Hantieren im Aquarium geboten.

Ernährung

Der Goldring-Doktorfisch ist ein überwiegender Pflanzenfresser (Herbivore), der sich in der Natur fast ausschließlich von Algenaufwuchs ernährt. Im Meerwasseraquarium solltest du Nori-Algenblätter täglich anbieten und mit einer Algenklemme im Becken befestigen. Diese stellen die wichtigste Nahrungsgrundlage dar.

Ergänze den Speiseplan mit speziellem Doktorfisch-Futter, das einen hohen pflanzlichen Anteil enthält, sowie mit Frostfutter wie Mysis und Artemia. Eine abwechslungsreiche, algenlastige Ernährung fördert die Gesundheit und die intensive Färbung. Mehrere kleine Fütterungen am Tag sind besser als eine große.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Goldring-Doktorfisches erfolgt in der Natur typischerweise in der Dämmerung. Paarungsbereite Fische steigen in Gruppen oder Paaren über das Riff auf und geben Eier und Spermien gleichzeitig ins freie Wasser ab (Freilaicher). Die pelagischen Eier treiben mit der Strömung davon.

Die Larvenphase dauert mehrere Wochen, in denen die winzigen, transparenten Larven als Plankton im offenen Ozean treiben. Eine Nachzucht im Aquarium ist bislang nicht gelungen und wäre aufgrund der komplexen Larvenaufzucht extrem schwierig. Alle im Handel erhältlichen Exemplare sind Wildfänge.

Haltung im Aquarium

Der Goldring-Doktorfisch benötigt ein großes Meerwasseraquarium ab 500 Litern mit viel Schwimmraum und Lebendgestein, das Algenaufwuchs und Versteckmöglichkeiten bietet. Eine starke Strömung und eine leistungsfähige Filterung sind essenziell. Die Salinität sollte bei 1,023–1,026 liegen, die Temperatur bei 24–27 °C.

Die Haltung in einem Riffaquarium ist grundsätzlich möglich, da der Fisch in der Regel keine Korallen beschädigt. Vermeide die Vergesellschaftung mit anderen Doktorfischen ähnlicher Größe und Färbung, es sei denn, das Becken ist sehr groß. Die Eingewöhnung kann empfindlich sein – achte auf eine schonende Akklimatisierung und biete sofort Nori-Algen an.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Goldring-Doktorfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet weit verbreitet und kommt in stabilen Populationen vor. Die Hauptbedrohung besteht in der Zerstörung von Korallenriffen durch Klimawandel und Korallenbleiche.

Der Fang für den Aquarienhandel erfolgt in begrenztem Umfang und stellt derzeit keine signifikante Bedrohung dar. Dennoch ist ein nachhaltiger Fang und der Schutz der Korallenriff-Habitate langfristig wichtig für den Erhalt der Art.

Quellen

  1. FishBase: Acanthurus nigricansfishbase.se
  2. IUCN Red List: Acanthurus nigricansiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Baensch, H. A. (1997): Meerwasser Atlas. Mergus Verlag.
  4. Randall, J. E. (2002): Surgeonfishes of the World. Mutual Publishing.

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