Der Goldring-Feilenfisch, auch Harlekin-Feilenfisch genannt, ist ein wunderschöner kleiner Riffbewohner mit leuchtend orangefarbenen Punkten auf türkisblauem Grund. Seine Haltung im Aquarium gilt als extrem schwierig, da er sich fast ausschließlich von Acropora-Korallenpolypen ernährt und kaum Ersatzfutter akzeptiert.
| Wissenschaftlicher Name | Oxymonacanthus longirostris |
| Ordnung | Kugelfischartige (Tetraodontiformes) |
| Familie | Feilenfische (Monacanthidae) |
| Gattung | Oxymonacanthus |
| Größe | 8–12 cm |
| Gewicht | 10–25 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Indopazifik (Ostafrika bis Samoa) |
| Lebensraum | Korallenriffe, insbesondere Acropora-dominierte Bereiche |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 200 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Goldring-Feilenfisch erreicht eine Größe von 8 bis 12 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist ein helles Türkisblau bis Grünblau, übersät mit leuchtend orangefarbenen Punkten, die wie kleine Ringe oder Tupfen wirken. Die Schnauze ist lang und spitz – eine Anpassung an die spezialisierte Ernährung von Korallenpolypen.
Der erste Rückenflossenstachel ist lang und kann aufgerichtet werden, ähnlich wie bei den verwandten Drückerfischen. Die Haut ist mit feinen, rauen Schuppen bedeckt, die der Familie den Namen „Feilenfische" gegeben haben. Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden, obwohl Männchen gelegentlich etwas größer werden und einen etwas kräftigeren Rückenflossenstachel besitzen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Goldring-Feilenfisch ist im gesamten Indopazifik verbreitet, von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Japan, Australien und Samoa. Er kommt in Korallenriffen in Tiefen von 1 bis 30 Metern vor.
Die Art ist eng an das Vorkommen von verzweigten Acropora-Korallen gebunden, die sowohl als Nahrungsquelle als auch als Versteck dienen. Oxymonacanthus longirostris lebt paarweise oder in kleinen Gruppen zwischen den Ästen großer Acropora-Kolonien. Bei Gefahr taucht er kopfüber zwischen die Korallenäste und ist dort für Raubfische kaum erreichbar.
Lebensweise & Verhalten
Der Goldring-Feilenfisch ist ein tagaktiver Fisch, der den Großteil des Tages mit dem Abweiden von Korallenpolypen verbringt. Er schwimmt kopfüber oder seitlich zwischen den Korallenästen und pickt einzelne Polypen mit seiner spitzen Schnauze heraus. Das enge Zusammenleben mit Acropora-Korallen ist eine der bemerkenswertesten Spezialisierungen in der Fischökologie.
Die Tiere leben bevorzugt paarweise und zeigen eine starke Partnerbindung. Nachts schlafen sie zwischen den Korallenästen und können dabei ihre Färbung verändern, um sich besser zu tarnen. Gegenüber anderen Fischarten ist der Goldring-Feilenfisch völlig friedlich und kaum territorial.
Ernährung
Der Goldring-Feilenfisch ist ein obligater Korallivorer – er ernährt sich fast ausschließlich von den Polypen verzweigter Acropora-Korallen. Er pickt einzelne Polypen mit seiner langen, spitzen Schnauze aus den Korallenkelchen. Diese extreme Nahrungsspezialisierung macht die Haltung im Aquarium zu einer der größten Herausforderungen der Meerwasseraquaristik.
Die meisten Exemplare verweigern im Aquarium jedes Ersatzfutter und verhungern innerhalb weniger Wochen. Nur in Ausnahmefällen gelingt es, einzelne Tiere an Frostfutter (Cyclops, feine Mysis) oder gefrorene Korallenpolypen zu gewöhnen. Ohne eine kontinuierliche Versorgung mit Acropora-Korallen ist die langfristige Haltung nahezu aussichtslos.
Fortpflanzung
Goldring-Feilenfische leben paarweise und laichen in der Dämmerung. Die Eier werden in kleinen Klumpen auf dem Substrat abgelegt, oft auf der Oberfläche abgestorbener Korallen. Das Gelege wird von beiden Elternteilen bewacht, bis die Larven schlüpfen.
Die Larven sind planktonisch und die Aufzucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen. Die enge Bindung an Acropora-Korallen beginnt bereits im Jugendstadium, wenn sich die Jungfische in kleinen Korallenstöcken ansiedeln. Die Zucht in Gefangenschaft wäre wünschenswert, um den Fanddruck auf Wildpopulationen zu verringern.
Haltung im Aquarium
Die Haltung des Goldring-Feilenfischs wird von den meisten Experten als extrem schwierig bis nicht verantwortbar eingestuft. Wenn du dich dennoch für einen Versuch entscheidest, benötigst du ein gut eingefahrenes Riffaquarium ab 200 Litern mit großen, gesunden Acropora-Korallenstöcken als Nahrungsquelle.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Die Art ist – abgesehen von ihrem Korallenfressen – vollständig riffkompatibel und friedlich gegenüber anderen Fischen. Die Hauptschwierigkeit ist und bleibt die Ernährung.
Von der Anschaffung ist in den meisten Fällen dringend abzuraten, da die Überlebensrate in Gefangenschaft sehr gering ist. Der Kauf dieser Art fördert den Fang von Wildfängen, die in der Regel im Aquarium verhungern. Bitte informiere dich umfassend und ehrlich über die Haltungsanforderungen, bevor du einen Kauf in Erwägung ziehst.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Goldring-Feilenfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Allerdings ist die Art direkt vom Zustand der Acropora-Korallenriffe abhängig, die weltweit durch Korallenbleiche, Ozeanversauerung und Umweltzerstörung bedroht sind.
Da die Art fast ausschließlich von Acropora-Polypen lebt, wirkt sich der Rückgang dieser Korallen direkt auf die Bestände des Goldring-Feilenfischs aus. Langfristig könnte die Art stärker gefährdet werden, wenn der weltweite Rückgang der Steinkorallen anhält. Der verantwortungsvolle Umgang mit dieser Art in der Aquaristik bedeutet in den meisten Fällen, auf einen Kauf zu verzichten.
Quellen
- FishBase: Oxymonacanthus longirostris – fishbase.se
- IUCN Red List: Oxymonacanthus longirostris – iucnredlist.org
- Kokita, T. & Nakazono, A. (2001): Rapid response of an obligately corallivorous filefish to a mass bleaching event. Coral Reefs, 20, 155–158.
- Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Meerwasser-Lexikon: Oxymonacanthus longirostris – meerwasser-lexikon.de
