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Goldringelgrundel (Brachygobius xanthozonus)

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Goldringelgrundel (Brachygobius xanthozonus)

Bildquelle: Salparadis / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Goldringelgrundel, auch Hummelgrundel genannt, ist ein winziger, farbenfroh gestreifter Bodenfisch aus Südostasien. Ihre auffällige schwarz-gelbe Bänderung erinnert an eine Hummel. Sie bevorzugt leicht brackiges Wasser und eignet sich hervorragend für Nano-Aquarien.

Die Goldringelgrundel, auch Hummelgrundel genannt, ist ein winziger, farbenfroh gestreifter Bodenfisch aus Südostasien. Ihre auffällige schwarz-gelbe Bänderung erinnert an eine Hummel. Sie bevorzugt leicht brackiges Wasser und eignet sich hervorragend für Nano-Aquarien.

Steckbrief: Goldringelgrundel (Brachygobius xanthozonus)
Wissenschaftlicher NameBrachygobius xanthozonus
OrdnungGrundelartige (Gobiiformes)
FamilieGrundeln (Gobiidae)
GattungBrachygobius
Größe2–4 cm
Gewicht0,5–2 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdostasien (Indonesien, Thailand, Malaysia)
LebensraumBrack- und Süßwasser – Flussmündungen, Mangrovengebiete, Küstengewässer
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 30 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert7.0–8.5
Wasserhärte10–25 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Die Goldringelgrundel ist mit 2–4 cm einer der kleinsten Aquarienfische überhaupt. Ihr gedrungener, leicht rundlicher Körper zeigt ein auffälliges Streifenmuster aus breiten schwarzen und gelben bis orangefarbenen Querstreifen, das an eine Hummel erinnert. Die Bauchflossen sind zu einer Saugscheibe verwachsen, mit der sich der Fisch an glatten Oberflächen festhalten kann.

Die Augen sind groß und stehen leicht hervor, was dem Fisch ein aufmerksames Aussehen verleiht. Die Flossen sind klein und transparent bis leicht gelblich. Männchen sind in der Regel etwas schlanker und intensiver gefärbt als die rundlicheren Weibchen. Die Farbintensität variiert je nach Stimmung und Wohlbefinden der Tiere.

Verbreitung & Lebensraum

Die Goldringelgrundel stammt aus Südostasien und kommt in Indonesien (Java, Borneo, Sumatra), Thailand, Malaysia und den Philippinen vor. Sie bewohnt bevorzugt Brackwasserbereiche wie Flussmündungen, Mangrovengebiete und küstennahe Kanäle, wo sich Süß- und Salzwasser mischen.

In der Natur hält sie sich am Boden auf, zwischen Steinen, Muscheln und den Wurzeln von Mangroven. Die Gewässer sind in der Regel warm, leicht alkalisch und haben eine niedrige bis mittlere Salinität. Einige Populationen kommen auch in reinem Süßwasser vor, jedoch scheinen die Tiere in leicht brackigem Wasser am vitalsten zu sein.

Lebensweise & Verhalten

Die Goldringelgrundel ist ein bodenbewohnender Fisch, der den Großteil seiner Zeit am Substrat verbringt. Sie sitzt gerne auf Steinen, Wurzeln oder dem Bodengrund und beobachtet ihre Umgebung aufmerksam. Trotz ihrer geringen Größe kann sie territorial sein und verteidigt kleine Reviere gegen Artgenossen.

In einer Gruppe zeigen die Tiere ein interessantes Sozialverhalten mit kleinen Rivalitäten und Drohgebärden, die jedoch harmlos sind. Die Goldringelgrundel ist ein schlechter Schwimmer und bewegt sich eher hüpfend über den Boden. Sie ist tagaktiv und am lebhaftesten, wenn sie sich sicher fühlt und viele Verstecke zur Verfügung hat.

Ernährung

Die Goldringelgrundel ist ein kleiner Räuber, der sich in der Natur von Kleinstlebewesen wie Würmern, winzigen Krebstierchen und Insektenlarven ernährt. Im Aquarium kann die Fütterung herausfordernd sein, da viele Tiere trockenes Fertigfutter verschmähen und ausschließlich Lebendfutter oder Frostfutter akzeptieren.

Biete regelmäßig kleine Lebend- und Frostfuttersorten an: Artemia-Nauplien, Grindal-Würmer, Mikrowürmer, Cyclops und fein gehackte Mückenlarven sind ideal. Manche Exemplare lassen sich nach einer Eingewöhnungszeit auch an feines Granulat gewöhnen. Füttere mehrmals täglich in kleinen Mengen direkt am Boden.

Fortpflanzung

Die Zucht der Goldringelgrundel gelingt im Aquarium bei optimalen Bedingungen. Das Männchen bezieht eine kleine Höhle (z. B. eine umgedrehte Kokosnusshälfte oder eine kleine Tonröhre) und lockt das Weibchen mit Balzbewegungen dorthin. Das Weibchen heftet 50–200 Eier an die Höhlendecke.

Das Männchen bewacht und belüftet die Eier bis zum Schlupf nach etwa 4–5 Tagen. Die winzigen Jungfische sind schwer aufzuziehen und benötigen Infusorien und feinste Artemia-Nauplien als Erstfutter. Leicht brackiges Wasser scheint den Zuchterfolg zu fördern.

Haltung im Aquarium

Die Goldringelgrundel eignet sich hervorragend für Nano-Aquarien ab 30 Litern. Richte das Becken mit feinem Sand, vielen kleinen Steinen, Kokosnusshöhlen und Wurzeln ein, die als Verstecke und Reviermarkierungen dienen. Eine leichte Zugabe von Meersalz (5–10 g/l) fördert das Wohlbefinden, ist aber nicht zwingend erforderlich.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 7,0–8,5. Eine Haltung in einer Gruppe von mindestens 6 Tieren ist empfehlenswert, damit sich die Aggressionen verteilen. Als Beifische eignen sich nur sehr friedliche, nicht zu aktive Arten ähnlicher Größe. In reinen Süßwasseraquarien ist die Haltung möglich, aber Brackwasser ist optimal.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Goldringelgrundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig. Lokale Bedrohungen bestehen durch die Zerstörung von Mangrovenhabitaten und die Verschmutzung küstennaher Gewässer.

Im Aquarienhandel werden teilweise verschiedene Brachygobius-Arten unter demselben Namen angeboten, was die Bestimmung erschwert. Achte beim Kauf auf gesunde, aktive Tiere mit kräftiger Färbung.

Quellen

  1. FishBase: Brachygobius xanthozonusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Brachygobius xanthozonusseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Brachygobius xanthozonusiucnredlist.org
  4. Kottelat, M. (2013): The Fishes of the Inland Waters of Southeast Asia. Raffles Bulletin of Zoology.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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