Molche

Goldstaubmolch (Cynops ensicauda popei)

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Goldstaubmolch (Cynops ensicauda popei)

Bildquelle: Wirestock Creators / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Goldstaubmolch ist ein großer, attraktiver Molch von den Amami-Inseln Japans. Er zeichnet sich durch seine leuchtend orange-goldene Unterseite und die markante Goldfärbung auf dem Rücken aus, die ihm seinen Namen einbrachte. Als stark gefährdete Art ist er auf internationale Schutzmaßnahmen angewiesen.

Der Goldstaubmolch ist ein großer, attraktiver Molch von den Amami-Inseln Japans. Er zeichnet sich durch seine leuchtend orange-goldene Unterseite und die markante Goldfärbung auf dem Rücken aus, die ihm seinen Namen einbrachte. Als stark gefährdete Art ist er auf internationale Schutzmaßnahmen angewiesen.

Steckbrief: Goldstaubmolch (Cynops ensicauda popei)
Wissenschaftlicher NameCynops ensicauda popei
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieEchte Salamander (Salamandridae)
GattungCynops
Größe12–18 cm
Gewicht10–20 g
Lebenserwartung15–20 Jahre
VerbreitungAmami-Inseln (Japan)
LebensraumTeiche, Bäche, feuchte Wälder
SchutzstatusStark gefährdet (EN) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Goldstaubmolch erreicht eine Gesamtlänge von 12–18 cm und ist damit deutlich größer als der verwandte Feuerbauchmolch. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwarz mit einer variablen Menge goldgelber bis orangefarbener Punkte und Flecken – der namensgebende „Goldstaub". Bei einigen Individuen kann die goldene Färbung große Teile des Rückens bedecken.

Die Unterseite ist leuchtend orange bis rot mit dunklen Flecken. Der Schwanz ist lang und seitlich abgeflacht. Die Haut ist relativ glatt mit feinen Körnchen. Die Augen sind groß und hervorstehend. Männchen unterscheiden sich von Weibchen durch eine etwas kompaktere Statur, eine geschwollene Kloakenregion und einen höheren Schwanzflossensaum während der Paarungszeit.

Verbreitung & Lebensraum

Der Goldstaubmolch ist ein Endemit der Amami-Inseln im Süden Japans. Die Unterart popei kommt auf den Inseln Amami-Ōshima und Tokunoshima vor. Das Verbreitungsgebiet ist extrem begrenzt und umfasst nur wenige Inseln.

Die Art bewohnt feuchte, subtropische Wälder und kommt in der Nähe von Teichen, Bächen und anderen Gewässern vor. Als Laichgewässer werden stehende und langsam fließende Gewässer mit Unterwasservegetation genutzt. Außerhalb der Wasserphase leben die Molche in der Laubstreu, unter Steinen und in feuchten Erdlöchern des Waldbodens.

Lebensweise & Verhalten

Der Goldstaubmolch ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Er verbringt einen großen Teil des Jahres im oder am Wasser und ist stärker aquatisch als viele europäische Molcharten. In der feuchten, subtropischen Umgebung seiner Heimatinseln ist die Trennung zwischen Wasser- und Landphase weniger ausgeprägt als bei Molchen gemäßigter Breiten.

Bei Bedrohung zeigt der Goldstaubmolch den typischen Unkenreflex und präsentiert seine orange-rote Unterseite als Warnsignal. Die Haut enthält Giftstoffe (Tetrodotoxin), die für potenzielle Fressfeinde abschreckend wirken. Der Goldstaubmolch ist ein ruhiger, friedlicher Molch, der sich gut für die Beobachtung im Aquarium eignet.

Ernährung

Der Goldstaubmolch ernährt sich von einer Vielzahl kleiner Wirbelloser. Im Wasser frisst er Mückenlarven, Wasserflöhe, kleine Schnecken, Würmer und Insektenlarven. An Land stehen Regenwürmer, kleine Insekten, Spinnen und Asseln auf dem Speiseplan.

Im Aquarium akzeptiert der Goldstaubmolch Frostfutter (Mückenlarven, Artemia), Lebendfutter (kleine Regenwürmer, Tubifex, Enchyträen) und mit etwas Gewöhnung auch Pelletfutter für Amphibien. Füttere 2–3 Mal pro Woche in moderaten Mengen und biete eine abwechslungsreiche Ernährung an.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit findet im Frühjahr statt. Die Balz ähnelt der des Feuerbauchmolchs – das Männchen umwirbt das Weibchen mit Schwanzbewegungen und Pheromonabgabe. Nach erfolgreicher Balz wird eine Spermatophore abgesetzt und vom Weibchen aufgenommen.

Das Weibchen legt 100–200 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Wasserpflanzen. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Wochen und leben aquatisch. Die Metamorphose erfolgt nach 3–5 Monaten. Die Zucht in Gefangenschaft ist möglich und wichtig für den Arterhalt, da die Wildpopulationen rückläufig sind. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Aquarium

Der Goldstaubmolch kann in einem Aquarium oder Aquaterrarium gehalten werden. Ein Becken ab 80 × 40 cm Grundfläche eignet sich für eine kleine Gruppe von 3–4 Tieren. Der Wasserstand sollte 15–25 cm betragen. Ein Landteil ist wünschenswert, da die Art gelegentlich das Wasser verlässt.

Die Wassertemperatur sollte 18–24 °C betragen – etwas wärmer als bei europäischen Molcharten, aber nicht tropisch. Reichlich Wasserpflanzen und Versteckmöglichkeiten schaffen eine naturnahe Umgebung. Ein leistungsfähiger Filter und regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig. Beachte, dass der Goldstaubmolch stark gefährdet ist und nur aus verantwortungsvollen Nachzuchten erworben werden sollte. Erkundige dich immer über CITES-Bestimmungen und lokale Artenschutzgesetze.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Goldstaubmolch wird von der IUCN als „Endangered" (stark gefährdet) eingestuft. Sein extrem begrenztes Verbreitungsgebiet auf wenigen kleinen Inseln macht ihn besonders verwundbar. Die Hauptbedrohungen sind Habitatverlust durch Urbanisierung und Landwirtschaft, eingeschleppte Raubtiere (insbesondere der Indische Mungo) und Gewässerverschmutzung.

Die Art ist durch das japanische Artenschutzgesetz geschützt, und der Handel wird international reguliert. Nachzuchtprogramme in Zoos und bei spezialisierten Züchtern tragen zum Erhalt der Art bei. Der Schutz der natürlichen Lebensräume auf den Amami-Inseln bleibt jedoch die wichtigste Maßnahme.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Cynops ensicaudaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Cynops ensicaudaiucnredlist.org
  3. Sparreboom, M. (2014): Salamanders of the Old World. KNNV Publishing.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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