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Goldstreifen-Laubfrosch (Hyla chrysoscelis)

4 Min. Lesezeit
Goldstreifen-Laubfrosch (Hyla chrysoscelis)

Bildquelle: Diolentynh oliveira / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Goldstreifen-Laubfrosch, auch Cope's Grauer Laubfrosch genannt, ist die diploide Schwesterart des tetraploiden Fleckenlaubfroschs (H. versicolor). Beide Arten sind äußerlich nicht zu unterscheiden – nur der schnellere Triller im Ruf und die Chromosomenzahl verraten die Artidentität. Er ist ein geschickter Kletterer mit hervorragender Tarnfähigkeit.

Der Goldstreifen-Laubfrosch, auch Cope's Grauer Laubfrosch genannt, ist die diploide Schwesterart des tetraploiden Fleckenlaubfroschs (H. versicolor). Beide Arten sind äußerlich nicht zu unterscheiden – nur der schnellere Triller im Ruf und die Chromosomenzahl verraten die Artidentität. Er ist ein geschickter Kletterer mit hervorragender Tarnfähigkeit.

Steckbrief: Goldstreifen-Laubfrosch (Hyla chrysoscelis)
Wissenschaftlicher NameHyla chrysoscelis
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieHylidae
GattungHyla
Größe3–5 cm
Gewicht5–12 g
Lebenserwartung5–7 Jahre
VerbreitungÖstliche USA
LebensraumLaubwälder, Waldränder, Gärten, Feuchtgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Goldstreifen-Laubfrosch erreicht eine Körperlänge von 3–5 cm und ist morphologisch praktisch identisch mit seinem tetraploiden Verwandten H. versicolor. Die Oberseite ist grau bis graugrün mit einem unregelmäßigen, flechtenartigen Muster, das hervorragende Tarnung auf Baumrinde bietet. Wie sein Verwandter kann er die Körperfarbe von fast Weiß über Grün bis zu dunklem Grau verändern.

Die Innenseiten der Oberschenkel zeigen ein gelb-oranges Muster mit dunkler Netzzeichnung (Schreckfärbung). Der einzige morphologische Unterschied zum Fleckenlaubfrosch liegt in der Zellgröße: Als diploide Art hat H. chrysoscelis kleinere Zellen und Erythrozyten als der tetraploide H. versicolor, was aber nur unter dem Mikroskop erkennbar ist.

Verbreitung & Lebensraum

Der Goldstreifen-Laubfrosch ist im östlichen Nordamerika verbreitet, mit einem Schwerpunkt in den südöstlichen USA. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Texas und Oklahoma im Westen über die Golfstaaten bis nach Virginia und Maryland im Osten. Im Norden überlappt es stellenweise mit dem des Fleckenlaubfroschs.

Die Art bevorzugt Laubwälder und Mischwälder, kommt aber auch in Gärten, Parks und vorstädtischen Gebieten vor. Zur Fortpflanzung nutzt sie eine Vielzahl flacher, stehender Gewässer. In den südlicheren Teilen des Verbreitungsgebiets, wo H. versicolor fehlt, ist der Goldstreifen-Laubfrosch oft die einzige „graue" Laubfroschart.

Lebensweise & Verhalten

Der Goldstreifen-Laubfrosch ist nachtaktiv und verbringt den Tag auf Baumrinde oder in Baumspalten getarnt. Er ist ein geschickter Kletterer und bewegt sich mit Hilfe seiner Haftscheiben sicher im Geäst. Wie H. versicolor kann er teilweise einfrieren und die Kälte durch körpereigene Frostschutzmittel (Glycerol) überstehen.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum Fleckenlaubfrosch ist der Ruf: Der Goldstreifen-Laubfrosch hat einen deutlich schnelleren Triller (ca. 34–69 Pulse pro Sekunde) im Vergleich zum langsameren Triller von H. versicolor (ca. 17–35 Pulse pro Sekunde). Die Ruffrequenz ist temperaturabhängig, aber bei gleicher Temperatur immer schneller als bei der Schwesterart.

Ernährung

Die Ernährung entspricht weitgehend der des Fleckenlaubfroschs. Der Goldstreifen-Laubfrosch frisst eine Vielzahl kleiner Wirbelloser, darunter Motten, Fliegen, Käfer, Ameisen und Spinnen. Er jagt bevorzugt nachts, wobei er sich an beleuchteten Stellen aufhält, die Insekten anziehen.

Die Kaulquappen ernähren sich von Algen und organischen Partikeln im Wasser. In der Terrarienhaltung fütterst du den Frosch mit Grillen, Fruchtfliegen und kleinen Wachsmotten, die mit Kalzium bestäubt werden sollten.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich von April bis August. Die Männchen rufen von Ufervegetation an stehenden Gewässern. Der schnelle, melodische Triller ist das zuverlässigste Feldmerkmal zur Unterscheidung von H. versicolor. In Gebieten, wo beide Arten gemeinsam vorkommen, wählen Weibchen ihre Partner anhand der artspezifischen Ruffrequenz.

Das Weibchen legt 1.000–2.000 Eier in kleinen Klumpen an der Wasseroberfläche ab. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und benötigen 45–65 Tage für die Metamorphose. Interessanterweise können sich beide Schwesterarten hybridisieren, wobei die Nachkommen meist triploid und unfruchtbar sind.

Haltung im Terrarium

Die Haltung des Goldstreifen-Laubfroschs ähnelt der des Fleckenlaubfroschs. Ein hohes Terrarium ab 60 × 40 × 60 cm mit Korkästen, Rindenstücken und Pflanzen als Klettermöglichkeiten ist geeignet. Ein flaches Wasserbecken am Boden sollte vorhanden sein.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 22–26 °C liegen, nachts bei 16–20 °C. In den südlichen Teilen des Verbreitungsgebiets kann die Winterruhe kürzer ausfallen (1–2 Monate bei 5–10 °C). Die Art ist in Europa selten im Handel, wird aber gelegentlich als Nachzucht angeboten. Gefüttert wird mit kleinen Grillen, Fruchtfliegen und Wachsmotten.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Goldstreifen-Laubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art ist weit verbreitet und anpassungsfähig. Die Populationen gelten insgesamt als stabil, obwohl lokale Rückgänge durch Habitatverlust und Pestizideinsatz vorkommen.

Die größte wissenschaftliche Herausforderung ist die korrekte Bestandserfassung, da die Art im Feld nicht vom Fleckenlaubfrosch unterschieden werden kann (außer durch den Ruf). Schutzmaßnahmen für Feuchtgebiete und Laubwälder kommen beiden Arten gleichermaßen zugute.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Hyla chrysoscelisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Hyla chrysoscelisiucnredlist.org
  3. Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
  4. Gerhardt, H. C. (2005): Acoustic spectral preferences in two cryptic species of grey treefrogs. Animal Behaviour, 70(1), 103–113.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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