Salamander

Goldstreifen-Salamander (Chioglossa lusitanica)

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Goldstreifen-Salamander (Chioglossa lusitanica)

Bildquelle: Taniaaraujo / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Goldstreifen-Salamander ist ein schlanker, schneller Salamander von der Iberischen Halbinsel mit zwei markanten goldenen Rückenstreifen auf dunklem Grund. Er ist der einzige Vertreter seiner Gattung und ein lebendes Relikt, das eng an die feuchten, atlantisch geprägten Wälder Portugals und Nordwest-Spaniens gebunden ist.

Der Goldstreifen-Salamander ist ein schlanker, schneller Salamander von der Iberischen Halbinsel mit zwei markanten goldenen Rückenstreifen auf dunklem Grund. Er ist der einzige Vertreter seiner Gattung und ein lebendes Relikt, das eng an die feuchten, atlantisch geprägten Wälder Portugals und Nordwest-Spaniens gebunden ist.

Steckbrief: Goldstreifen-Salamander (Chioglossa lusitanica)
Wissenschaftlicher NameChioglossa lusitanica
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieEchte Salamander (Salamandridae)
GattungChioglossa
Größe12–16 cm
Gewicht4–8 g
Lebenserwartung8–15 Jahre
VerbreitungNordwestliche Iberische Halbinsel (Portugal, Nordwest-Spanien)
LebensraumFeuchte Schluchtwälder, Granitsteinbrüche, Bachufertäler
SchutzstatusGefährdet (VU) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Goldstreifen-Salamander ist mit 12–16 cm Gesamtlänge ein mittelgroßer, aber auffallend schlanker und langgestreckter Salamander. Sein Schwanz ist besonders lang und macht oft über die Hälfte der Gesamtlänge aus. Die Grundfarbe ist glänzend dunkelbraun bis schwarz. Zwei leuchtend goldene bis kupferfarbene Rückenstreifen verlaufen vom Kopf bis zum Schwanz, wo sie sich vereinigen.

Der Körperbau erinnert eher an einen Gecko als an einen typischen Salamander – schlank, flach und mit langen Beinen. Die Augen sind groß und vorstehend. Die Zunge ist an der Spitze frei und kann blitzschnell herausgeschleudert werden – eine Besonderheit unter den Salamandridae. Die Haut ist glatt und glänzend. Insgesamt ist der Goldstreifen-Salamander einer der elegantesten und schnellsten Salamander Europas.

Verbreitung & Lebensraum

Der Goldstreifen-Salamander ist ein Endemit der nordwestlichen Iberischen Halbinsel. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das nördliche und zentrale Portugal sowie das nordwestliche Spanien (Galicien, Asturien). Er ist an das atlantische Klima mit milden, feuchten Wintern und kühlen Sommern gebunden.

Er bewohnt schattige, feuchte Schluchtwälder (vor allem Eichen- und Lorbeerwälder) in der Nähe von Bächen und Quellen. Besonders häufig findest du ihn an Granitsteinwänden und in Höhlen, in denen konstante Feuchtigkeit herrscht. Er kommt vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 1.300 m vor und bevorzugt die kühlen, nordexponierten Talseiten.

Lebensweise & Verhalten

Der Goldstreifen-Salamander ist überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Er gehört zu den schnellsten Salamandern überhaupt und kann bei Bedrohung überraschend schnell fliehen – er rennt regelrecht über den Boden und die Felsen, wobei er seinen langen Schwanz schlängelnd hinter sich herzieht. Dieses Verhalten ist für Salamander äußerst ungewöhnlich.

Tagsüber versteckt er sich in Felsspalten, Höhlen und unter Steinen. In Höhlen und Stollen bildet er mitunter große Aggregationen von Dutzenden Individuen. Bei Bedrohung kann er seinen Schwanz abwerfen (Autotomie), der anschließend regeneriert. Im Sommer, wenn es trocken wird, zieht er sich in kühle, feuchte Verstecke zurück und reduziert seine Aktivität.

Ernährung

Der Goldstreifen-Salamander ernährt sich hauptsächlich von Fliegen und anderen Fluginsekten, die er mit seiner speziellen Projektilzunge fängt. Diese Jagdmethode ist unter Salamandern der Familie Salamandridae einzigartig und erinnert eher an die Jagdtechnik der lungenlosen Salamander. Weitere Beutetiere sind Spinnen, Milben, Ameisen und kleine Käfer.

Die Larven leben aquatisch und ernähren sich von kleinen Wasserwirbellosen wie Bachflohkrebsen und Insektenlarven. Die Fähigkeit, fliegende Insekten zu fangen, verschafft dem Goldstreifen-Salamander Zugang zu einer Nahrungsquelle, die von den meisten anderen europäischen Salamandern nicht genutzt wird.

Fortpflanzung

Die Paarung findet im Herbst (September–November) statt. Das Männchen setzt ein Spermatophor ab, das vom Weibchen aufgenommen wird. Das Weibchen speichert das Sperma und legt im Winter oder Frühjahr 12–20 Eier unter Steine am Bachgrund ab.

Die Larven schlüpfen nach etwa einem Monat und leben in kühlen, sauberen Bergbächen. Die Larvenentwicklung dauert relativ lang – bis zu zwei Jahre in kühlen Gewässern. Die Metamorphose findet bei einer Länge von etwa 5 cm statt. Anschließend führen die Jungtiere ein überwiegend terrestrisches Leben. Die Geschlechtsreife wird nach 3–5 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Die Haltung des Goldstreifen-Salamanders im Terrarium ist aufgrund seines geschützten Status nur mit Genehmigung und Nachzuchttieren möglich. Die Art steht unter europäischem Schutz (FFH-Richtlinie, Anhang II und IV). Ein Terrarium ab 80 × 40 × 40 cm mit feuchtem Waldsubstrat, Steinen, Korkrinde und einem kleinen Bachlauf wäre ideal.

Die Temperatur sollte bei kühlen 14–20 °C liegen, die Luftfeuchtigkeit bei 70–90 %. Ein kleiner Wasserteil mit Bachlauf ist für die Fortpflanzung notwendig. Gefüttert wird mit kleinen Fliegen, Springschwänzen und Heimchen. Die Art wird in Europa nur sehr selten in Gefangenschaft gehalten und gezüchtet.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Goldstreifen-Salamander wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind Lebensraumverlust durch Aufforstung mit Eukalyptus- und Kiefernplantagen (die die natürlichen Laubwälder ersetzen), Waldbrände, Gewässerverschmutzung und der Klimawandel, der die Niederschläge in der Region verändern könnte.

Die Art ist im Anhang II und IV der europäischen FFH-Richtlinie gelistet und genießt strengen Schutz. In Portugal und Spanien gibt es mehrere Natura-2000-Schutzgebiete, die wichtige Populationen beherbergen. Die Wiederherstellung natürlicher Laubwälder und der Schutz sauberer Bachläufe sind entscheidend für den Erhalt dieser einzigartigen Art.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Chioglossa lusitanicaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Chioglossa lusitanicaiucnredlist.org
  3. Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
  4. Velo-Antón, G. et al. (2015): Phylogeography of Chioglossa lusitanica. Molecular Ecology, 24(4), 799–812.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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