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Goldtetra (Hemigrammus rodwayi)

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Goldtetra (Hemigrammus rodwayi)

Bildquelle: chonlasub woravichan / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Goldtetra fasziniert mit seiner einzigartigen goldenen Körperfärbung, die in der Natur durch die Einlagerung von Trematoden-Zysten unter der Haut entsteht. In Aquarienhaltung ohne Parasiten verliert er seine Goldfärbung und wird silbrig – ein bemerkenswertes biologisches Phänomen.

Der Goldtetra fasziniert mit seiner einzigartigen goldenen Körperfärbung, die in der Natur durch die Einlagerung von Trematoden-Zysten unter der Haut entsteht. In Aquarienhaltung ohne Parasiten verliert er seine Goldfärbung und wird silbrig – ein bemerkenswertes biologisches Phänomen.

Steckbrief: Goldtetra (Hemigrammus rodwayi)
Wissenschaftlicher NameHemigrammus rodwayi
OrdnungSalmlerartige (Characiformes)
FamilieEchte Salmler (Characidae)
GattungHemigrammus
Größe3–5 cm
Gewicht1–3 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungGuyana, Suriname, Französisch-Guayana
LebensraumSüßwasser – langsam fließende Gewässer, Waldbäche, Überschwemmungsbereiche
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert6.0–7.5
Wasserhärte3–12 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Goldtetra erreicht eine Körperlänge von 3–5 cm und besitzt den typischen, seitlich abgeflachten Salmlerkörper. In der Natur zeigt er eine einzigartige, leuchtend goldene Färbung, die durch eingelagerte Guanin-Kristalle entsteht, welche sich als Reaktion auf Trematodenlarven (Saugwürmer) unter der Haut bilden. Dieses Phänomen ist in der Fischwelt einzigartig.

In Aquarienhaltung verlieren die Fische ihre goldene Färbung oft nach einigen Generationen und werden silbrig mit einem leichten Goldschimmer. Die Flossen sind transparent bis leicht gelblich, und die Iris zeigt einen roten Oberlappen. Männchen sind etwas schlanker als Weibchen und zeigen eine intensivere Färbung. Die Fettflosse ist bei beiden Geschlechtern vorhanden.

Verbreitung & Lebensraum

Der Goldtetra kommt in den Küstengewässern von Guyana, Suriname und Französisch-Guayana vor. Er bewohnt langsam fließende Waldbäche, Gräben, Sümpfe und die Überschwemmungsbereiche tropischer Tieflandregenwälder. Die Gewässer sind oft durch Huminstoffe bräunlich gefärbt (Schwarzwasser) und haben einen niedrigen pH-Wert.

In seinem natürlichen Habitat lebt der Goldtetra in großen Schwärmen, die gemeinsam durch die flachen, pflanzenreichen Uferbereiche ziehen. Die Gewässer sind typischerweise warm, weich und sauer, mit einem dichten Blätterdach, das für gedämpftes Licht sorgt.

Lebensweise & Verhalten

Der Goldtetra ist ein friedlicher Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden sollte. Im Schwarm zeigen die Tiere ein harmonisches Schwimmverhalten und fühlen sich deutlich wohler als bei Einzelhaltung oder in zu kleinen Gruppen. Einzelne Tiere sind scheu und verstecken sich häufig.

Er bewohnt bevorzugt die mittlere Wasserzone und schwimmt dort in lockerem Verband. Der Goldtetra ist tagaktiv und zeigt bei guten Haltungsbedingungen eine lebhafte Aktivität. Gegenüber anderen Fischen ist er absolut friedlich und eignet sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien mit anderen kleinen, friedlichen Arten.

Ernährung

Der Goldtetra ist ein unkomplizierter Allesfresser, der im Aquarium praktisch jedes gängige Futter annimmt. Hochwertiges Flocken- oder Granulatfutter bildet die Basis. Ergänze regelmäßig mit Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven, Daphnien und Cyclops für eine ausgewogene Ernährung.

Gelegentlich angebotenes Lebendfutter wird besonders gerne gefressen und fördert die Vitalität und Farbintensität. Auch feines pflanzliches Futter und Spirulina-Flocken werden akzeptiert. Füttere mehrmals täglich in kleinen Mengen, die innerhalb weniger Minuten gefressen werden.

Fortpflanzung

Die Zucht des Goldtetras ist möglich, erfordert aber etwas Vorbereitung. Ein separates Zuchtbecken mit weichem, saurem Wasser (pH 5,5–6,5), feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmopps und gedämpftem Licht bietet optimale Bedingungen. Die Wassertemperatur sollte bei 26–28 °C liegen.

Die Fische sind Freilaicher – das Weibchen verstreut die Eier zwischen den Pflanzen, wo sie vom Männchen befruchtet werden. Da beide Elternteile Laichräuber sind, solltest du sie nach dem Ablaichen aus dem Zuchtbecken entfernen. Die Jungfische schlüpfen nach 24–36 Stunden und schwimmen nach etwa 3–4 Tagen frei. Erstfutter sind Infusorien und feinste Artemia-Nauplien.

Haltung im Aquarium

Für den Goldtetra benötigst du ein Aquarium ab 60 Litern mit dichter Randbepflanzung und freiem Schwimmraum in der Mitte. Eine dunkle Bodengrundfarbe und gedämpftes Licht durch Schwimmpflanzen bringen die goldene Färbung besonders gut zur Geltung. Der Einsatz von Torffilterung oder Seemandelbaumblättern imitiert die natürlichen Schwarzwasserbedingungen.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–7,5. Halte die Tiere in einer Gruppe von mindestens 8–10 Exemplaren. Als Beifische eignen sich andere kleine Salmler, Panzerwelse, Zwergbuntbarsche und Bärblinge. Regelmäßige Wasserwechsel (25 % pro Woche) halten die Wasserqualität auf einem hohen Niveau.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Goldtetra wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art kommt in ihrem Verbreitungsgebiet in großer Zahl vor. Lokale Bedrohungen bestehen durch Abholzung der Regenwälder und die damit verbundene Veränderung der Gewässerökosysteme.

Die meisten im Handel erhältlichen Goldtetras stammen aus Zuchtfarmen oder Wildfängen aus Guyana und Suriname. Die goldene Färbung der Wildform, die durch Parasitenbefall entsteht, ist ein faszinierendes Beispiel für die komplexen Wechselwirkungen zwischen Wirt und Parasit in tropischen Ökosystemen.

Quellen

  1. FishBase: Hemigrammus rodwayifishbase.se
  2. Seriously Fish: Hemigrammus rodwayiseriouslyfish.com
  3. Weitzman, S. H. & Palmer, L. (2003): Family Characidae. Check List of the Freshwater Fishes of South and Central America.
  4. IUCN Red List: Hemigrammus rodwayiiucnredlist.org

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