Salamander

Granularer Salamander (Ambystoma opacum)

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Granularer Salamander (Ambystoma opacum)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Granulare Salamander, auch Marmorsalamander genannt, ist ein stämmiger, auffällig gezeichneter Querzahnmolch aus dem östlichen Nordamerika. Sein schwarzer Körper mit silberweißen bis grauen Querbändern macht ihn unverwechselbar. Einzigartig ist seine Herbstfortpflanzung – als einer der wenigen Salamander legt er seine Eier im Herbst an Land ab.

Der Granulare Salamander, auch Marmorsalamander genannt, ist ein stämmiger, auffällig gezeichneter Querzahnmolch aus dem östlichen Nordamerika. Sein schwarzer Körper mit silberweißen bis grauen Querbändern macht ihn unverwechselbar. Einzigartig ist seine Herbstfortpflanzung – als einer der wenigen Salamander legt er seine Eier im Herbst an Land ab.

Steckbrief: Granularer Salamander (Ambystoma opacum)
Wissenschaftlicher NameAmbystoma opacum
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieQuerzahnmolche (Ambystomatidae)
GattungAmbystoma
Größe9–12 cm
Gewicht5–15 g
Lebenserwartung8–15 Jahre
VerbreitungÖstliches Nordamerika (Neuengland bis Florida, westlich bis Texas)
LebensraumLaubwälder, temporäre Gewässer, Feuchtgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Granulare Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 9–12 cm und ist stämmig gebaut mit einem breiten, runden Kopf. Die Grundfarbe ist tief schwarz mit auffälligen silberweißen bis grauen Querbändern, die über den Rücken verlaufen. Bei Weibchen sind die Bänder eher silbrig-grau, bei Männchen heller weiß. Dieses kontrastreiche Marmormuster ist bei keinem anderen nordamerikanischen Salamander zu finden.

Die Bauchseite ist einheitlich schwarz. Die Haut ist glatt und feucht. Die Beine sind kurz und kräftig, die Augen relativ klein. Wie alle Ambystomatidae besitzt er breite, querovale Zähne (Querzähne), die ihm den Familiennamen geben. Im Vergleich zu anderen Ambystoma-Arten ist er eher klein und gedrungen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Granulare Salamander kommt im östlichen Nordamerika vor – von Neuengland über die Mittelatlantikstaaten und den Südosten der USA bis nach Florida und westlich bis Texas und Illinois. Er ist über weite Teile seines Verbreitungsgebiets relativ häufig.

Er bewohnt Laubwälder und Mischwälder, bevorzugt in der Nähe temporärer Gewässer (Winterpfützen, Überschwemmungsflächen). Diese temporären Gewässer sind fischfrei und damit ideale Laichhabitate. Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt er versteckt unter Steinen, Totholz und in Nagetiergängen im Waldboden, oft in beträchtlicher Entfernung von Gewässern.

Lebensweise & Verhalten

Der Granulare Salamander ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Großteil seines Lebens unterirdisch. Er ist nur während der Wanderung zu den Laichplätzen im Herbst und bei feuchtem Wetter an der Oberfläche zu beobachten. Anders als die meisten Amphibien wandert er nicht im Frühjahr, sondern im Herbst (September–November) zu seinen Fortpflanzungsplätzen.

Die Art ist fossorial (grabend) und nutzt vorwiegend die Gänge von Nagetieren und anderen Tieren als Verstecke. An regnerischen Herbstabenden kann man größere Wanderungen beobachten, wenn die Tiere zu den noch trockenen Senken wandern, die im Winter überflutet werden. Im Sommer bleibt er tief im Boden und tritt nur selten an die Oberfläche.

Ernährung

Der Granulare Salamander ernährt sich von bodenlebenden Wirbellosen. Zur Hauptnahrung gehören Regenwürmer, Nacktschnecken, Käfer, Ameisen, Tausendfüßler und Spinnen. Die Nahrungssuche findet nachts auf dem Waldboden und in unterirdischen Gängen statt.

Larven sind aquatische Räuber und fressen Zooplankton, Mückenlarven, Wasserflöhe und andere kleine Wasserorganismen. Ältere Larven können auch Eier und Larven anderer Amphibienarten fressen, die später im Frühjahr in denselben Gewässern laichen.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Granularen Salamanders ist einzigartig unter den nordamerikanischen Salamandern: Sie findet im Herbst statt (September–November), und die Eier werden an Land abgelegt! Die Weibchen legen 30–200 Eier in kleinen Mulden und Senken, die im Winter typischerweise durch Regen und Schneeschmelze überflutet werden.

Das Weibchen bewacht die Eier und hält sie feucht, bis die Senke überflutet wird. Erst dann schlüpfen die Larven ins Wasser und beginnen ihr aquatisches Leben. Die Larvenentwicklung dauert 2–6 Monate, je nach Wassertemperatur. Wenn die temporären Gewässer im Frühjahr austrocknen, müssen die Larven ihre Metamorphose abgeschlossen haben. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Granulare Salamander kann im Terrarium gehalten werden und ist relativ robust. Ein Terrarium ab 60 × 30 × 30 cm mit einer dicken Schicht lockerer Erde (mindestens 10 cm zum Graben), Moos, Rindenstücken und einer flachen Wasserschale ist geeignet. Die Erde sollte locker genug sein, dass der Salamander sich eingraben kann.

Die Temperatur sollte bei 18–22 °C liegen, im Winter bei 5–10 °C für eine 2-monatige Ruhephase. Gefüttert wird mit Regenwürmern, Heimchen, Wachsmottenlarven und Asseln. Für die Zucht ist ein saisonales Setup mit einem im Herbst trockenen Bereich notwendig, der dann überflutet wird. Die Art wird in Europa gelegentlich von Spezialisten gezüchtet.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Granulare Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im östlichen Nordamerika noch weit verbreitet und in geeigneten Habitaten häufig. Dennoch gehen lokale Populationen durch die Zerstörung temporärer Gewässer, Urbanisierung und Fragmentierung der Waldlebensräume zurück.

Da die Art auf temporäre, fischfreie Gewässer zur Fortpflanzung angewiesen ist, ist der Schutz dieser saisonalen Feuchtgebiete besonders wichtig. In einigen US-Bundesstaaten steht der Granulare Salamander auf der Vorwarnliste gefährdeter Arten und profitiert von Programmen zum Schutz von Vernal Pools (temporären Waldtümpeln).

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ambystoma opacumamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ambystoma opacumiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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