Frösche

Griechischer Frosch (Rana graeca)

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Griechischer Frosch (Rana graeca)

Bildquelle: W Verhagen / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Griechische Frosch ist ein scheuer Bachbewohner der Balkanhalbinsel. Er lebt an klaren, kühlen Bergbächen in bewaldeten Schluchten und ist ein exzellenter Schwimmer. Die Art ist eng mit dem Springfrosch verwandt und bevorzugt felsige Gewässer in mittleren Höhenlagen.

Der Griechische Frosch ist ein scheuer Bachbewohner der Balkanhalbinsel. Er lebt an klaren, kühlen Bergbächen in bewaldeten Schluchten und ist ein exzellenter Schwimmer. Die Art ist eng mit dem Springfrosch verwandt und bevorzugt felsige Gewässer in mittleren Höhenlagen.

Steckbrief: Griechischer Frosch (Rana graeca)
Wissenschaftlicher NameRana graeca
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieRanidae
GattungRana
Größe5–8 cm
Gewicht15–30 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungBalkanhalbinsel (Griechenland, Albanien, Nordmazedonien, Bulgarien)
LebensraumBergbäche, feuchte Schluchten, Laubwälder
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Griechische Frosch ist ein mittelgroßer, schlanker Frosch mit einer Körperlänge von 5–8 cm. Die Oberseite ist braun bis rotbraun gefärbt mit einem charakteristischen dunklen Temporalfleck hinter dem Auge. Ein heller Rückenstreifen ist oft vorhanden. Die Unterseite ist weißlich und meist ungefleckt.

Die Hinterbeine sind auffallend lang und kräftig, was ihn zu einem hervorragenden Springer macht. Das Trommelfell ist deutlich sichtbar, aber kleiner als bei vielen verwandten Arten. Die Schnauze ist zugespitzt und relativ lang. Die Haut ist glatt mit deutlichen Drüsenleisten an den Flanken. Männchen sind etwas kleiner als Weibchen und entwickeln während der Paarungszeit dunkle Brunftschwielen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Griechische Frosch ist auf der Balkanhalbinsel endemisch. Sein Verbreitungsgebiet umfasst Griechenland (Festland), Albanien, Nordmazedonien, den Südwesten Bulgariens und möglicherweise kleine Teile des westlichen Kosovo. Er kommt in Höhenlagen von 100 bis etwa 2.000 m vor.

Die Art ist streng an klare, kühle Bergbäche und deren Umgebung gebunden. Sie bevorzugt bewaldete Schluchten und Täler mit felsigen Bachbetten und dichter Ufervegetation. Im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Braunfröschen ist sie stärker an fließende Gewässer und felsige Substrate gebunden. Laubwälder und Mischwälder in der Nähe der Bäche bilden den Landlebensraum.

Lebensweise & Verhalten

Der Griechische Frosch ist scheu und schwer zu beobachten. Er sitzt gerne auf Felsen am Bachrand oder im flachen Wasser und taucht bei Störung blitzschnell ins Wasser ab, wo er sich im Kies oder unter Steinen versteckt. Er ist ein exzellenter Schwimmer und kann auch in strömungsreichen Gewässern agieren.

Die Art ist dämmerungs- und nachtaktiv, kann aber an bewölkten, feuchten Tagen auch tagsüber beobachtet werden. Die Winterruhe verbringt er in Felsspalten, unter Steinen oder im Bachbett. Im Vergleich zu anderen Braunfröschen ist er stärker an das Wasser gebunden und entfernt sich selten weit von den Bächen, an denen er lebt.

Ernährung

Der Griechische Frosch ernährt sich von einer Vielzahl wirbelloser Tiere, die er am Bachufer und im feuchten Wald erbeutet. Hauptbeute sind Insekten (Fliegen, Käfer, Eintagsfliegen), Spinnen, Asseln und kleine Schnecken. Die Lage an Bergbächen bietet ihm Zugang zu aquatischen Insektenlarven, die er aus dem Wasser fischt.

Die Kaulquappen ernähren sich von Algen und organischem Aufwuchs auf den Steinen der Bachbetten. Sie sind an das Leben in strömenden Gewässern angepasst und besitzen einen kräftigen Schwanz für die Fortbewegung in der Strömung.

Fortpflanzung

Die Laichzeit beginnt im Frühjahr (März bis Mai), je nach Höhenlage. Die Männchen rufen aus dem Wasser heraus mit leisen, knurrenden Lauten. Die Paarung findet in ruhigen Abschnitten der Bergbäche oder in angrenzenden stehenden Gewässern statt.

Das Weibchen legt 300–1.500 Eier in kleinen Laichballen ab, die an Steinen oder Pflanzen im flachen Wasser befestigt werden. Die Kaulquappen entwickeln sich im kühlen Bachwasser und benötigen aufgrund der niedrigen Temperaturen oft mehrere Monate für die Metamorphose. In höheren Lagen kann die Entwicklung bis in den Herbst dauern.

Haltung im Terrarium

Der Griechische Frosch wird in der Terraristik kaum gehalten und ist im Handel nicht verfügbar. Als europäische Art steht er unter Naturschutz, und die Entnahme aus der Natur ist verboten. Eine Haltung wäre nur mit Sondergenehmigung für wissenschaftliche Zwecke oder zoologische Einrichtungen möglich.

Theoretisch benötigte man ein Bachpaludarium mit kühlem, fließendem Wasser (12–18 °C), Felsen und dichter Bepflanzung. Die Haltung wäre aufgrund der speziellen Anforderungen an Wasserqualität und Temperatur anspruchsvoll. Stattdessen solltest du den Schutz natürlicher Lebensräume unterstützen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Griechische Frosch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art profitiert von der relativ geringen Besiedlungsdichte und dem Waldreichtum vieler Balkangebirge. Die Populationen gelten insgesamt als stabil, obwohl lokale Rückgänge dokumentiert sind.

Die Hauptbedrohungen sind die Veränderung von Bergbächen durch Wasserentnahme, Staudämme und Wasserverschmutzung. Auch die Abholzung von Uferwäldern und die Zersiedelung von Tälern können die Art beeinträchtigen. In Griechenland und den anderen Balkanstaaten ist die Art gesetzlich geschützt. Der Erhalt naturnaher Bergbäche ist die wichtigste Schutzmaßnahme.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Rana graecaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Rana graecaiucnredlist.org
  3. Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
  4. Valakos, E. D. et al. (2008): The Amphibians and Reptiles of Greece. Edition Chimaira.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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