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Großer Querzahnmolch (Ambystoma tigrinum mavortium)

4 Min. Lesezeit
Großer Querzahnmolch (Ambystoma tigrinum mavortium)

Bildquelle: Miroslav Srb / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Große Querzahnmolch ist eine imposante Unterart des Tigersalamanders aus dem westlichen Nordamerika. Mit bis zu 35 cm Gesamtlänge gehört er zu den größten landlebenden Salamandern der Welt. Er zeigt häufig Neotenie und kann als kiementragendes, wasserbewohnendes Tier geschlechtsreif werden.

Der Große Querzahnmolch ist eine imposante Unterart des Tigersalamanders aus dem westlichen Nordamerika. Mit bis zu 35 cm Gesamtlänge gehört er zu den größten landlebenden Salamandern der Welt. Er zeigt häufig Neotenie und kann als kiementragendes, wasserbewohnendes Tier geschlechtsreif werden.

Steckbrief: Großer Querzahnmolch (Ambystoma tigrinum mavortium)
Wissenschaftlicher NameAmbystoma tigrinum mavortium
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieQuerzahnmolche (Ambystomatidae)
GattungAmbystoma
Größe20–35 cm
Gewicht30–80 g
Lebenserwartung12–15 Jahre
VerbreitungWestliches Nordamerika (Kanada bis Mexiko)
LebensraumTeiche, Seen, Präriegewässer
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Große Querzahnmolch erreicht eine beeindruckende Gesamtlänge von 20–35 cm und ist damit einer der größten landlebenden Salamander der Welt. Der Körperbau ist massig und kräftig mit einem breiten, abgeflachten Kopf und kleinen Augen. Die Haut ist glatt und feucht.

Die Färbung besteht aus einem Muster aus gelben bis olivfarbenen Bändern und Flecken auf dunkelbraunem bis schwarzem Grund. Im Vergleich zur östlichen Nominatform sind die Flecken oft mehr bandförmig und zusammenhängend. Neotene Exemplare (Wasserlarven, die geschlechtsreif werden) behalten ihre äußeren, federartigen Kiemenbüschel und den breiten Schwanzflossensaum und sehen dem berühmten Axolotl ähnlich.

Verbreitung & Lebensraum

Der Große Querzahnmolch kommt im westlichen Nordamerika vor – von den kanadischen Prärieprovinzen (Alberta, Saskatchewan) über die westlichen US-Bundesstaaten bis nach Nordmexiko. Er besiedelt vor allem die Great Plains und die intermontanen Becken.

Die Art ist an trockene Klimabedingungen angepasst und kommt in Präriegebieten, Halbwüsten und offenen Waldlandschaften vor. Als Laichgewässer nutzt er Prärieseen, Teiche, Stauseen und auch künstliche Gewässer wie Viehtränken und Bewässerungsteiche. An Land lebt er in Nagetierbauten, die er oft über viele Jahre hinweg bewohnt und die ihm als Schutz vor Austrocknung und Kälte dienen.

Lebensweise & Verhalten

Der Große Querzahnmolch ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Großteil seines Lebens unterirdisch. Er kommt hauptsächlich bei Regen und zur Fortpflanzungszeit an die Oberfläche. In den trockenen westlichen Lebensräumen ist die unterirdische Lebensweise eine wichtige Überlebensstrategie.

Besonders bemerkenswert ist die häufige Neotenie in dieser Unterart. In vielen Populationen bleiben die Tiere dauerhaft im Larvenstadium, entwickeln Geschlechtsorgane und pflanzen sich fort, ohne jemals die Metamorphose zu durchlaufen. Diese neotenen Tiere, auch „Waterdogs" genannt, können ebenso groß werden wie metamorphosierte Exemplare und behalten ihre auffälligen Kiemenbüschel.

Ernährung

Als einer der größten Salamander ist der Große Querzahnmolch ein kräftiger Räuber. Erwachsene metamorphosierte Tiere fressen Regenwürmer, große Insekten, Nacktschnecken, kleine Frösche und gelegentlich sogar Mäuse. Neotene Exemplare ernähren sich im Wasser von Insektenlarven, Kaulquappen, kleinen Fischen und Krebstieren.

Die Larven sind ebenfalls gefräßige Räuber und können in dicht besiedelten Gewässern kannibalisch werden. In einigen Populationen entwickeln sich morphologisch unterscheidbare „Kannibalenlarven" mit vergrößertem Kopf und stärkeren Kiefern, die auf das Fressen von Artgenossen spezialisiert sind.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung wird durch Regen und steigende Temperaturen im Frühjahr ausgelöst. Die Tiere wandern massenhaft zu den Laichgewässern, oft in einer einzigen Nacht. Die Balz findet im Wasser statt und umfasst das Umschwimmen des Weibchens und die Abgabe einer Spermatophore durch das Männchen.

Das Weibchen legt große Eiklumpen mit jeweils 20–100 Eiern an Wasserpflanzen oder am Gewässerboden ab. Insgesamt werden bis zu 1.500 Eier produziert. Die Larven schlüpfen nach 2–4 Wochen und können sich entweder nach 3–5 Monaten in landlebende Jungtiere verwandeln oder neoten bleiben und im Wasser geschlechtsreif werden. Die Geschlechtsreife wird mit 3–5 Jahren erreicht.

Haltung im Aquarium

Der Große Querzahnmolch eignet sich sowohl für die Terrarienhaltung (metamorphosierte Tiere) als auch für die Aquarienhaltung (neotene Tiere). Aufgrund seiner Größe benötigst du ein geräumiges Becken – mindestens 100 × 50 cm für ein Paar. Neotene Exemplare brauchen einen Wasserstand von 25–35 cm mit gutem Filter.

Die Temperatur sollte 15–22 °C betragen. Metamorphosierte Tiere benötigen eine dicke Schicht lockerer Erde zum Graben und große Verstecke. Gefüttert wird mit Regenwürmern, Grillen, kleinen Fischstücken und Mückenlarven. Eine Winterruhe bei 4–8 °C über 2–3 Monate fördert die Gesundheit. Die Art ist im spezialisierten Handel gelegentlich erhältlich, oft als neotene Form.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Große Querzahnmolch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art ist insgesamt noch häufig, lokale Populationen können jedoch durch den Verlust von Feuchtgebieten, Pestizide und den Straßenverkehr bedroht sein. Der Ranavirusbefall hat in einigen Populationen zu signifikanten Bestandseinbrüchen geführt.

In einigen US-Bundesstaaten und kanadischen Provinzen genießt die Art gesetzlichen Schutz. Die Erhaltung von Präriegewässern und die Vermeidung von Fischbesatz in natürlichen Laichgewässern sind wichtige Schutzmaßnahmen für diese imposante Salamanderart.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ambystoma mavortiumamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ambystoma tigrinumiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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