Fische

Großmaul-Antennenwels (Megalechis thoracata)

4 Min. Lesezeit
Großmaul-Antennenwels (Megalechis thoracata)

Bildquelle: Grigorev Mikhail / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Großmaul-Antennenwels, auch Gefleckter Schwielenwels genannt, ist ein robuster Panzerwels aus Südamerika. Besonders faszinierend ist sein Fortpflanzungsverhalten: Das Männchen baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche und bewacht die Brut – ein ungewöhnliches Verhalten für einen Wels.

Der Großmaul-Antennenwels, auch Gefleckter Schwielenwels genannt, ist ein robuster Panzerwels aus Südamerika. Besonders faszinierend ist sein Fortpflanzungsverhalten: Das Männchen baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche und bewacht die Brut – ein ungewöhnliches Verhalten für einen Wels.

Steckbrief: Großmaul-Antennenwels (Megalechis thoracata)
Wissenschaftlicher NameMegalechis thoracata
OrdnungWelsartige (Siluriformes)
FamiliePanzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae)
GattungMegalechis
Größe12–18 cm
Gewicht20–60 g
Lebenserwartung8–10 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Brasilien, Guyana, Venezuela, Trinidad)
LebensraumSüßwasser – stehende und langsam fließende Gewässer, Überschwemmungsbereiche
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 120 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert6.0–8.0
Wasserhärte5–20 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Großmaul-Antennenwels erreicht eine Körperlänge von 12–18 cm und besitzt einen langgestreckten, leicht abgeflachten Körper, der von zwei Reihen knöcherner Platten geschützt ist. Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwärzlich mit zahlreichen hellen Flecken und Punkten, die ein unregelmäßiges Muster bilden. Der Bauch ist heller gefärbt.

Der Kopf ist breit und flach mit einem auffällig großen Maul, das dem Fisch seinen deutschen Namen einbrachte. Zwei Paar Barteln am Ober- und Unterkiefer dienen der Orientierung und Nahrungssuche. Männchen entwickeln zur Brutzeit verlängerte und verdickte Brustflossenstacheln mit orangefarbenen Rändern. Die Augen sind klein und seitlich positioniert.

Verbreitung & Lebensraum

Der Großmaul-Antennenwels ist in Südamerika weit verbreitet und kommt in Brasilien, Guyana, Suriname, Venezuela, Kolumbien und auf der Insel Trinidad vor. Er bewohnt stehende und langsam fließende Gewässer wie Sümpfe, Überschwemmungsbereiche, Gräben und die Uferzonen von Flüssen.

In der Natur lebt er bevorzugt in flachen, pflanzenreichen Gewässern mit schlammigem Bodengrund. Er ist extrem anpassungsfähig und kann auch in sauerstoffarmen Gewässern überleben, da er atmosphärische Luft schlucken und über eine modifizierte Darmatmung nutzen kann. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihm sogar, kurze Strecken über Land zu wandern.

Lebensweise & Verhalten

Der Großmaul-Antennenwels ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Bodenbewohner, der tagsüber in Verstecken ruht und nachts auf Nahrungssuche geht. Er durchwühlt den Bodengrund systematisch auf der Suche nach Fressbarem und kann dabei den Sand beachtlich aufwirbeln.

Die Art ist grundsätzlich friedlich, kann aber gegenüber Artgenossen und ähnlich großen Bodenfischen territorial werden, besonders während der Brutzeit. Sie ist ein guter Schwimmer und steigt regelmäßig zur Wasseroberfläche auf, um atmosphärische Luft zu schlucken – ein völlig normales Verhalten, das kein Zeichen für schlechte Wasserqualität ist.

Ernährung

Der Großmaul-Antennenwels ist ein unkomplizierter Allesfresser, der praktisch alles frisst, was er am Boden findet. In der Natur ernährt er sich von Insektenlarven, Würmern, kleinen Krebstieren und organischem Detritus. Im Aquarium nimmst du sinkende Futtertabletten, Welstabs und Granulat als Basis.

Ergänze regelmäßig mit Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia und Tubifex. Auch überbrühtes Gemüse wie Zucchini, Gurke und Erbsen wird gerne angenommen. Füttere bevorzugt abends, wenn der Fisch aktiv wird. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Gesundheit und das Schaumnestbau-Verhalten.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Großmaul-Antennenwelses ist besonders faszinierend: Das Männchen baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche, ähnlich wie bei Labyrinthfischen. Dazu sammelt es Pflanzenteile und Blasen und formt daraus eine schwimmende Plattform unter großen Schwimmpflanzenblättern oder direkt unter der Wasseroberfläche.

Nach einer intensiven Balz legt das Weibchen die Eier in das Schaumnest, wo sie vom Männchen befruchtet und bewacht werden. Das Männchen verteidigt das Nest aggressiv gegen alle Eindringlinge und belüftet die Eier. Die Jungfische schlüpfen nach 3–4 Tagen und werden vom Männchen noch einige Tage im Nest betreut. Die Aufzucht mit Artemia-Nauplien ist unkompliziert.

Haltung im Aquarium

Für den Großmaul-Antennenwels benötigst du ein Aquarium ab 120 Litern mit feinem Sand als Bodengrund, damit er sein natürliches Wühlverhalten ausüben kann, ohne sich die Barteln zu verletzen. Biete zahlreiche Verstecke aus Wurzeln, Höhlen und Tonröhren an. Schwimmpflanzen sind wichtig, da sie als Basis für das Schaumnest dienen.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–8,0. Der Fisch ist sehr tolerant gegenüber unterschiedlichen Wasserparametern. Eine Paar- oder Gruppenhaltung ist möglich, wobei du pro Männchen ausreichend Platz und Sichtbarrieren einplanen solltest. Als Beifische eignen sich friedliche Salmler, Bärblinge und andere nicht zu kleine Fische.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Großmaul-Antennenwels wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und anpassungsfähig. Die Zerstörung von Feuchtgebieten und die Verschmutzung von Gewässern stellen lokale Bedrohungen dar.

In der Aquaristik ist der Fisch seit Langem etabliert und wird erfolgreich in Gefangenschaft nachgezüchtet. Die meisten im Handel angebotenen Exemplare stammen aus Zuchtfarmen.

Quellen

  1. FishBase: Megalechis thoracatafishbase.se
  2. Seriously Fish: Megalechis thoracataseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Megalechis thoracataiucnredlist.org
  4. Reis, R. E. (2003): Callichthyidae. Check List of the Freshwater Fishes of South and Central America.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken