Garnelen

Grundlagen der Garnelenhaltung

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Grundlagen der Garnelenhaltung

Zusammenfassung

Die Garnelenhaltung im Aquarium ist ein faszinierendes Hobby, das mit dem richtigen Grundwissen auch Anfängern viel Freude bereiten kann. Von der Auswahl der richtigen Art bis zur optimalen Einrichtung – hier lernst du die Grundlagen.

Der Einstieg in die Garnelenhaltung

Garnelen sind ideale Aquarienbewohner für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Sie sind friedlich, faszinierend zu beobachten und stellen im Vergleich zu vielen Fischarten geringere Platzanforderungen. Ein Nano-Aquarium ab 20 Litern genügt für den Anfang, und die Grundausstattung ist überschaubar.

Bevor du deine ersten Garnelen anschaffst, solltest du dich mit den Grundlagen der Aquaristik vertraut machen: Wie funktioniert der Stickstoffkreislauf? Was bedeutet „Einfahrphase"? Welche Wasserwerte sind für deine gewünschte Art ideal? Mit einem soliden Grundwissen vermeidest du die häufigsten Anfängerfehler und schaffst von Anfang an optimale Bedingungen für deine Tiere.

Die richtige Art wählen

Für Einsteiger empfehlen sich robuste Neocaridina-Garnelen wie die Red Cherry Garnele. Diese Tiere verzeihen kleine Fehler bei den Wasserwerten und vermehren sich auch unter nicht perfekten Bedingungen. Erst wenn du Erfahrung gesammelt hast, solltest du dich an anspruchsvollere Arten wie Bienengarnelen oder Sulawesi-Garnelen wagen.

Informiere dich vor dem Kauf gründlich über die Anforderungen der gewünschten Art. Nicht alle Garnelenarten vertragen die gleichen Wasserwerte, und eine falsche Artenwahl kann zu Frustration und Tierverlusten führen. Kaufe Tiere nur aus seriösen Quellen – bevorzugt Nachzuchten von lokalen Züchtern, die dir auch bei Fragen weiterhelfen können.

Das Becken einrichten

Die Einrichtung eines Garnelenbeckens beginnt mit dem Bodengrund. Für Neocaridina-Arten eignet sich neutraler Feinkies oder Sand, für Caridina-Arten empfiehlt sich aktiver Soil. Auf den Bodengrund folgen Steine, Wurzeln und Pflanzen – besonders Moos und Aufsitzerpflanzen sind ideal für Garnelenbecken.

Vermeide scharfkantige Dekorationsgegenstände und überprüfe, ob alle verwendeten Materialien aquarientauglich sind. Teste neue Steine auf Kalkgehalt (mit Essig beträufeln – kein Aufschäumen = kalkfrei). Wasche Kies und Sand gründlich, bevor du sie ins Becken gibst. Plane die Bepflanzung so, dass verschiedene Zonen entstehen: offene Flächen, Moospolster, Verstecke und Aufwuchsflächen.

Die Einfahrphase

Die Einfahrphase ist der wichtigste Schritt vor dem Garnelenkauf. In dieser Zeit (mindestens 3–4 Wochen, besser 6–8 Wochen) bauen sich die nützlichen Bakterien auf, die Ammoniak und Nitrit in ungefährliches Nitrat umwandeln. Ohne diese Bakterien wäre das Wasser für die Garnelen tödlich.

Starte das Becken komplett eingerichtet mit Filter, Heizung und Beleuchtung. Füge Bakterienstarter hinzu und überwache die Wasserwerte regelmäßig. Ammoniak und Nitrit steigen zunächst an und sinken dann auf Null – erst dann ist das Becken bereit für die ersten Bewohner. Geduld ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Garnelen richtig einsetzen

Setze neue Garnelen immer behutsam ein. Die Tropfmethode ist am schonendsten: Gib die Garnelen mit dem Transportwasser in einen Behälter und lass über einen dünnen Luftschlauch mit Ventil tropfenweise Aquarienwasser zulaufen. Über einen Zeitraum von 1–2 Stunden sollte sich das Wasservolumen verdoppelt haben. Dann setzt du die Garnelen vorsichtig mit einem Kescher ins Aquarium – ohne das Transportwasser.

Schalte die Beleuchtung am Einsatztag aus, um den Stress für die neuen Bewohner zu reduzieren. In den ersten Tagen verhalten sich Garnelen oft scheu und verstecken sich – das ist normal und kein Grund zur Sorge. Nach einigen Tagen bis Wochen gewöhnen sie sich an ihre neue Umgebung und werden zunehmend aktiv und zutraulich.

Tägliche und wöchentliche Pflege

Die tägliche Pflege eines Garnelenbeckens beschränkt sich auf wenige Handgriffe: Überprüfe die Temperatur und die technischen Geräte, beobachte die Tiere auf Auffälligkeiten und füttere gegebenenfalls eine kleine Portion. Entferne abgestorbene Pflanzenteile und verendete Tiere sofort.

Wöchentlich solltest du die Wasserwerte testen und einen Teilwasserwechsel (10–20 %) durchführen. Reinige die Scheiben bei Bedarf mit einem weichen Schwamm oder einer Algenbürste. Kontrolliere den Filter regelmäßig und reinige ihn nur bei nachlassender Leistung – und dann ausschließlich mit Aquarienwasser, um die nützlichen Bakterien zu schonen.

Quellen

  1. Werner Klotz & Andreas Karge (2013): Süßwassergarnelen aus aller Welt. Dähne Verlag.
  2. Lukhaup, C. & Pekny, R. (2010): Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium. Dähne Verlag.
  3. Dennerle: Garnelen-Ratgeber – dennerle.com

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