Fische (Salzwasser)

Hawaiidoktorfisch (Ctenochaetus hawaiiensis)

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Hawaiidoktorfisch (Ctenochaetus hawaiiensis)

Bildquelle: Kris Wiktor / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Hawaiidoktorfisch, auch Chevron Tang genannt, ist ein auf Hawaii und den Zentralpazifikinseln endemischer Algenfresser. Juvenile Tiere bestechen durch ein auffälliges rot-oranges Chevron-Muster, das im Alter zu einer einheitlich dunkelbraunen Färbung verblasst. Er ist ein effizienter Algenfresser und nützlicher Riffbewohner.

Der Hawaiidoktorfisch, auch Chevron Tang genannt, ist ein auf Hawaii und den Zentralpazifikinseln endemischer Algenfresser. Juvenile Tiere bestechen durch ein auffälliges rot-oranges Chevron-Muster, das im Alter zu einer einheitlich dunkelbraunen Färbung verblasst. Er ist ein effizienter Algenfresser und nützlicher Riffbewohner.

Steckbrief: Hawaiidoktorfisch (Ctenochaetus hawaiiensis)
Wissenschaftlicher NameCtenochaetus hawaiiensis
OrdnungDoktorfischartige (Acanthuriformes)
FamilieDoktorfische (Acanthuridae)
GattungCtenochaetus
Größe15–25 cm
Gewicht100–350 g
Lebenserwartung10–20 Jahre
VerbreitungHawaii, Zentralpazifik (endemisch)
LebensraumKorallenriffe, Riffhänge, Lagunen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 500 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Hawaiidoktorfisch erreicht eine Größe von 15 bis 25 cm und zeigt eine der dramatischsten Farbveränderungen im Laufe seines Lebens unter allen Doktorfischen. Juvenile Tiere sind spektakulär gefärbt: Ein dunkler Grundton mit leuchtend roten bis orangefarbenen Chevron-Mustern (V-förmige Streifen) über den gesamten Körper, ergänzt durch blaue und grüne Akzente um die Augen.

Mit zunehmendem Alter verblasst das Chevron-Muster und adulte Tiere zeigen eine einheitlich dunkelbraune bis olivbraune Färbung mit feinen horizontalen Linien auf den Flanken. Die Augen sind von einem auffälligen blauen bis grünen Ring umgeben. Wie alle Doktorfische besitzt auch der Hawaiidoktorfisch einen scharfen Skalpelldorn an der Schwanzwurzel zur Verteidigung. Die Gattung Ctenochaetus unterscheidet sich von Zebrasoma und Acanthurus durch ihre kammartigen, flexiblen Zähne.

Verbreitung & Lebensraum

Der Hawaiidoktorfisch ist endemisch auf Hawaii und den umliegenden Zentralpazifikinseln. Dieses begrenzte Verbreitungsgebiet macht ihn zu einer der wenigen endemischen Doktorfischarten im Pazifik. Er bewohnt Korallenriffe in Tiefen von 5 bis 40 Metern.

Ctenochaetus hawaiiensis bevorzugt Riffhänge und -plateaus mit reichlichem Algenbewuchs. Er kommt sowohl an geschützten als auch an exponierten Riffen vor und ist in seinem Verbreitungsgebiet lokal häufig. Juvenile Tiere halten sich oft in flacheren, geschützten Riffbereichen auf.

Lebensweise & Verhalten

Der Hawaiidoktorfisch ist ein tagaktiver Algenfresser, der den Großteil des Tages mit dem Abweiden von Mikroalgen und Detritus von Riffoberflächen verbringt. Anders als viele andere Doktorfische, die Algen abrupfen, schabt die Gattung Ctenochaetus mit ihren kammartigen Zähnen feine Algenfilme und Detritus von Substraten ab.

Die Art kann territorial sein, besonders gegenüber Artgenossen und ähnlichen Doktorfischen. In der Natur kommen sie einzeln oder in lockeren Futtergruppen vor. Im Aquarium entwickeln sie eine starke Persönlichkeit und können sehr zutraulich werden. Der Schwanzdorn wird bei Auseinandersetzungen eingesetzt und kann bei der Handhabung Verletzungen verursachen.

Ernährung

Der Hawaiidoktorfisch ernährt sich in der Natur von Mikroalgen, Detritus und Biofilmen, die er mit seinen speziellen kammartigen Zähnen von Riffoberflächen abschabt. Er ist ein effizienter Detritusverwerter und spielt eine wichtige Rolle bei der Sauberhaltung des Riffs.

Im Aquarium solltest du eine überwiegend pflanzliche Ernährung anbieten. Nori-Algenblätter, Spirulina-Flocken und spezielles Algenfutter bilden die Grundlage. Ergänzend werden auch Frostfutter wie Mysis und Artemia sowie hochwertiges Granulatfutter angenommen. Der Hawaiidoktorfisch hilft aktiv, Algenbeläge und Detritus im Aquarium zu reduzieren.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Hawaiidoktorfischs folgt dem typischen Muster der Doktorfische. In der Natur laichen die Tiere paarweise oder in kleinen Gruppen in der Dämmerung. Die pelagischen Eier werden ins Freiwasser abgegeben und treiben mit der Strömung.

Die Larvenentwicklung dauert mehrere Wochen und die Jungtiere zeigen ab einer bestimmten Größe das charakteristische Chevron-Muster. Die Zucht in Gefangenschaft ist bisher nicht gelungen. Im Handel sind ausschließlich Wildfänge erhältlich, die aufgrund des hawaiianischen Fangverbots für Aquarienfische zunehmend selten und teuer werden.

Haltung im Aquarium

Der Hawaiidoktorfisch benötigt ein Aquarium ab 500 Litern mit viel Schwimmraum und gut strukturiertem Lebendgestein. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, der pH-Wert bei 8,0–8,4 und die Salinität bei 1,023–1,026.

Die Art ist riffkompatibel und geht nicht an Korallen. Als effektiver Algenfresser ist er ein nützlicher Bewohner im Riffaquarium. Beachte, dass er gegenüber anderen Doktorfischen aggressiv werden kann – halte am besten nur ein Exemplar pro Becken, es sei denn, das Aquarium ist sehr groß.

Der Hawaiidoktorfisch ist anfällig für Cryptocaryon (Weißpünktchenkrankheit), besonders nach dem Import. Eine Quarantäne vor dem Einsetzen ins Hauptbecken ist dringend empfehlenswert. Aufgrund des Fangverbots in Hawaii sind diese Fische zunehmend schwer erhältlich und teuer.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Hawaiidoktorfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Allerdings ist sein Verbreitungsgebiet auf Hawaii und angrenzende Inseln beschränkt, was ihn potenziell anfälliger für lokale Bedrohungen macht als weit verbreitete Arten.

Seit 2021 ist der Fang von Aquarienfischen in Hawaii durch ein Gerichtsurteil praktisch untersagt, was die Verfügbarkeit dieser Art im Handel stark eingeschränkt hat. Diese Maßnahme dient dem Schutz der hawaiianischen Riffökosysteme. Der Klimawandel und die Ozeanversauerung bleiben die langfristig größten Bedrohungen für die Korallenriffe Hawaiis.

Quellen

  1. FishBase: Ctenochaetus hawaiiensisfishbase.se
  2. IUCN Red List: Ctenochaetus hawaiiensisiucnredlist.org
  3. Randall, J.E. (2005): Reef and Shore Fishes of the South Pacific. University of Hawaii Press.
  4. Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  5. Meerwasser-Lexikon: Ctenochaetus hawaiiensis – meerwasser-lexikon.de

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