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Hechtcichlide (Crenicichla sp.)

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Crenicichla sp

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Hechtcichliden sind eine artenreiche Gattung räuberischer Buntbarsche aus Südamerika mit über 90 beschriebenen Arten. Ihr langgestreckter, torpedoförmiger Körper erinnert an einen Hecht und verrät ihre Lebensweise als Lauerjäger. Sie sind faszinierende, aber anspruchsvolle Aquarienfische für erfahrene Halter.

Die Hechtcichliden sind eine artenreiche Gattung räuberischer Buntbarsche aus Südamerika mit über 90 beschriebenen Arten. Ihr langgestreckter, torpedoförmiger Körper erinnert an einen Hecht und verrät ihre Lebensweise als Lauerjäger. Sie sind faszinierende, aber anspruchsvolle Aquarienfische für erfahrene Halter.

Steckbrief: Hechtcichlide (Crenicichla sp.)
Wissenschaftlicher NameCrenicichla sp.
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungCrenicichla
Größe15–40 cm (artabhängig)
Gewicht50–300 g
Lebenserwartung8–15 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Amazonas, Orinoco, Paraná und weitere Flusssysteme)
LebensraumSüßwasser – Flüsse, Bäche und Überschwemmungsbereiche
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN (die meisten Arten)
Aquariumab 300 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert5.5–7.5
Wasserhärte2–12 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Hechtcichliden besitzen einen langgestreckten, zylindrischen bis leicht abgeflachten Körper, der an einen europäischen Hecht erinnert. Je nach Art variiert die Größe erheblich: Zwergarten wie Crenicichla compressiceps bleiben bei 8–10 cm, während Großarten wie Crenicichla lugubris über 40 cm erreichen können. Die Grundfärbung reicht von schlichtem Graubraun bis zu leuchtenden Rot-, Orange- und Blautönen.

Viele Arten zeigen einen dunklen Längsstreifen oder eine Reihe von Flecken entlang der Flanken. Ein Augenfleck (Ocellus) an der Schwanzflossenbasis ist bei vielen Arten vorhanden. Das Maul ist groß und endständig mit kräftigen Zähnen – eindeutig das Werkzeug eines Räubers. Weibchen sind oft intensiver gefärbt als Männchen, besonders zur Brutzeit, wenn sie leuchtend rote oder orangefarbene Bäuche entwickeln.

Verbreitung & Lebensraum

Die Gattung Crenicichla ist in ganz Südamerika verbreitet, vom Orinoco-Becken in Venezuela über das Amazonasbecken bis zum Paraná-Flusssystem in Argentinien. Mit über 90 beschriebenen Arten ist sie eine der artenreichsten Buntbarsch-Gattungen. Neue Arten werden regelmäßig entdeckt und beschrieben.

Je nach Art bewohnen Hechtcichliden unterschiedliche Lebensräume: Von schnell fließenden, klaren Bergbächen über langsam fließende Schwarzwasserflüsse bis hin zu stehenden Gewässern in Überschwemmungsbereichen. Gemeinsam ist den meisten Arten die Vorliebe für Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln, Steine und überhängende Ufervegetation.

Lebensweise & Verhalten

Hechtcichliden sind typische Lauerjäger, die regungslos in einem Versteck warten und blitzschnell vorschießen, wenn ein Beutetier in Reichweite kommt. Sie sind territoriale Einzelgänger, die ein festes Revier beanspruchen und es vehement gegen Eindringlinge verteidigen – auch gegen deutlich größere Fische.

Trotz ihres räuberischen Wesens können Hechtcichliden in geeigneten Becken gut gehalten werden. Paare bilden starke Bindungen und zeigen eine intensive Brutpflege. Die Tiere sind intelligent und entwickeln schnell eine Beziehung zu ihrem Pfleger – sie erkennen ihre Bezugsperson und zeigen Futterbetteln. Viele Halter beschreiben sie als die „persönlichsten" Aquarienfische überhaupt.

Ernährung

Hechtcichliden sind Raubfische, die sich in der Natur von kleineren Fischen, Krebstieren, Insektenlarven und Würmern ernähren. Im Aquarium solltest du eine proteinreiche Kost aus großem Frostfutter (ganze Mückenlarven, Krill, Stinte), Garnelen und gelegentlich Lebendfutter anbieten.

Viele Arten lassen sich nach einer Eingewöhnung auch an hochwertiges Granulat und Pellets gewöhnen. Vermeide die Fütterung mit lebenden Futtersfischen, da diese Krankheiten übertragen können und ernährungsphysiologisch oft minderwertig sind. Eine abwechslungsreiche Ernährung aus Frostfutter, Garnelen und hochwertigem Trockenfutter ist ideal.

Fortpflanzung

Hechtcichliden sind Höhlenbrüter oder Substratlaicher, je nach Art. Das Weibchen legt 100–500 Eier an der Decke einer Höhle oder auf einem flachen Stein ab. Beide Elternteile betreiben intensive Brutpflege und verteidigen Eier und Jungfische vehement – zur Brutzeit können sie extrem aggressiv werden.

Die Jungfische schlüpfen nach 3–5 Tagen und werden von beiden Eltern geführt. Sie können nach dem Freischwimmen mit Artemia-Nauplien gefüttert werden. Die Eltern-Kind-Beziehung kann mehrere Wochen andauern, was die Beobachtung dieser Fische besonders faszinierend macht. Die Zucht gelingt bei harmonierenden Paaren in der Regel gut.

Haltung im Aquarium

Hechtcichliden benötigen je nach Art ein Aquarium ab 300 Litern (Zwergarten ab 120 Litern). Das Becken sollte viele Verstecke aus Wurzeln, Steinen und Höhlen bieten. Eine Bepflanzung mit robusten Pflanzen wie Anubias und Javafarn ist möglich. Der Bodengrund sollte aus Sand bestehen.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,0. Die meisten Arten bevorzugen weiches, leicht saures Wasser. Die Haltung als Paar ist am empfehlenswertesten. Beifische sollten robust, schnell und groß genug sein, um nicht als Beute betrachtet zu werden. Vermeide bodenlebende Beifische, die in das Revier des Hechtcichliden eindringen könnten.

Gefährdung & Schutzstatus

Die meisten Crenicichla-Arten werden von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Einige Arten mit begrenztem Verbreitungsgebiet sind jedoch durch Lebensraumzerstörung, Staudammbau und Wasserverschmutzung bedroht. Neue Arten werden regelmäßig beschrieben, sodass der Schutzstatus vieler Populationen noch nicht bewertet ist.

In der Aquaristik stammen die meisten Hechtcichliden aus Wildfängen, da die Nachzucht zwar möglich, aber aufgrund der Aggressivität der Tiere aufwendig ist. Einige beliebte Arten wie Crenicichla regani und Crenicichla compressiceps werden regelmäßig in der Aquaristik nachgezüchtet.

Quellen

  1. FishBase: Gattung Crenicichlafishbase.se
  2. Seriously Fish: Crenicichlaseriouslyfish.com
  3. Kullander, S. O. (2003): Cichlidae. Check List of the Freshwater Fishes of South and Central America.
  4. Stawikowski, R. & Werner, U. (2004): Die Buntbarsche Amerikas, Band 3. Verlag Eugen Ulmer.
  5. IUCN Red List – iucnredlist.org

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