Salamander

Höhlen-Salamander (Eurycea lucifuga)

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Höhlen-Salamander (Eurycea lucifuga)

Bildquelle: JacobLoyacano / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Höhlen-Salamander ist ein leuchtend orangerot gefärbter, lungenloser Salamander, der bevorzugt in den Eingangsbereichen von Kalksteinhöhlen im Mittleren Westen und Südosten der USA lebt. Trotz seines Namens ist er kein echter Höhlenbewohner, sondern nutzt Höhleneingänge als feuchte, geschützte Verstecke. Sein wissenschaftlicher Artname „lucifuga" bedeutet „lichtfliehend".

Der Höhlen-Salamander ist ein leuchtend orangerot gefärbter, lungenloser Salamander, der bevorzugt in den Eingangsbereichen von Kalksteinhöhlen im Mittleren Westen und Südosten der USA lebt. Trotz seines Namens ist er kein echter Höhlenbewohner, sondern nutzt Höhleneingänge als feuchte, geschützte Verstecke. Sein wissenschaftlicher Artname „lucifuga" bedeutet „lichtfliehend".

Steckbrief: Höhlen-Salamander (Eurycea lucifuga)
Wissenschaftlicher NameEurycea lucifuga
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieLungenlose Salamander (Plethodontidae)
GattungEurycea
Größe10–16 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungZentrales und östliches USA (Virginia bis Oklahoma)
LebensraumHöhlen, Felsspalten, feuchte Kalksteinformationen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Höhlen-Salamander (Eurycea lucifuga) erreicht eine Gesamtlänge von 10–16 cm und ist schlank gebaut mit einem langen, peitschenartigen Schwanz. Die Grundfarbe ist leuchtend orangerot bis rötlich-braun, bedeckt mit zahlreichen kleinen, unregelmäßigen schwarzen Flecken auf Rücken und Flanken. Die Bauchseite ist einfarbig gelb bis orange.

Die Augen sind groß und vorstehend – sie besitzen volle Sehfähigkeit, was ihn von den echten Höhlensalamandern unterscheidet. Die Beine sind relativ lang und die Zehen abgeflacht, was ihm das Klettern auf feuchten Felswänden erleichtert. Als lungenloser Salamander atmet er über die Haut und die Mundschleimhaut.

Verbreitung & Lebensraum

Der Höhlen-Salamander kommt im zentralen und östlichen USA vor – von Virginia und West Virginia über Kentucky, Tennessee und Missouri bis nach Oklahoma und Arkansas. Sein Verbreitungsgebiet deckt sich weitgehend mit den Kalksteinregionen der inneren Höhenländer und Appalachen.

Er lebt bevorzugt in der Dämmerungszone von Kalksteinhöhlen – dem Bereich zwischen dem voll beleuchteten Eingang und der absoluten Dunkelheit im Inneren. Außerdem findest du ihn an Felswänden, Kalksteinaufschlüssen, unter Steinen an Bachufern und in feuchten Brunnen. Er dringt nicht in die tiefen, lichtlosen Bereiche der Höhlen vor, sondern bleibt in Bereichen mit etwas Restlicht oder Dämmerung.

Lebensweise & Verhalten

Der Höhlen-Salamander ist nachtaktiv und verbringt den Tag in den feuchten, kühlen Höhleneingängen und Felsspalten. In der Nacht kommt er an die Höhlenwände und -decken heraus und klettert geschickt auf den feuchten Felsoberflächen, um Beute zu jagen. Er ist ein hervorragender Kletterer und wird häufig an vertikalen Felswänden beobachtet.

In Höhlen kann man ihn ganzjährig beobachten, da die Temperaturen dort relativ konstant bei 10–15 °C liegen. Außerhalb von Höhlen ist er vor allem im Frühjahr und Herbst aktiv, wenn die Außentemperaturen und Feuchtigkeit günstig sind. Er ist neugierig und relativ zutraulich – eine ungewöhnliche Eigenschaft für Salamander.

Ernährung

Der Höhlen-Salamander ernährt sich von den Wirbellosen, die im Höhleneingangsbereich und an feuchten Felswänden leben. Zur Beute gehören Höhlenspinnen, Hundertfüßler, Asseln, Käfer, Grillen und Fliegen. Er jagt aktiv auf feuchten Felswänden und kann auch springende Beute wie Höhlengrillen fangen.

Die Beute wird mit der klebrigen Zunge oder durch schnelles Zupacken erbeutet. In Höhlen mit Fledermauskolonien findet er eine besonders reichhaltige Nahrungsgrundlage, da der Fledermauskot (Guano) eine reiche Wirbellosenfauna unterstützt.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet im Sommer statt. Das Weibchen legt 50–120 Eier in Höhlen oder an feuchten Felswänden ab, typischerweise an der Decke oder Wand von Höhleneingängen, wo Wasser herabtropft. Das Weibchen bewacht die Eier und hält sie feucht.

Die Larven fallen nach dem Schlüpfen ins Wasser unter der Eiablagestelle oder werden vom Weibchen in nahegelegene Bäche oder Höhlengewässer gebracht. Die Larven besitzen äußere Kiemen und leben aquatisch. Die Metamorphose dauert 12–18 Monate. Die Jungtiere suchen dann Höhlen und Felsspalten als Lebensraum auf. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Höhlen-Salamander kann im Terrarium gehalten werden und ist relativ pflegeleicht. Ein Terrarium ab 60 × 30 × 40 cm mit einer felsigen Rückwand (Korkrinde oder Styropor-Felsimitation), Moos, Steinen und einem kleinen Wasserteil ist ideal. Die Gestaltung sollte vertikale Kletterflächen bieten, da die Art gern klettert.

Die Temperatur sollte bei 15–20 °C liegen. Die Luftfeuchtigkeit muss hoch sein (70–90 %), was durch regelmäßiges Sprühen erreicht wird. Gefüttert wird mit kleinen Heimchen, Grillen, Asseln und Wachsmottenlarven. Die Art ist in Europa selten erhältlich, wird aber gelegentlich von nordamerikanischen Spezialisten angeboten.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Höhlen-Salamander (Eurycea lucifuga) wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in geeigneten Habitaten noch relativ häufig. Bedrohungen bestehen durch Störung und Zerstörung von Höhlen (Tourismus, Steinbruch), Gewässerverschmutzung und den Verlust feuchter Felshabitate.

Der Schutz von Höhlen und Karstlandschaften im Mittleren Westen und Südosten der USA kommt nicht nur diesem Salamander, sondern dem gesamten einzigartigen Höhlenökosystem zugute. In einigen Bundesstaaten sind bekannte Höhlen-Salamander-Vorkommen als schützenswerte Habitate ausgewiesen.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Eurycea lucifugaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Eurycea lucifugaiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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