Der Honigfrosch, auch Green and Golden Bell Frog genannt, ist eine auffällig grün-goldene Froschart aus dem östlichen Australien. Er bewohnt Feuchtgebiete und Sümpfe entlang der Küste und ist trotz seines Namens kein Baumfrosch, sondern lebt überwiegend bodennah in dichter Vegetation. Die Art ist aufgrund von Habitatverlust und dem Chytridpilz als gefährdet eingestuft.
| Wissenschaftlicher Name | Ranoidea aurea |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Pelodryadidae |
| Gattung | Ranoidea |
| Größe | 6–10 cm |
| Gewicht | 20–60 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Östliches Australien (New South Wales, Victoria) |
| Lebensraum | Sümpfe, Feuchtwiesen, Teiche, Küstenlagunen |
| Schutzstatus | Gefährdet (VU) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Honigfrosch ist ein mittelgroßer, kräftig gebauter Frosch mit einer Körperlänge von 6–10 cm. Die Oberseite ist leuchtend grün bis smaragdgrün gefärbt, durchsetzt mit goldenen bis bronzefarbenen Flecken und Streifen, die ihm seinen charakteristischen Namen verleihen. Ein breiter, goldener Rückenstreifen zieht sich oft vom Auge bis zur Hüfte. Die Unterseite ist cremeweiß bis gelblich.
Die Haut ist relativ glatt mit vereinzelten kleinen Drüsenleisten an den Flanken. Die Hinterbeine sind kräftig und mit Schwimmhäuten versehen. Die Augen sind groß mit einer goldenen Iris und horizontalen Pupillen. Im Vergleich zu vielen anderen australischen Laubfröschen hat der Honigfrosch keine ausgeprägten Haftscheiben an den Zehen, was seine überwiegend bodennahe Lebensweise widerspiegelt.
Verbreitung & Lebensraum
Der Honigfrosch war einst im gesamten östlichen Australien von Queensland über New South Wales bis Victoria weit verbreitet. Heute ist sein Verbreitungsgebiet stark fragmentiert und auf wenige isolierte Populationen geschrumpft, vor allem in der Küstenregion von New South Wales und einigen Vororten von Sydney.
Er bewohnt bevorzugt offene Feuchtgebiete wie Sümpfe, Marschland, Küstenlagunen, Teiche und überschwemmte Wiesen. Anders als viele Laubfrösche lebt er nicht in Bäumen, sondern hält sich in dichter Bodenvegetation, Schilfgürteln und Grasland in Gewässernähe auf. Interessanterweise wurden stabile Populationen auch auf ehemaligen Industriegeländen und Golfplätzen in Sydney gefunden.
Lebensweise & Verhalten
Der Honigfrosch ist sowohl tag- als auch nachtaktiv und sonnt sich gerne auf Vegetation in Gewässernähe. Er ist ein guter Schwimmer und verbringt viel Zeit im oder am Wasser. Bei Gefahr springt er ins Wasser und taucht ab, um sich zwischen Wasserpflanzen zu verstecken.
Ungewöhnlich für Frösche ist seine Fähigkeit, andere Frösche zu fressen – einschließlich der giftigen Aga-Kröte, gegen deren Gift er eine gewisse Toleranz entwickelt hat. In den kühleren Wintermonaten reduziert er seine Aktivität deutlich und überwintert in geschützten Verstecken unter Steinen oder in Erdlöchern.
Ernährung
Der Honigfrosch ist ein opportunistischer Räuber mit einem breiten Beutespektrum. Er frisst Insekten, Spinnen, Schnecken, Würmer und andere Wirbellose. Größere Exemplare erbeuten auch kleinere Frösche, darunter sogar Artgenossen und junge Aga-Kröten.
In der Terrarienhaltung kannst du ihn mit Grillen, Heimchen, Heuschrecken und kleinen Regenwürmern füttern. Eine Supplementierung mit Kalzium und Vitaminen ist wichtig, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Die Fütterung sollte alle 2–3 Tage erfolgen.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich von Oktober bis März (australischer Frühling und Sommer). Die Männchen rufen mit einem tiefen, viertönigen Ruf aus flachen Gewässern heraus, der oft in warmen Nächten nach Regenfällen zu hören ist. Die Paarung findet im Wasser statt.
Das Weibchen legt 2.000–5.000 Eier in lockeren Klumpen zwischen schwimmende Wasserpflanzen ab. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich über 2–3 Monate zu Jungfröschen. Die Metamorphose findet im Wasser statt, und die Jungtiere sind zunächst nur etwa 1,5 cm groß. Die Geschlechtsreife wird nach 1–2 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Honigfrosch eignet sich für die Haltung in einem großzügigen Aquaterrarium von mindestens 100 × 50 × 50 cm für ein kleines Paar. Der Wasseranteil sollte etwa die Hälfte der Grundfläche ausmachen, mit einer Tiefe von 10–15 cm und einem bepflanzten Landteil. Temperaturen von 20–26 °C tagsüber und eine Nachtabsenkung auf 16–20 °C sind ideal.
Die Einrichtung sollte viele Klettermöglichkeiten, Verstecke aus Korkrinde und eine dichte Bepflanzung mit robusten Pflanzen umfassen. Ein guter Wasserfilter ist wichtig, da die Art viel Zeit im Wasser verbringt. Beachte, dass der Honigfrosch in Australien streng geschützt ist und international nur selten als Nachzucht verfügbar ist.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Honigfrosch wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Seit den 1990er-Jahren sind die Bestände dramatisch zurückgegangen. Hauptursachen sind die Ausbreitung des Chytridpilzes (Batrachochytrium dendrobatidis), der Verlust von Feuchtlebensräumen durch Urbanisierung und Landwirtschaft sowie die Prädation durch eingeführte Raubtiere wie Katzen und Füchse.
In Australien werden intensive Schutzmaßnahmen durchgeführt, darunter die Erhaltung und Neuschaffung von Feuchtgebieten, Zuchtprogramme in Zoos und die Bekämpfung des Chytridpilzes. Einige Populationen in der Nähe von Sydney werden besonders intensiv überwacht und geschützt.
Quellen
- AmphibiaWeb: Ranoidea aurea – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Ranoidea aurea – iucnredlist.org
- Cogger, H. G. (2014): Reptiles and Amphibians of Australia. 7th Edition. CSIRO Publishing.
- Tyler, M. J. & Knight, F. (2020): Field Guide to the Frogs of Australia. CSIRO Publishing.
- White, A. W. & Pyke, G. H. (2008): Frogs on the urban frontier. Urban Ecosystems, 11, 253–267.
