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Honiggurami (Trichogaster chuna)

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Honiggurami (Trichogaster chuna)

Bildquelle: Aleron Val / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Honiggurami ist einer der friedlichsten und farbenprächtigsten Labyrinthfische. Männchen verwandeln sich zur Brutzeit in leuchtend gold-rote Juwelen und bauen kunstvolle Schaumnester an der Wasseroberfläche. Sein ruhiges Wesen und seine geringe Größe machen ihn zum idealen Bewohner für kleinere, bepflanzte Aquarien.

Der Honiggurami ist einer der friedlichsten und farbenprächtigsten Labyrinthfische. Männchen verwandeln sich zur Brutzeit in leuchtend gold-rote Juwelen und bauen kunstvolle Schaumnester an der Wasseroberfläche. Sein ruhiges Wesen und seine geringe Größe machen ihn zum idealen Bewohner für kleinere, bepflanzte Aquarien.

Steckbrief: Honiggurami (Trichogaster chuna)
Wissenschaftlicher NameTrichogaster chuna
OrdnungAnabantiformes
FamilieLabyrinthfische (Osphronemidae)
GattungTrichogaster
Größe4–6 cm
Gewicht2–5 g
Lebenserwartung4–8 Jahre
VerbreitungIndien, Bangladesch
LebensraumSüßwasser – stehende und langsam fließende Gewässer, Reisfelder, Gräben
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 40 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert6.0–7.5
Wasserhärte3–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Honiggurami erreicht eine Körperlänge von 4–6 cm und besitzt einen seitlich abgeflachten, hochrückigen Körper. Die Wildform zeigt eine honiggelbe bis bräunliche Grundfärbung mit einem dunklen Längsstreifen entlang der Flanke. Zur Brutzeit färben sich Männchen spektakulär um: Der gesamte Körper wird leuchtend goldorange bis kupferrot, die Kehle tiefschwarz.

In der Aquaristik sind neben der Wildform verschiedene Zuchtformen erhältlich, darunter die beliebte „Red Honey" mit intensiv roter Färbung und die „Gold" mit leuchtend gelber Grundfarbe. Die fadenförmig verlängerten Bauchflossen sind ein typisches Merkmal aller Guramis und dienen als Tastorgane. Weibchen sind blasser gefärbt und etwas fülliger als die schlanken, farbenprächtigeren Männchen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Honiggurami stammt aus dem nordöstlichen Indien (Assam, Manipur) und Bangladesch, wo er in langsam fließenden und stehenden Gewässern vorkommt. Typische Lebensräume sind Reisfelder, Überschwemmungsbereiche, Gräben, Tümpel und die pflanzenreichen Uferzonen von Flüssen und Seen.

Die natürlichen Gewässer sind in der Regel warm, weich und leicht sauer, oft mit reichlich Schwimmpflanzen und Wasserhyazinthen bedeckt. Als Labyrinthfisch kann der Honiggurami atmosphärische Luft atmen und so auch in sauerstoffarmen Gewässern überleben, die für andere Fische lebensfeindlich wären.

Lebensweise & Verhalten

Der Honiggurami ist einer der friedlichsten Aquarienfische überhaupt. Er bewegt sich ruhig und bedächtig durch das Becken, wobei er seine fadenförmigen Bauchflossen als Tastorgane einsetzt, um seine Umgebung zu erkunden. Diese Fäden berühren sanft Pflanzen, Dekorationen und sogar andere Fische – ein faszinierendes Verhalten.

Die Tiere sind tagaktiv und bevorzugen die obere und mittlere Wasserzone. Männchen können untereinander leichte Rivalitäten zeigen, die aber selten zu ernsthaften Auseinandersetzungen führen. In zu hektischen oder lauten Aquarien kann der Honiggurami scheu und gestresst wirken – er bevorzugt ruhige, gut bepflanzte Becken mit gedämpftem Licht.

Ernährung

Der Honiggurami ist ein unkomplizierter Allesfresser, der im Aquarium alle gängigen Futtersorten akzeptiert. Hochwertiges Flockenfutter oder feines Granulat bildet die Basis. Ergänze regelmäßig mit kleinem Frostfutter wie Artemia, Cyclops und Daphnien, die gerne gefressen werden.

In der Natur frisst der Honiggurami auch Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen. Du kannst dies im Aquarium nachahmen, indem du gelegentlich kleine Fruchtfliegen oder Mückenlarven an der Oberfläche anbietest. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Farbintensität, besonders bei Männchen.

Fortpflanzung

Die Zucht des Honiggurami ist faszinierend zu beobachten. Das Männchen baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche, oft zwischen Schwimmpflanzen. Dazu schluckt es Luft und formt daraus Blasen, die mit Speichel stabilisiert werden. Manchmal werden Pflanzenteile in das Nest eingebaut. Während des Nestbaus zeigt das Männchen seine prächtigste Brutfärbung.

Bei der Paarung umschlingt das Männchen das Weibchen unter dem Nest. Die Eier steigen nach der Befruchtung auf und werden vom Männchen ins Schaumnest eingesammelt. Bis zu 300 Eier können gelegt werden. Das Männchen bewacht das Nest allein und repariert es ständig. Die Jungfische schlüpfen nach 24–36 Stunden und schwimmen nach 2–3 Tagen frei. Erstfutter sind Infusorien und feinste Artemia-Nauplien.

Haltung im Aquarium

Der Honiggurami eignet sich hervorragend für Aquarien ab 40 Litern. Eine dichte Bepflanzung mit Schwimmpflanzen (Muschelblume, Froschbiss, Wasserlinsen) schafft das perfekte Ambiente. Gedämpftes Licht und dunkler Bodengrund bringen die Farben optimal zur Geltung. Eine sanfte Strömung und eine nur leichte Wasserbewegung an der Oberfläche sind ideal.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–7,5. Halte Honigguramis als Paar oder in einer kleinen Gruppe mit einem Männchen und 2–3 Weibchen. Ideale Beifische sind kleine, friedliche Arten wie Panzerwelse, Bärblinge und kleine Salmler. Vermeide die Vergesellschaftung mit hektischen oder aggressiven Fischen, die den sanften Honiggurami stressen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Honiggurami wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und profitiert sogar von der Anlage von Reisfeldern, die zusätzlichen Lebensraum schaffen. Die meisten im Handel erhältlichen Tiere stammen aus Zuchtfarmen.

Lokale Bedrohungen bestehen durch die Verschmutzung von Gewässern mit Pestiziden und Düngemitteln aus der Landwirtschaft. Insgesamt gilt die Art aber als stabil und anpassungsfähig.

Quellen

  1. FishBase: Trichogaster chunafishbase.se
  2. Seriously Fish: Trichogaster chunaseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Trichogaster chunaiucnredlist.org
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
  5. Linke, H. (2013): Labyrinthfische. Tetra Verlag.

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