Der Iberische Wasserfrosch ist die häufigste Froschart der Iberischen Halbinsel und kommt in nahezu allen Süßgewässern Spaniens und Portugals vor. Er ist eng mit dem mitteleuropäischen Wasserfrosch verwandt und zeichnet sich durch seine grüne Färbung mit dunklen Flecken und einen hellen Rückenstreifen aus. Als anpassungsfähige Art besiedelt er auch vom Menschen geschaffene Gewässer.
| Wissenschaftlicher Name | Pelophylax perezi |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Ranidae |
| Gattung | Pelophylax |
| Größe | 5–10 cm |
| Gewicht | 20–50 g |
| Lebenserwartung | 6–10 Jahre |
| Verbreitung | Iberische Halbinsel, Südfrankreich |
| Lebensraum | Teiche, Seen, Flüsse, Bewässerungskanäle, Feuchtgebiete |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Iberische Wasserfrosch erreicht eine Körperlänge von 5–10 cm, wobei Weibchen etwas größer werden als Männchen. Die Oberseite ist leuchtend grün bis olivgrün gefärbt, oft mit dunklen, unregelmäßigen Flecken. Ein heller, grünlich-gelber Rückenstreifen ist häufig vorhanden. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich.
Die Hinterbeine sind lang und kräftig mit gut ausgebildeten Schwimmhäuten. Die Trommelfelle sind deutlich sichtbar und fast so groß wie die Augen. Männchen besitzen paarige, graue Schallblasen an den Mundwinkeln, die bei Ruftätigkeit aufgeblasen werden. Die Haut ist relativ glatt mit schwach ausgeprägten Drüsenleisten an den Flanken.
Verbreitung & Lebensraum
Der Iberische Wasserfrosch ist auf der gesamten Iberischen Halbinsel verbreitet und kommt von der Küste bis in Höhenlagen von etwa 2.300 m vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich auch über Südfrankreich und einige Mittelmeerinseln. In einigen Gebieten außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets wurde er eingeführt.
Als ausgesprochene Wasserart bewohnt er praktisch jedes stehende oder langsam fließende Süßgewässer – von natürlichen Seen und Teichen über Flüsse und Bäche bis hin zu Bewässerungskanälen, Brunnen, Stauseen und Schwimmbecken. Er ist sehr anpassungsfähig und kann auch leicht verschmutzte Gewässer besiedeln.
Lebensweise & Verhalten
Der Iberische Wasserfrosch ist überwiegend tagaktiv und verbringt viel Zeit am Gewässerufer sonnend. Bei Gefahr springt er mit einem lauten Platscher ins Wasser und taucht unter. Er ist ein ausgezeichneter Schwimmer und selten weit vom Wasser entfernt anzutreffen.
In den milderen Regionen seines Verbreitungsgebiets ist er ganzjährig aktiv, während er in kälteren Gebieten eine kurze Winterruhe hält. Die Männchen sind für ihre lauten, ratternden Chorrufe bekannt, die besonders in warmen Frühlings- und Sommernächten zu hören sind und weite Strecken übertragen werden können.
Ernährung
Der Iberische Wasserfrosch ernährt sich von einer Vielzahl wirbelloser Tiere. Auf seinem Speiseplan stehen Fliegen, Mücken, Käfer, Libellen, Spinnen, Schnecken und Würmer. Größere Exemplare fressen auch kleine Fische, Kaulquappen und junge Frösche anderer Arten.
Die Beute wird mit der klebrigen Zunge erbeutet oder bei aquatischer Beute direkt mit dem Maul geschnappt. Kaulquappen ernähren sich filtrierend von Algen, Detritus und Biofilmen auf Steinen und Wasserpflanzen.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit erstreckt sich von März bis Juni. Die Männchen rufen lautstark aus dem Wasser heraus und bilden oft große Rufchöre, die auch tagsüber aktiv sind. Die Paarung findet im Wasser statt, wobei das Männchen das Weibchen im Lendamplexus umklammert.
Das Weibchen legt 2.000–7.000 Eier in mehreren Laichballen ab, die an Wasserpflanzen geheftet werden. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich über 2–3 Monate. Die Metamorphose kann bis in den Herbst andauern. In warmen Regionen kann es gelegentlich zu einer zweiten Fortpflanzungsperiode im Spätsommer kommen.
Haltung im Terrarium
Der Iberische Wasserfrosch kann in einem geräumigen Aquaterrarium von mindestens 100 × 50 × 50 cm gehalten werden. Der Wasseranteil sollte großzügig bemessen sein (mindestens 50 % der Grundfläche) mit einer Wassertiefe von 15–20 cm und einem bepflanzten Landteil mit Sonnenplätzen.
Die Wassertemperatur sollte bei 18–24 °C liegen. Eine starke Beleuchtung mit UV-Anteil wird empfohlen, da die Art gerne Sonnenbäder nimmt. Ein leistungsstarker Filter ist aufgrund der aquatischen Lebensweise unerlässlich. Gefüttert wird mit Grillen, Heimchen, Fliegen und kleinen Regenwürmern. Die Art ist lautstark – rechne mit intensiver Ruftätigkeit besonders an warmen Abenden.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Iberische Wasserfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Er ist die häufigste Amphibienart der Iberischen Halbinsel und in seinem gesamten Verbreitungsgebiet weit verbreitet. Die Bestände sind insgesamt stabil.
Lokale Bedrohungen bestehen durch Habitatverlust, Wasserverschmutzung, den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und die Einführung invasiver Arten wie dem Nordamerikanischen Ochsenfrosch. Die Art profitiert jedoch von ihrer hohen Anpassungsfähigkeit und ihrer Fähigkeit, auch anthropogen veränderte Lebensräume zu besiedeln.
Quellen
- AmphibiaWeb: Pelophylax perezi – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Pelophylax perezi – iucnredlist.org
- Loureiro, A. et al. (2008): Atlas dos Anfíbios e Répteis de Portugal. Instituto da Conservação da Natureza.
- Pleguezuelos, J. M., Márquez, R. & Lizana, M. (2002): Atlas y Libro Rojo de los Anfibios y Reptiles de España. Ministerio de Medio Ambiente.
