Frösche

Italienischer Springfrosch (Rana italica)

4 Min. Lesezeit
Italienischer Springfrosch (Rana italica)

Bildquelle: Pablo Mendez Rodriguez / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Italienische Springfrosch ist ein Endemit der italienischen Apenninenhalbinsel und bewohnt klare, kühle Bergbäche und Quellgebiete. Er ist ein schlanker, agiler Frosch mit langen Hinterbeinen und einer braunen Färbung, die ihn auf dem Waldboden perfekt tarnt. Die Art ist eng an fließende Gewässer in bewaldeten Gebieten gebunden.

Der Italienische Springfrosch ist ein Endemit der italienischen Apenninenhalbinsel und bewohnt klare, kühle Bergbäche und Quellgebiete. Er ist ein schlanker, agiler Frosch mit langen Hinterbeinen und einer braunen Färbung, die ihn auf dem Waldboden perfekt tarnt. Die Art ist eng an fließende Gewässer in bewaldeten Gebieten gebunden.

Steckbrief: Italienischer Springfrosch (Rana italica)
Wissenschaftlicher NameRana italica
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieRanidae
GattungRana
Größe4–7 cm
Gewicht10–25 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungItalien (Apenninenhalbinsel)
LebensraumBergbäche, Quellgebiete, feuchte Wälder
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Italienische Springfrosch ist ein schlanker, mittelgroßer Frosch mit einer Körperlänge von 4–7 cm. Die Oberseite ist braun bis rotbraun gefärbt mit einer charakteristischen dunklen Temporalmaske, die vom Auge über das Trommelfell bis zur Schulter reicht. Die Flanken zeigen oft dunklere Flecken. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich, bei manchen Exemplaren mit rosa Anflug.

Die Hinterbeine sind sehr lang und kräftig, was ihm eine hervorragende Sprungfähigkeit verleiht. Die Zehen sind mit moderaten Schwimmhäuten versehen. Die Schnauze ist spitz, die Augen groß mit einer goldbraunen Iris. Im Vergleich zum verwandten Springfrosch (Rana dalmatina) ist der Italienische Springfrosch etwas gedrungener und hat kürzere Hinterbeine.

Verbreitung & Lebensraum

Der Italienische Springfrosch ist auf der italienischen Apenninenhalbinsel endemisch und kommt von Ligurien im Norden bis Kalabrien im Süden vor. Sein Verbreitungsgebiet ist eng an die Gebirgskette der Apenninen gebunden, wo er in Höhenlagen von 200 bis über 1.800 m vorkommt.

Er ist ein typischer Bewohner klarer, kühler Bergbäche und Quellgebiete in bewaldeten Tälern. Du findest ihn an beschatteten Bachläufen mit steinigem Untergrund, an Quellen und in feuchten Schluchten. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Braunfröschen ist er stark an fließende Gewässer gebunden und meidet stehende Gewässer weitgehend.

Lebensweise & Verhalten

Der Italienische Springfrosch ist überwiegend tag- und dämmerungsaktiv und hält sich bevorzugt in unmittelbarer Nähe seiner Bachhabitate auf. Er ist ein ausgezeichneter Springer und flüchtet bei Störung mit weiten Sätzen ins Wasser, wo er sich unter Steinen versteckt.

In den höheren Lagen hält die Art eine Winterruhe von November bis Februar, die sie häufig am Gewässergrund unter Steinen verbringt. In milderen Lagen kann sie ganzjährig aktiv sein. Die Tiere sind relativ standorttreu und halten sich oft über Jahre an denselben Bachabschnitten auf.

Ernährung

Der Italienische Springfrosch ernährt sich überwiegend von kleinen Wirbellosen, die er an Bachufern und auf feuchtem Waldboden erbeutet. Auf seinem Speiseplan stehen Fliegen, Mücken, kleine Käfer, Spinnen, Asseln und Springschwänze. Gelegentlich frisst er auch aquatische Wirbellose wie Bachflohkrebse.

Die Kaulquappen ernähren sich von Algen und organischem Material, das sie von Steinen im Bachbett abraspeln. Die Ernährung ist saisonal abhängig von der Verfügbarkeit der Beutetiere.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt je nach Höhenlage im Februar bis April. Die Männchen rufen leise und unauffällig an den Bachufern. Die Paarung findet im flachen Wasser statt, wobei das Männchen das Weibchen im Amplexus umklammert.

Das Weibchen legt 200–700 Eier in kleinen Laichballen an der Unterseite von Steinen in fließendem Wasser ab. Diese Eiablagestrategie schützt den Laich vor der Strömung und Fressfeinden. Die Kaulquappen schlüpfen nach 2–3 Wochen und entwickeln sich über 3–4 Monate im Bachbett. Die Metamorphose erfolgt im Sommer, die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Italienische Springfrosch ist in der Terrarienhaltung selten anzutreffen. Falls du die Möglichkeit hast, Nachzuchten zu erwerben, benötigst du ein kühles Bachufterrarium mit fließendem Wasser oder einer kleinen Pumpe, die einen Bachlauf simuliert. Das Terrarium sollte mindestens 80 × 40 × 40 cm groß sein.

Die Temperatur sollte bei kühlen 14–20 °C liegen, im Sommer maximal 22 °C. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und gute Belüftung sind wichtig. Die Einrichtung sollte Steine, Moos, feuchte Erde und Verstecke umfassen. Beachte, dass die Art als Endemit Italiens unter europäischem Naturschutz steht und die Entnahme aus der Natur verboten ist.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Italienische Springfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in geeigneten Habitaten entlang der Apenninen relativ häufig. Dennoch bestehen lokale Bedrohungen durch die Zerstörung von Bachhabitaten, Wasserentnahme, Gewässerverschmutzung und Waldrodung.

Die Art ist durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH, Anhang IV) geschützt. Der Erhalt naturnaher Bergbäche und ihrer umgebenden Wälder ist entscheidend für den langfristigen Schutz dieser Art. Klimabedingte Veränderungen der Wassertemperaturen könnten zukünftig eine zusätzliche Bedrohung darstellen.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Rana italicaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Rana italicaiucnredlist.org
  3. Lanza, B. et al. (2007): Fauna d'Italia – Amphibia. Calderini.
  4. Sindaco, R. et al. (2006): Atlante degli Anfibi e dei Rettili d'Italia. Societas Herpetologica Italica.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken