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Jaguarbuntbarsch (Parachromis managuensis)

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Jaguarbuntbarsch (Parachromis managuensis)

Bildquelle: Olya Maximenko / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Jaguarbuntbarsch ist einer der größten und imposantesten Süßwasser-Buntbarsche Zentralamerikas. Mit seinem markanten schwarz gefleckten Muster, das an ein Jaguarfell erinnert, und seiner enormen Größe ist er ein beeindruckender, aber anspruchsvoller Pflegling, der ein sehr großes Aquarium benötigt.

Der Jaguarbuntbarsch ist einer der größten und imposantesten Süßwasser-Buntbarsche Zentralamerikas. Mit seinem markanten schwarz gefleckten Muster, das an ein Jaguarfell erinnert, und seiner enormen Größe ist er ein beeindruckender, aber anspruchsvoller Pflegling, der ein sehr großes Aquarium benötigt.

Steckbrief: Jaguarbuntbarsch (Parachromis managuensis)
Wissenschaftlicher NameParachromis managuensis
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungParachromis
Größe35–55 cm
Gewicht1–1,5 kg
Lebenserwartung12–15 Jahre
VerbreitungZentralamerika (Honduras, Nicaragua, Costa Rica)
LebensraumSüßwasser – Seen, Flüsse, Lagunen mit schlammigem oder sandigem Grund
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 600 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert7.0–8.5
Wasserhärte10–25 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Jaguarbuntbarsch erreicht im Aquarium 35–55 cm und gehört damit zu den größten Buntbarschen überhaupt. Der Körper ist kräftig, seitlich leicht abgeflacht und langgestreckt. Die Grundfärbung ist silbrig-gold mit zahlreichen schwarzen, unregelmäßigen Flecken und Tupfen, die an die Zeichnung eines Jaguars erinnern – daher der Name.

Das Maul ist groß und endständig mit kräftigen Kiefern, die von der räuberischen Lebensweise zeugen. Die Augen sind groß und rötlich schimmernd. Alte Männchen entwickeln einen deutlichen Stirnbuckel (Nuckelkopf). Weibchen bleiben etwas kleiner und zeigen oft goldene bis orangefarbene Akzente in den Flossen und an der Unterseite.

Verbreitung & Lebensraum

Der Jaguarbuntbarsch stammt aus Zentralamerika, wo er in Honduras, Nicaragua und Costa Rica vorkommt. Sein Typuslokalität ist der Managua-See in Nicaragua, der ihm seinen wissenschaftlichen Artnamen „managuensis" gab. Er bewohnt Seen, Flüsse, Lagunen und Stauseen mit sandigem oder schlammigem Grund.

In der Natur hält er sich bevorzugt in den Uferbereichen auf, wo er zwischen Wurzeln, Steinen und umgestürzten Bäumen auf Beute lauert. Die Art wurde in verschiedene Regionen eingeführt und gilt dort teilweise als invasiv, da sie einheimische Fischarten verdrängt.

Lebensweise & Verhalten

Der Jaguarbuntbarsch ist ein kraftvoller Raubfisch mit ausgeprägt territorialem Verhalten. Er beansprucht ein großes Revier und verteidigt es aggressiv gegen alle Eindringlinge, besonders während der Brutzeit. Trotz seiner Aggressivität ist er intelligent und entwickelt schnell eine Beziehung zu seinem Pfleger.

Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, können aber auch tagsüber aktiv sein. In zu kleinen Becken kann das aggressive Verhalten problematisch werden – der Jaguarbuntbarsch ist einer der aggressivsten Großcichliden und nicht für Gesellschaftsaquarien geeignet. Paare bilden starke Bindungen, können aber auch untereinander aggressiv werden.

Ernährung

Der Jaguarbuntbarsch ist ein Raubfisch, der sich in der Natur von Fischen, Krebstieren und großen Insekten ernährt. Im Aquarium nimmst du großes Frostfutter (Stinte, Garnelen, Muschelfleisch, Krill) und hochwertiges Cichliden-Granulat als Basis. Große Regenwürmer und Garnelen mit Schale sind beliebte Leckerbissen.

Vermeide die Fütterung mit lebenden Futtersfischen, da diese Krankheiten übertragen können. Hochwertiges Trockenfutter in Form von großen Pellets wird in der Regel nach einer kurzen Eingewöhnung akzeptiert. Füttere adulte Tiere 2–3 Mal pro Woche reichhaltig statt täglich kleine Portionen.

Fortpflanzung

Die Zucht des Jaguarbuntbarsches gelingt bei harmonierenden Paaren im Aquarium. Das Paar reinigt eine flache Steinplatte oder gräbt eine Laichgrube im Sand. Das Weibchen legt bis zu 5.000 orangefarbene Eier ab, die vom Männchen befruchtet werden. Beide Elternteile betreiben intensive Brutpflege.

Die Jungfische schlüpfen nach 3–5 Tagen und werden von beiden Eltern geführt und beschützt. Die Eltern können während der Brutpflege extrem aggressiv werden – entferne alle Beifische rechtzeitig. Die Jungfische wachsen schnell und können mit Artemia-Nauplien und fein zerriebenen Flocken aufgezogen werden.

Haltung im Aquarium

Der Jaguarbuntbarsch benötigt ein sehr großes Aquarium ab 600 Litern mit einer Kantenlänge von mindestens 180 cm. Sand als Bodengrund, große Steine und robuste Wurzeln als Revierstruktur sind ideal. Pflanzen werden in der Regel ausgerissen oder gefressen. Eine leistungsfähige Filterung ist aufgrund des hohen Stoffwechsels unerlässlich.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 7,0–8,5. Die Einzelhaltung oder die Haltung als Paar ist am sinnvollsten. Als Beifische kommen nur sehr robuste, große Arten infrage, die sich behaupten können. Vermeide deutlich kleinere Fische, da diese als Beute betrachtet werden. Dieser Fisch ist nur für erfahrene Cichliden-Halter geeignet.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Jaguarbuntbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet häufig und robust. Als invasive Art wurde er in verschiedene Regionen außerhalb seines natürlichen Areals eingeführt, wo er negative Auswirkungen auf die einheimische Fauna haben kann.

In der Aquaristik ist der Jaguarbuntbarsch beliebt, wird aber aufgrund seiner Größe und Aggressivität oft in zu kleinen Becken gehalten. Eine verantwortungsvolle Haltung erfordert erhebliche Ressourcen an Platz und Pflege.

Quellen

  1. FishBase: Parachromis managuensisfishbase.se
  2. Seriously Fish: Parachromis managuensisseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Parachromis managuensisiucnredlist.org
  4. Stawikowski, R. & Werner, U. (2004): Die Buntbarsche Amerikas, Band 1. Verlag Eugen Ulmer.
  5. Conkel, D. (1993): Cichlids of North and Central America. TFH Publications.

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