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Japanischer Laubfrosch (Dryophytes japonicus)

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Japanischer Laubfrosch (Dryophytes japonicus)

Bildquelle: High Mountain / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Japanische Laubfrosch ist einer der häufigsten und bekanntesten Frösche Japans. Er ist ein kleiner, leuchtend grüner Laubfrosch, der in Reisfeldern, Gärten und Feuchtwiesen lebt. Sein melodischer Ruf ist in Japan ein Symbol für den Frühling und die Regenzeit. Die Art gilt in der japanischen Kultur als Glücksbringer.

Der Japanische Laubfrosch ist einer der häufigsten und bekanntesten Frösche Japans. Er ist ein kleiner, leuchtend grüner Laubfrosch, der in Reisfeldern, Gärten und Feuchtwiesen lebt. Sein melodischer Ruf ist in Japan ein Symbol für den Frühling und die Regenzeit. Die Art gilt in der japanischen Kultur als Glücksbringer.

Steckbrief: Japanischer Laubfrosch (Dryophytes japonicus)
Wissenschaftlicher NameDryophytes japonicus
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieHylidae
GattungDryophytes
Größe3–4 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungJapan, Korea, Nordostchina
LebensraumReisfelder, Feuchtwiesen, Teiche, Gärten
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Japanische Laubfrosch ist ein kleiner, zierlicher Frosch mit einer Körperlänge von nur 3–4 cm. Die Oberseite ist leuchtend grün gefärbt, kann sich aber je nach Umgebung und Stimmung in braun, grau oder gefleckt verändern. Eine dunkle Seitenlinie zieht sich vom Nasenloch über das Auge und das Trommelfell bis zur Hüfte.

Die Unterseite ist weißlich bis gelblich. Die Finger und Zehen tragen kleine, aber gut entwickelte Haftscheiben, die ihm das Klettern auf glatten Oberflächen ermöglichen. Die Augen sind groß mit einer goldenen Iris. Im Vergleich zum europäischen Laubfrosch ist der Japanische Laubfrosch etwas kleiner und zierlicher.

Verbreitung & Lebensraum

Der Japanische Laubfrosch kommt in Japan (auf allen Hauptinseln außer Hokkaido), Korea und im nordöstlichen China vor. In Japan ist er eine der am weitesten verbreiteten und häufigsten Froscharten und kommt von der Küste bis in Höhenlagen von etwa 2.000 m vor.

Er bewohnt bevorzugt offene bis halboffene Landschaften in der Nähe von Gewässern – besonders Reisfelder, Feuchtwiesen, Teiche, Gärten und Parks. Die Nähe zu Reisfeldern ist besonders wichtig, da diese traditionelle Kulturlandschaft einen idealen Lebensraum und Laichgewässer bietet. In Japan gilt er als typischer Kulturfolger.

Lebensweise & Verhalten

Der Japanische Laubfrosch ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruht er auf Blättern, Grashalmen oder anderen erhöhten Sitzwarten, wobei seine grüne Färbung eine hervorragende Tarnung bietet. Er ist ein guter Kletterer und kann dank seiner Haftscheiben auch an glatten Oberflächen emporklettern.

In den kälteren Monaten hält er eine Winterruhe, die er unter Laub, in Erdspalten oder unter Baumrinde verbringt. Im Frühling wird er durch steigende Temperaturen und Regenfälle aktiv. Sein melodischer Ruf, ein helles „Quäk-quäk-quäk", ist in Japan ein Kulturphänomen und wird mit dem Beginn der Regenzeit assoziiert.

Ernährung

Der Japanische Laubfrosch ernährt sich von kleinen Insekten und Wirbellosen, die er auf Blättern und Grashalmen erbeutet. Zu seiner Hauptnahrung gehören Fliegen, Mücken, kleine Käfer, Blattläuse und Spinnen. Die Beute wird mit der klebrigen Zunge gefangen.

Kaulquappen ernähren sich von Algen und organischem Material in den Reisfeldern und Teichen. In der Terrarienhaltung eignen sich kleine Grillen, Fruchtfliegen und Blattläuse als Futter. Die Futtertiere sollten der kleinen Körpergröße des Froschs angepasst sein.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis Juli und fällt mit der japanischen Regenzeit zusammen. Die Männchen versammeln sich an Reisfeldern, Teichen und anderen flachen Gewässern und bilden große Rufchöre. Ihr melodisches Rufen kann in warmen, feuchten Nächten über weite Strecken gehört werden.

Das Weibchen legt 300–1.000 Eier in kleinen Laichklumpen an Wasserpflanzen oder am Gewässerrand ab. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich über 4–6 Wochen. Die winzigen Jungfrösche (ca. 1 cm) verlassen das Wasser im Sommer und erreichen die Geschlechtsreife bereits nach einem Jahr.

Haltung im Terrarium

Der Japanische Laubfrosch ist für die Terrarienhaltung gut geeignet und relativ pflegeleicht. Ein bepflanztes Terrarium ab 40 × 30 × 50 cm (L × B × H) reicht für ein kleines Paar. Die Einrichtung sollte viele Klettermöglichkeiten, lebende Pflanzen und ein flaches Wasserbecken umfassen.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 20–25 °C liegen, mit einer Nachtabsenkung auf 16–18 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60–80 % gehalten werden. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 2–3 Monate fördert die Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft. Gefüttert wird mit kleinen Grillen, Fruchtfliegen und Microheimchen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Japanische Laubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Er ist in Japan eine der häufigsten Amphibienarten und in geeigneten Habitaten weit verbreitet. Die Bestände sind insgesamt stabil.

Lokale Rückgänge werden durch die Modernisierung der Reisanbaumethoden, den Verlust traditioneller Reisfelder, die Versiegelung von Flächen und den Einsatz von Pestiziden verursacht. In Japan gibt es Bemühungen, traditionelle Reisfeldwirtschaft zu erhalten, was auch dem Japanischen Laubfrosch zugutekommt.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Dryophytes japonicusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Dryophytes japonicusiucnredlist.org
  3. Maeda, N. & Matsui, M. (1999): Frogs and Toads of Japan. Bun-ichi Sogo Shuppan.
  4. Matsui, M. (2011): On the brown tree frog in Japan. Current Herpetology, 30, 111–128.
  5. Frost, D. R. (2023): Amphibian Species of the World. American Museum of Natural History.

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