Salamander

Japanischer Riesensalamander (Andrias japonicus)

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Japanischer Riesensalamander (Andrias japonicus)

Bildquelle: Lee waranyu / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Japanische Riesensalamander ist nach seinem chinesischen Verwandten das zweitgrößte lebende Amphibium der Erde und kann bis zu 150 cm lang werden. In Japan wird er als „Ōsanshōuo" (großer Pfefferfisch) und als lebender Nationalschatz verehrt. Dieses lebende Fossil hat sich seit dem Miozän kaum verändert und bewohnt klare Bergbäche der japanischen Hauptinseln.

Der Japanische Riesensalamander ist nach seinem chinesischen Verwandten das zweitgrößte lebende Amphibium der Erde und kann bis zu 150 cm lang werden. In Japan wird er als „Ōsanshōuo" (großer Pfefferfisch) und als lebender Nationalschatz verehrt. Dieses lebende Fossil hat sich seit dem Miozän kaum verändert und bewohnt klare Bergbäche der japanischen Hauptinseln.

Steckbrief: Japanischer Riesensalamander (Andrias japonicus)
Wissenschaftlicher NameAndrias japonicus
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieRiesensalamander (Cryptobranchidae)
GattungAndrias
GrößeBis 150 cm
Gewicht20–25 kg
Lebenserwartung50–80 Jahre (möglicherweise über 100 Jahre)
VerbreitungJapan (Honshu, Shikoku, Kyushu)
LebensraumKlare, kalte Bergbäche und Flüsse
SchutzstatusGering gefährdet (NT) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Japanische Riesensalamander ist ein massiger, stark abgeflachter Schwanzlurch, der bis zu 150 cm lang und 20–25 kg schwer werden kann. Die ältesten Exemplare können möglicherweise noch größer werden. Der Kopf ist breit und flach mit kleinen, lidlosen Augen und einem breiten Maul. Die Haut ist dunkelbraun, graubraun oder olivbraun mit unregelmäßigen dunkleren Flecken und bildet faltige Hautlappen entlang der Flanken.

Diese Hautlappen vergrößern die Oberfläche für die Hautatmung – der Riesensalamander nimmt einen erheblichen Teil seines Sauerstoffs über die Haut auf. Die Beine sind kurz und kräftig mit breiten, abgeflachten Zehen. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und dient als Ruder. Warzen und Tuberkel auf dem Kopf enthalten sensorische Nervenendigungen, die der Beuteortung dienen. Er unterscheidet sich vom Chinesischen Riesensalamander durch eine glattere Haut und weniger ausgeprägte Tuberkel auf dem Kopf.

Verbreitung & Lebensraum

Der Japanische Riesensalamander kommt auf den drei größten japanischen Inseln Honshu, Shikoku und Kyushu vor, fehlt jedoch auf Hokkaido. Sein Verbreitungsgebiet konzentriert sich auf die gebirgigen Regionen im westlichen Honshu (insbesondere Präfektur Hiroshima, Tottori und Hyogo).

Er bewohnt klare, kalte, sauerstoffreiche Bergbäche und kleine Flüsse in bewaldeten Gebieten, typischerweise in Höhenlagen von 300 bis 700 m. Die Wassertemperatur in seinen Habitaten beträgt 10–20 °C und sollte 25 °C nicht überschreiten. Er bevorzugt Gewässerabschnitte mit Felshöhlen und Unterspülungen, die als Tagesverstecke und Bruthöhlen dienen. Sauberes Wasser ist essenziell – er gilt als Indikator für gesunde Berggewässer.

Lebensweise & Verhalten

Der Japanische Riesensalamander ist vollständig aquatisch und überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ruht er in Felshöhlen und unter Überhängen am Gewässergrund. In der Dämmerung und nachts geht er auf Beutefang, wobei er langsam über den Gewässergrund kriecht und als Lauerjäger auf vorbeischwimmende Beute wartet.

Trotz seiner Größe ist er ein scheues Tier und flüchtet bei Störung in seine Verstecke. Er kann jedoch bei Bedrohung kräftig zubeißen und sondert bei Stress ein milchiges, streng nach japanischem Pfeffer riechendes Sekret ab – daher sein japanischer Name „Ōsanshōuo" (großer Pfefferfisch). Die Art ist langlebig und kann 50–80 Jahre alt werden, möglicherweise sogar über 100 Jahre.

Ernährung

Der Japanische Riesensalamander ist ein opportunistischer Raubjäger. Er frisst Fische, Frösche, Krebse, Insektenlarven, Schnecken und gelegentlich kleine Säugetiere und Schlangen, die ins Wasser geraten. Die Beute wird mit der blitzschnellen Saugschnapp-Methode erbeutet – der Salamander öffnet explosionsartig sein Maul und saugt die Beute ein.

Seine kleinen Augen spielen bei der Jagd nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen verlässt er sich auf sein empfindliches Seitenlinienorgan und sensorische Warzen am Kopf, die Druckwellen und Vibrationen im Wasser wahrnehmen. In manchen Gewässern frisst er auch Aas und organische Reste, die vom Wasser herangetragen werden.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit liegt im Spätsommer (August–September). Dominante Männchen besetzen geeignete Bruthöhlen und verteidigen sie gegen Rivalen. Diese „Höhlenherren" können mehrere Weibchen in ihre Höhle locken. Die Weibchen legen 400–500 Eier in perlenartigen Schnüren ab, die vom Männchen befruchtet und anschließend bewacht werden.

Die Brutpflege des Männchens dauert 5–7 Monate – es bewacht die Eier, fächelt ihnen frisches Wasser zu und schützt sie vor Fressfeinden. Die Larven schlüpfen im Frühjahr und sind etwa 3 cm lang. Sie besitzen äußere Kiemen und einen Flossensaum. Die Metamorphose erstreckt sich über 3–5 Jahre, und die Geschlechtsreife wird erst mit 5–6 Jahren bei einer Länge von etwa 40 cm erreicht.

Haltung im Terrarium

Die private Haltung des Japanischen Riesensalamanders ist nicht möglich. Die Art ist in Japan als „Besonderes Naturdenkmal" (特別天然記念物) unter dem strengsten Schutz und jede Entnahme, Haltung oder Handel ist strengstens verboten. Verstöße werden mit empfindlichen Strafen geahndet.

In Japan können Japanische Riesensalamander in einigen Zoos (z. B. Asa Zoo in Hiroshima) und Aquarien sowie in speziellen Naturschutzzentren beobachtet werden. Einige Gemeinden in West-Honshu führen Naturbeobachtungstouren durch, bei denen die Tiere in ihrem natürlichen Habitat beobachtet werden können. Der Japanische Riesensalamander ist ein wichtiger Botschafter für den Schutz japanischer Fließgewässer.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Japanische Riesensalamander wird von der IUCN als „Near Threatened" (gering gefährdet) eingestuft. In Japan gilt er als lebender Nationalschatz und steht seit 1952 unter Naturschutz. Bedrohungen sind die Betonierung von Flüssen (Kanalisierung), der Bau von Staudämmen und Wehren, die die Wanderungen der Tiere unterbinden, sowie die Verschmutzung der Gewässer.

Ein zunehmendes Problem ist die Hybridisierung mit eingeführten Chinesischen Riesensalamandern (Andrias davidianus), die aus Zuchtfarmen entkommen oder freigesetzt wurden. In manchen Flüssen West-Japans machen Hybride bereits einen erheblichen Anteil der Population aus. Schutzmaßnahmen umfassen die genetische Überwachung der Populationen, den Bau von Fischpässen für Salamander und die Renaturierung von Flussabschnitten.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Andrias japonicusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Andrias japonicusiucnredlist.org
  3. Matsui, M. (2014): Notes on the Japanese Giant Salamander. Current Herpetology, 33(2), 148–151.
  4. Okada, S. et al. (2008): Genetic diversity of Japanese giant salamanders. Molecular Ecology, 17(8), 2040–2049.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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