Salamander

Jeju-Feuersalamander (Hynobius quelpaertensis)

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Jeju-Feuersalamander (Hynobius quelpaertensis)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Jeju-Feuersalamander ist ein seltener Winkelzahnmolch, der ausschließlich auf der vulkanischen Insel Jeju vor der Südküste Koreas vorkommt. Als Inselndemit mit einem extrem kleinen Verbreitungsgebiet ist er besonders anfällig für Umweltveränderungen. Die Art ist stark gefährdet und wird durch Lebensraumverlust und Klimawandel bedroht.

Der Jeju-Feuersalamander ist ein seltener Winkelzahnmolch, der ausschließlich auf der vulkanischen Insel Jeju vor der Südküste Koreas vorkommt. Als Inselndemit mit einem extrem kleinen Verbreitungsgebiet ist er besonders anfällig für Umweltveränderungen. Die Art ist stark gefährdet und wird durch Lebensraumverlust und Klimawandel bedroht.

Steckbrief: Jeju-Feuersalamander (Hynobius quelpaertensis)
Wissenschaftlicher NameHynobius quelpaertensis
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieWinkelzahnmolche (Hynobiidae)
GattungHynobius
Größe8–12 cm
Gewicht3–7 g
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungJeju-Insel (Südkorea) – Endemit
LebensraumFeuchte Bergwälder, Quellgebiete, vulkanische Felsspalten
SchutzstatusStark gefährdet (EN) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Jeju-Feuersalamander ist mit 8–12 cm Gesamtlänge ein kleiner, kompakt gebauter Winkelzahnmolch. Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schokoladenbraun mit einer undeutlichen helleren Zeichnung auf dem Rücken. Die Bauchseite ist heller, grau bis beige, manchmal mit dunklen Flecken.

Der Kopf ist breit und leicht abgeflacht mit kleinen, vorstehenden Augen. Die Beine sind kurz und kräftig, die Zehen breit ohne Schwimmhäute. Wie alle Hynobiidae besitzt er einreihige Kieferzähne und praktiziert äußere Befruchtung. Die Haut ist glatt und feucht mit zahlreichen feinen Drüsen. Er ähnelt seinem Verwandten H. nebulosus, ist aber insgesamt etwas kleiner und dunkler.

Verbreitung & Lebensraum

Der Jeju-Feuersalamander ist ein strikter Endemit der Insel Jeju (früher: Quelpart) in Südkorea. Die vulkanische Insel liegt im Ostchinesischen Meer südlich der koreanischen Halbinsel und beherbergt aufgrund ihrer isolierten Lage mehrere endemische Tier- und Pflanzenarten.

Er bewohnt die feuchten Bergwälder an den Hängen des Vulkans Hallasan (1.950 m), typischerweise in Höhenlagen von 400 bis 1.500 m. Die Lebensräume umfassen feuchte Laubwälder mit reichlich Totholz, vulkanische Felsspalten und Lavaröhren sowie klare Bergbäche und Quellen. Die vulkanischen Formationen bieten zahlreiche Versteckmöglichkeiten.

Lebensweise & Verhalten

Der Jeju-Feuersalamander ist nachtaktiv und verbringt den Tag in den zahlreichen Felsspalten, Lavaröhren und unter Totholz, die die vulkanische Landschaft bietet. Bei feuchtem Wetter ist er auch tagsüber aktiv. Er ist bodenbewohnend und klettert nicht.

Die Aktivitätsperiode erstreckt sich von März bis November. Im Winter (Dezember–Februar) hält er eine Ruhephase in frostfreien vulkanischen Hohlräumen. Die Art ist standorttreu und bewegt sich in kleinen Revieren. Aufgrund der relativ milden Winter auf Jeju ist die Winterruhe kürzer als bei kontinentalen Verwandten.

Ernährung

Der Jeju-Feuersalamander ernährt sich von kleinen Wirbellosen des Waldbodens und der Laubstreu. Zur Beute gehören Insekten, Spinnen, Milben, Springschwänze, kleine Schnecken und Regenwürmer. Die Nahrungssuche findet nachts und bei feuchtem Wetter statt.

Larven leben aquatisch und fressen Zooplankton, Insektenlarven und andere kleine Wasserorganismen. Über die spezifischen Nahrungspräferenzen ist aufgrund der schwierigen Erforschung wenig bekannt.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet im Frühjahr (März–April) in klaren Bergbächen und quelligen Bereichen statt. Wie bei allen Hynobiidae werden die Eier in paarigen, gallertartigen Laichsäcken abgelegt, die 20–50 Eier pro Sack enthalten. Die Befruchtung erfolgt extern.

Die Larven schlüpfen nach 3–5 Wochen und leben aquatisch mit äußeren Kiemen. Die Metamorphose dauert 2–4 Monate. Die Jungtiere verlassen das Wasser und führen ein terrestrisches Leben im Wald. Über die genaue Reproduktionsbiologie ist aufgrund der Seltenheit der Art und der Schwierigkeit des Monitorings wenig bekannt. Die Geschlechtsreife wird vermutlich nach 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Die Haltung des Jeju-Feuersalamanders im Terrarium ist aufgrund seines kritischen Schutzstatus und seiner Seltenheit nicht möglich und nicht erlaubt. Jede Form der Entnahme aus der Natur ist streng verboten und würde die ohnehin kleine Population weiter gefährden.

Für Interessierte an asiatischen Hynobiidae gibt es einige weniger gefährdete Arten, die gelegentlich in Nachzucht verfügbar sind. Jedoch sind generell nur wenige Hynobiidae im europäischen Handel erhältlich. Der Jeju-Feuersalamander sollte ausschließlich im Rahmen von Schutzprojekten auf der Insel Jeju untersucht und geschützt werden.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Jeju-Feuersalamander wird von der IUCN als „Endangered" (stark gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind der Verlust und die Fragmentierung seiner Waldhabitate durch touristische Erschließung der Insel Jeju, Straßenbau und Landwirtschaft. Die Insel Jeju ist ein beliebtes Touristenziel, und der zunehmende Tourismus belastet die natürlichen Lebensräume.

Der Klimawandel stellt eine weitere ernsthafte Bedrohung dar, da sich die Vegetationszonen am Hallasan nach oben verschieben und die verfügbaren Habitate schrumpfen. In Südkorea steht die Art unter Naturschutz und der Hallasan-Nationalpark bietet wichtigen Lebensraumschutz. Forschungsprogramme koreanischer Universitäten überwachen die verbliebenen Populationen und erforschen die Biologie dieser seltenen Art.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Hynobius quelpaertensisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Hynobius quelpaertensisiucnredlist.org
  3. Min, M. S. et al. (2005): Discovery of the first Asian plethodontid salamander. Nature, 435(7039), 87–90.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
  5. Vitt, L. J. & Caldwell, J. P. (2014): Herpetology. 4th Edition. Academic Press.

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