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Juwelen-Kardinalbarsch (Apogon cyanosoma)

4 Min. Lesezeit
Apogon cyanosoma

Bildquelle: Daniel Lamborn / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Juwelen-Kardinalbarsch ist ein kleiner, eleganter Schwarmfisch aus dem Indopazifik mit markanten gelben Längsstreifen auf silbrigem Grund. Als nachtaktiver Maulbrüter zeigt er ein faszinierendes Brutpflegeverhalten und eignet sich gut für Riffaquarien mittlerer Größe.

Der Juwelen-Kardinalbarsch ist ein kleiner, eleganter Schwarmfisch aus dem Indopazifik mit markanten gelben Längsstreifen auf silbrigem Grund. Als nachtaktiver Maulbrüter zeigt er ein faszinierendes Brutpflegeverhalten und eignet sich gut für Riffaquarien mittlerer Größe.

Steckbrief: Juwelen-Kardinalbarsch (Apogon cyanosoma)
Wissenschaftlicher NameApogon cyanosoma
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieKardinalbarsche (Apogonidae)
GattungApogon
Größe5–8 cm
Gewicht5–15 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Rotes Meer bis Westpazifik)
LebensraumSalzwasser – Korallenriffe, Lagunen, geschützte Riffbereiche
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 100 Liter (Meerwasser)
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Juwelen-Kardinalbarsch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm und besitzt einen seitlich abgeflachten, leicht hochrückigen Körper. Die Grundfärbung ist transparent silbrig mit sechs leuchtend gelben bis orangefarbenen Längsstreifen, die vom Kopf bis zur Schwanzflosse verlaufen. Dieser Kontrast macht ihn zu einem echten Blickfang.

Die Augen sind auffällig groß – eine Anpassung an die nachtaktive Lebensweise, die es dem Fisch ermöglicht, bei schwachem Licht zu sehen. Die Flossen sind transparent bis leicht gelblich. Das Maul ist relativ groß für die Körpergröße, was auf die Funktion als Maulbrüter hinweist. Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden.

Verbreitung & Lebensraum

Der Juwelen-Kardinalbarsch kommt im Indopazifik vor, vom Roten Meer und Ostafrika über den Indischen Ozean bis in den westlichen Pazifik (Indonesien, Philippinen, Japan). Er bewohnt geschützte Riffbereiche, Lagunen und Höhlen in Korallenriffen in Tiefen von 1–50 Metern.

In der Natur lebt er in kleinen Schwärmen von 5–30 Individuen, die sich tagsüber in den Verzweigungen von Geweihkorallen, unter Überhängen oder in Felsspalten verstecken. Bei Einbruch der Dämmerung verlassen die Tiere ihre Tagesverstecke und schwärmen ins freie Wasser aus, um nach Plankton zu jagen.

Lebensweise & Verhalten

Der Juwelen-Kardinalbarsch ist ein typisch nachtaktiver Fisch. Tagsüber verharrt er in lockeren Gruppen in der Nähe von Verstecken und zeigt wenig Aktivität. Mit der Dämmerung wird er aktiv und schwimmt ins freie Wasser, um Plankton zu fangen. Dieses Verhalten ist auch im Aquarium zu beobachten.

Die Art ist friedlich und verträgt sich gut mit den meisten Riffbewohnern. Untereinander zeigen die Tiere eine lockere Schwarmstruktur mit gelegentlichen, harmlosen Rivalitäten zwischen Männchen. Im Schwarm fühlen sich die Tiere am sichersten – Einzeltiere sind oft scheu und verstecken sich dauerhaft.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Juwelen-Kardinalbarsch von Zooplankton, kleinen Krebstierchen und Fischlarven, die er nachts im freien Wasser erbeutet. Im Meerwasseraquarium ist die Futterumstellung in der Regel unkompliziert – die Art gilt als guter Fresser.

Biete feines Frostfutter wie Artemia, Mysis, Cyclops und Bosmiden an. Auch feines Granulat und Flockenfutter für Meerwasserfische werden nach kurzer Eingewöhnung akzeptiert. Füttere bevorzugt in den Abendstunden, wenn die Tiere aktiv werden. Mehrere kleine Fütterungen sind besser als eine große.

Fortpflanzung

Der Juwelen-Kardinalbarsch ist ein paternaler Maulbrüter – das Männchen nimmt die befruchteten Eier ins Maul und bebrütet sie dort 7–10 Tage lang, ohne in dieser Zeit zu fressen. Das Maul des brütenden Männchens ist deutlich aufgebläht, und die Eier sind durch die Mundschleimhaut hindurch manchmal sichtbar.

Die Jungfische werden nach der Inkubationszeit als vollständig entwickelte Miniaturen entlassen und können sofort feinstes Futter aufnehmen. Die Nachzucht im Meerwasseraquarium ist möglich, aber die Aufzucht der winzigen Jungfische erfordert Phytoplankton und Rädertierchen als Erstfutter.

Haltung im Aquarium

Der Juwelen-Kardinalbarsch eignet sich gut für Meerwasseraquarien ab 100 Litern. Biete Versteckmöglichkeiten aus Lebendgestein an, in die sich die Tiere tagsüber zurückziehen können. Verzweigtes Gesteinswerk oder Geweihkorallen-Skelette imitieren den natürlichen Lebensraum optimal.

Halte die Tiere in einer Gruppe von mindestens 5 Exemplaren. Die Salinität sollte bei 1,023–1,026 liegen, die Temperatur bei 24–27 °C. Die Art ist riffkompatibel und beschädigt keine Korallen. Sie eignet sich hervorragend als friedlicher Bewohner eines Riffaquariums und vergesellschaftet sich gut mit Clownfischen, kleinen Grundeln und Fahnenbarschten.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Juwelen-Kardinalbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und weit verbreitet. Langfristige Bedrohungen bestehen durch die Zerstörung von Korallenriffen, insbesondere durch die Bleiche von Geweihkorallen, die als wichtige Tagesverstecke dienen.

Im Aquarienhandel ist die Art beliebt und wird in moderaten Mengen gefangen. Der Fang stellt derzeit keine signifikante Bedrohung dar.

Quellen

  1. FishBase: Apogon cyanosomafishbase.se
  2. IUCN Red List: Apogon cyanosomaiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Baensch, H. A. (1997): Meerwasser Atlas. Mergus Verlag.
  4. Randall, J. E. (2005): Reef and Shore Fishes of the South Pacific. University of Hawai'i Press.

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