Fische (Salzwasser)

Kaiserbarsch (Pomacanthus imperator)

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Kaiserbarsch (Pomacanthus imperator)

Bildquelle: Jan Leya / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Kaiserbarsch, auch Imperator-Kaiserfisch genannt, ist einer der majestätischsten und bekanntesten Meerwasserfische überhaupt. Er beeindruckt mit einem dramatischen Unterschied zwischen dem blau-weiß geringelten Jugendkleid und der gelb-blau gestreiften Erwachsenenfärbung. Die Haltung erfordert sehr große Aquarien und Erfahrung.

Der Kaiserbarsch, auch Imperator-Kaiserfisch genannt, ist einer der majestätischsten und bekanntesten Meerwasserfische überhaupt. Er beeindruckt mit einem dramatischen Unterschied zwischen dem blau-weiß geringelten Jugendkleid und der gelb-blau gestreiften Erwachsenenfärbung. Die Haltung erfordert sehr große Aquarien und Erfahrung.

Steckbrief: Kaiserbarsch (Pomacanthus imperator)
Wissenschaftlicher NamePomacanthus imperator
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieKaiserfische (Pomacanthidae)
GattungPomacanthus
Größe30–40 cm
Gewicht500–1500 g
Lebenserwartung15–25 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Rotes Meer bis Hawaii, Ostafrika bis Austral-Inseln)
LebensraumKorallenriffe, Riffhänge, Höhlen und Spalten
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 1500 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Kaiserbarsch erreicht eine imposante Größe von 30 bis 40 cm und gehört zu den größten und eindrucksvollsten Kaiserfischarten. Adulte Tiere zeigen ein unverwechselbares Streifenmuster aus abwechselnd gelben und blauen horizontalen Linien auf den Flanken. Das Gesicht ist hellblau mit einer dunklen Maske um die Augen, und die Schwanzflosse ist leuchtend gelb.

Juvenile Tiere sehen vollkommen anders aus: Sie tragen ein Muster aus konzentrischen weißen und blauen Ringen auf dunklem Grund, das sich spiralförmig über den Körper zieht. Dieser dramatische Farbwechsel zwischen Jugend- und Erwachsenenkleid ist eines der faszinierendsten Phänomene in der Fischwelt. Die Umfärbung beginnt bei einer Größe von etwa 8–12 cm und kann sich über Monate hinziehen, wobei Übergangsformen beide Muster gleichzeitig zeigen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Kaiserbarsch hat eines der größten Verbreitungsgebiete aller Kaiserfischarten und kommt im gesamten Indopazifik vor – vom Roten Meer und der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Hawaii und die Austral-Inseln. Er bewohnt Korallenriffe in Tiefen von 1 bis 100 Metern.

Pomacanthus imperator bevorzugt artenreiche Riffhänge und -wände mit zahlreichen Höhlen und Spalten. Adulte Tiere haben große Reviere, die sie gegen Artgenossen verteidigen. Juvenile Tiere leben versteckt in Spalten und unter Überhängen, oft in Gesellschaft anderer Jungfische. Die Art kommt sowohl an geschützten Innenriffen als auch an exponierten Außenriffen vor.

Lebensweise & Verhalten

Der Kaiserbarsch ist ein tagaktiver, reviertreuer Einzelgänger oder lebt paarweise. Er patrouilliert gemächlich durch sein Revier und inspiziert Korallenstrukturen auf der Suche nach Nahrung. Sein Auftreten ist majestätisch und souverän – er bewegt sich langsam und bedächtig, ist aber bei Bedrohung durchaus zu schnellen Fluchtbewegungen fähig.

Im Aquarium zeigt der Kaiserbarsch eine ausgeprägte Persönlichkeit und wird oft zum dominanten Fisch im Becken. Er erkennt seinen Pfleger individuell und kann erstaunlich zutraulich werden. Gegenüber Artgenossen und anderen Kaiserfischen ist er aggressiv. Die Art kann im Aquarium Geräusche erzeugen – ein tiefes Grunzen, das bei Stress oder Aufregung zu hören ist.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Kaiserbarsch omnivör von Schwämmen, Tunikaten, Algen und verschiedenen Wirbellosen. Schwämme machen einen bedeutenden Anteil der Nahrung aus, was bei der Aquarienhaltung berücksichtigt werden sollte, da ein Mangel an schwammartigem Futter zu Gesundheitsproblemen führen kann.

Im Aquarium solltest du eine abwechslungsreiche Ernährung anbieten, die Frostfutter (Mysis, Artemia, Muschelfleisch, Krill), Nori-Algenblätter, Spirulina-Flocken und spezielles Kaiserfischfutter mit Schwammanteil umfasst. Frisch importierte Tiere können anfangs futterverweigern – Geduld und verschiedene Futtersorten helfen bei der Eingewöhnung. Mehrmaliges Füttern pro Tag ist empfehlenswert.

Fortpflanzung

Kaiserbarschen leben paarweise und laichen in der Dämmerung. Das Paar steigt gemeinsam in der Wassersäule auf und gibt Eier und Spermien gleichzeitig ins Freiwasser ab. Die pelagischen Eier treiben mit der Strömung und die Larven entwickeln sich planktonisch über mehrere Wochen.

Die Zucht in Gefangenschaft ist bei Großkaiserfischen extrem schwierig und bisher nur in wenigen Fällen in spezialisierten Zuchtanlagen gelungen. Die Aufzucht der Larven erfordert spezielles Lebendfutter und äußerst stabile Wasserbedingungen über einen langen Zeitraum. Im Handel sind fast ausschließlich Wildfänge erhältlich.

Haltung im Aquarium

Der Kaiserbarsch benötigt ein sehr großes Aquarium ab 1500 Litern, idealerweise deutlich größer. Das Becken sollte reichlich Lebendgestein mit Höhlen und Durchschwimmmöglichkeiten bieten. Die Art ist nur bedingt riffkompatibel, da sie Schwämme, Tunikaten, LPS-Korallen und gelegentlich auch Weichkorallen und Zoanthus frisst.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, der pH-Wert bei 8,0–8,4 und die Salinität bei 1,023–1,026. Stabile Wasserwerte und eine exzellente Wasserqualität sind für diese empfindliche Art unerlässlich. Eine leistungsfähige Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind Pflicht.

Halte nur ein Exemplar oder ein festes Paar pro Becken. Die Vergesellschaftung mit anderen Kaiserfischen ist zu vermeiden. Die Vergesellschaftung mit anderen großen, robusten Riffbewohnern ist möglich, wenn genügend Platz vorhanden ist. Der Kaiserbarsch ist anfällig für Hautparasiten – eine Quarantäne vor dem Einsetzen ins Hauptbecken ist essentiell.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Kaiserbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im gesamten Indopazifik verbreitet und die Bestände gelten insgesamt als stabil. Sie wird sowohl für den Aquarienhandel als auch als Speisefisch in einigen Regionen gefangen.

Für den Aquarienhandel sind hauptsächlich juvenile Tiere mit ihrem spektakulären Ringmuster begehrt. Die Fangzahlen sind aufgrund der hohen Kosten und der anspruchsvollen Haltung begrenzt. Der Schutz intakter Korallenriffe bleibt die wichtigste Maßnahme für den langfristigen Erhalt dieser ikonischen Art.

Quellen

  1. FishBase: Pomacanthus imperatorfishbase.se
  2. IUCN Red List: Pomacanthus imperatoriucnredlist.org
  3. Allen, G.R., Steene, R. & Allen, M. (1998): A Guide to Angelfishes and Butterflyfishes. Odyssey Publishing.
  4. Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  5. Meerwasser-Lexikon: Pomacanthus imperator – meerwasser-lexikon.de

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