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Kampffisch (Betta)

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Kampffisch

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Zusammenfassung

Die Gattung Betta umfasst über 70 Arten faszinierender Labyrinthfische aus Südostasien. Während der Siamesische Kampffisch (Betta splendens) weltweit bekannt ist, gibt es zahlreiche weitere Arten mit einzigartigen Eigenschaften – von den friedlichen Wildarten bis zu den spektakulären Schaumnest- und Maulbrütern.

Die Gattung Betta

Die Gattung Betta gehört zur Familie der Labyrinthfische (Osphronemidae) und umfasst über 70 beschriebene Arten, die in Südostasien beheimatet sind. Alle Betta-Arten besitzen ein Labyrinthorgan, das ihnen die Atmung atmosphärischer Luft ermöglicht – eine Anpassung an die oft sauerstoffarmen Gewässer, in denen sie leben. Die Gattung wird in mehrere Artengruppen unterteilt, die sich in Fortpflanzungsstrategie, Körperbau und Verhalten deutlich unterscheiden.

Der bekannteste Vertreter ist zweifellos der Siamesische Kampffisch (Betta splendens), der seit Jahrhunderten in Thailand gezüchtet wird und zu einem der beliebtesten Aquarienfische weltweit avanciert ist. Doch die Vielfalt der Gattung reicht weit über diese eine Art hinaus. Von den friedlichen Maulbrütern Borneos bis zu den farbenprächtigen Wildformen Thailands bieten Betta-Arten eine faszinierende Bandbreite an Verhaltensweisen und Anpassungen.

Die Betta-splendens-Gruppe

Zur Betta-splendens-Gruppe gehören neben dem eigentlichen Siamesischen Kampffisch (B. splendens) auch eng verwandte Arten wie Betta imbellis (Friedlicher Kampffisch), Betta smaragdina (Smaragd-Kampffisch) und Betta mahachaiensis. Alle diese Arten können sich untereinander kreuzen, was auf eine enge Verwandtschaft hindeutet.

Betta imbellis ist deutlich friedlicher als B. splendens und kann unter Umständen sogar paarweise oder in kleinen Gruppen gehalten werden. Betta smaragdina besticht durch seine leuchtend smaragdgrünen Schuppen und ist ebenfalls weniger aggressiv als sein berühmter Verwandter. Alle Arten der splendens-Gruppe sind Schaumnestbauer, bei denen das Männchen das Gelege in einem schwimmenden Blasennest bewacht.

Maulbrütende Betta-Arten

Neben den Schaumnestbauern gibt es zahlreiche Betta-Arten, bei denen das Männchen die Eier im Maul bebrütet. Zu den bekanntesten Maulbrütern gehören Betta channoides (Schlangen-Kampffisch), Betta albimarginata (Weißsaum-Kampffisch), Betta macrostoma (Brunei-Schönkampffisch) und Betta unimaculata.

Maulbrütende Betta-Arten sind in der Regel friedlicher als die Schaumnestbauer und können oft paarweise oder in kleinen Gruppen gehalten werden. Sie stammen häufig aus den Bergbächen Borneos und bevorzugen etwas kühlere Temperaturen (22–26 °C) und weiches, saures Wasser. Betta macrostoma gilt als einer der schönsten Süßwasserfische überhaupt, ist aber anspruchsvoll in der Haltung und selten im Handel erhältlich.

Allgemeine Haltungshinweise

Obwohl die einzelnen Betta-Arten unterschiedliche Anforderungen haben, gibt es einige grundlegende Gemeinsamkeiten: Alle Betta-Arten benötigen warmes Wasser (22–28 °C je nach Art), eine dichte Bepflanzung mit Versteckmöglichkeiten und eine geringe Strömung. Das Labyrinthorgan muss regelmäßig Luft aufnehmen – zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung sollte daher ein Luftspalt von einigen Zentimetern verbleiben, der nicht kalt sein darf.

Die meisten Wildarten bevorzugen weiches, leicht saures Wasser und gedämpftes Licht. Seemandelbaumblätter, Erlenzapfen und Torffilterung schaffen naturnahe Schwarzwasserbedingungen, die das Wohlbefinden und die Laichbereitschaft fördern. Für Anfänger eignen sich Betta splendens, Betta imbellis und Betta smaragdina am besten.

Zuchtformen und Wildformen

Der Kampffisch-Zuchtmarkt ist enorm: Allein von Betta splendens existieren hunderte Zuchtformen in unterschiedlichsten Farben und Flossentypen. Die bekanntesten Flossenformen sind Halfmoon (180°-Spreizung der Schwanzflosse), Crowntail (Kronenflosse), Veiltail (Schleierflosse), Plakat (Kurzflosser) und Dumbo (vergrößerte Brustflossen). Farblich reicht das Spektrum von einfarbig über Bi-Color bis hin zu komplexen Mustern wie Koi, Galaxy und Marble.

Wildformen von Betta-Arten gewinnen zunehmend an Beliebtheit bei spezialisierten Haltern. Sie sind in der Regel robuster als Hochzuchtformen, zeigen natürlicheres Verhalten und ihre Nachzucht trägt zum Artenschutz bei. Viele Wildarten sind in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet durch Lebensraumzerstörung bedroht.

Artenschutz und Bedrohung

Zahlreiche Betta-Arten sind in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet durch Lebensraumzerstörung bedroht. Die Umwandlung von Feuchtgebieten in landwirtschaftliche Flächen und Palmölplantagen, insbesondere auf Borneo und Sumatra, zerstört die Lebensräume vieler endemischer Arten. Auch die Wasserverschmutzung und der Klimawandel setzen den empfindlichen Ökosystemen zu.

Die Nachzucht bedrohter Wildarten in Aquarien spielt eine wichtige Rolle für den Artenschutz. Spezialisierte Haltergruppen und Vereine wie die International Betta Congress (IBC) und der Anabantoid Association of Great Britain (AAGB) koordinieren Zuchtprogramme und tauschen Informationen aus. Wenn du dich für Betta-Wildarten interessierst, kannst du durch verantwortungsvolle Zucht aktiv zum Erhalt dieser faszinierenden Fische beitragen.

Quellen

  1. FishBase: Gattung Bettafishbase.se
  2. Goldstein, R. J. (2004): The Betta Handbook. Barron's Educational Series.
  3. Linke, H. (2013): Labyrinthfische. Tetra Verlag.
  4. Tan, H. H. & Ng, P. K. L. (2005): The fighting fishes (Teleostei: Osphronemidae: Genus Betta) of Singapore, Malaysia and Brunei. Raffles Bulletin of Zoology, Supplement 13, 43–99.
  5. IUCN Red List – iucnredlist.org

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