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Kampffisch (Betta splendens)

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Kampffisch (Betta splendens)

Bildquelle: Magdalena Teterdynko / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Siamesische Kampffisch ist einer der ikonischsten Aquarienfische der Welt. Männchen beeindrucken mit enormen Flossen und leuchtenden Farben in zahllosen Zuchtformen. Ihre legendäre Aggressivität gegenüber Artgenossen hat ihnen den Namen eingebracht – zwei Männchen dürfen niemals zusammen gehalten werden.

Der Siamesische Kampffisch ist einer der ikonischsten Aquarienfische der Welt. Männchen beeindrucken mit enormen Flossen und leuchtenden Farben in zahllosen Zuchtformen. Ihre legendäre Aggressivität gegenüber Artgenossen hat ihnen den Namen eingebracht – zwei Männchen dürfen niemals zusammen gehalten werden.

Steckbrief: Kampffisch (Betta splendens)
Wissenschaftlicher NameBetta splendens
OrdnungAnabantiformes
FamilieLabyrinthfische (Osphronemidae)
GattungBetta
Größe5–7 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung2–5 Jahre
VerbreitungThailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Myanmar
LebensraumSüßwasser – Reisfelder, Gräben, Tümpel, flache stehende Gewässer
SchutzstatusGefährdet (VU) in der Wildnis – IUCN
Aquariumab 20 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert6.0–8.0
Wasserhärte3–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Kampffisch erreicht eine Körperlänge von 5–7 cm (ohne Flossen). Die Wildform ist relativ schlicht gefärbt – bräunlich bis rötlich mit kurzen Flossen und einem irisierenden Schimmer. Durch jahrhundertelange Zucht in Thailand existieren heute jedoch hunderte Zuchtformen in atemberaubender Vielfalt: Von einfarbig Rot, Blau, Türkis, Weiß bis hin zu mehrfarbigen Varianten wie „Koi", „Galaxy", „Mustard Gas" und „Marble".

Auch die Flossenformen wurden intensiv verändert: Halfmoon (Halbmond-Schwanzflosse, 180°-Spreizung), Crowntail (Kronenflossen mit verlängerten Strahlen), Veiltail (Schleierflosse), Plakat (Kurzflosser), Dumbo (vergrößerte Brustflossen) und viele weitere Formen. Weibchen haben kürzere Flossen, sind aber ebenfalls in vielen Farbvarianten erhältlich. Das Labyrinthorgan ermöglicht die Atmung atmosphärischer Luft.

Verbreitung & Lebensraum

Der Kampffisch stammt aus dem Chao-Phraya- und Mekong-Becken in Thailand, Kambodscha, Laos und Vietnam. In der Natur bewohnt er flache, stehende oder sehr langsam fließende Gewässer wie Reisfelder, Überschwemmungsflächen, Gräben, Tümpel und die vegetationsreichen Uferzonen von Bächen.

Die natürlichen Gewässer sind oft nur wenige Zentimeter tief, warm und sauerstoffarm – Bedingungen, unter denen viele andere Fische nicht überleben können. Dank seines Labyrinthorgans kann der Kampffisch atmosphärische Luft atmen und so auch in diesen extremen Lebensräumen existieren. Die Wildpopulationen sind durch Lebensraumzerstörung zunehmend bedroht.

Lebensweise & Verhalten

Das aggressivste Verhalten zeigen Kampffisch-Männchen untereinander: Treffen zwei Männchen aufeinander, kommt es zu heftigen Kämpfen, die mit gespreizten Kiemendeckeln, aufgestellten Flossen und letztlich mit Bissen und Rammen ausgetragen werden und zum Tod eines der Kontrahenten führen können. In Thailand werden diese Kämpfe seit Jahrhunderten als Sport veranstaltet.

Gegenüber Weibchen und anderen Fischarten ist der Kampffisch in der Regel deutlich friedlicher, kann aber auch hier territorial reagieren. Jedes Männchen muss einzeln gehalten werden. Der Kampffisch ist tagaktiv und ein neugieriger, intelligenter Fisch, der seine Umgebung aufmerksam beobachtet und seinen Pfleger erkennt. Er zeigt häufig „Bettelverhalten" bei Annäherung einer Bezugsperson.

Ernährung

Der Kampffisch ist ein Insektenfresser, der in der Natur hauptsächlich von Mückenlarven, kleinen Insekten und Würmern lebt, die auf die Wasseroberfläche fallen oder sich im flachen Wasser befinden. Im Aquarium nimmst du spezielles Betta-Futter (Pellets oder Granulat) als Basis, das an der Oberfläche schwimmt und auf die Bedürfnisse von Kampffischen abgestimmt ist.

Ergänze regelmäßig mit Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia und Daphnien. Auch feines Lebendfutter wird begeistert angenommen. Kampffische neigen zur Überfütterung und Verstopfung – füttere sparsam (2–3 Pellets pro Mahlzeit) und lege einen Fastentag pro Woche ein. Ein gelegentliches Stückchen geschälte Erbse fördert die Verdauung.

Fortpflanzung

Die Zucht des Kampffisches ist ein faszinierendes Erlebnis. Das Männchen baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche, indem es Luftblasen mit Speichel umhüllt. Ist das Nest fertig, wird ein laichbereites Weibchen hinzugesetzt. Das Männchen umschlingt das Weibchen unter dem Nest in einer engen Umarmung (Amplexus), bei der die Eier freigesetzt und befruchtet werden.

Das Männchen sammelt die sinkenden Eier auf und spuckt sie ins Schaumnest. Nach dem Ablaichen muss das Weibchen sofort entfernt werden, da das Männchen es sonst attackiert. Das Männchen bewacht und pflegt die Eier allein. Die Jungfische schlüpfen nach 24–48 Stunden und schwimmen nach 3–4 Tagen frei. Erstfutter sind Infusorien und Artemia-Nauplien.

Haltung im Aquarium

Ein einzelner Kampffisch-Männchen benötigt ein Aquarium ab 20 Litern, besser 30–40 Liter. Eine Bepflanzung mit Schwimmpflanzen und sanftem Strömung ist ideal – starke Strömung belastet die langen Flossen der Zuchtformen. Verstecke aus Pflanzen, Kokosnusshöhlen oder kleinen Tonröhren bieten Rückzugsmöglichkeiten. Eine Heizung ist für die tropische Art essenziell.

Die Wassertemperatur sollte konstant bei 24–28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–7,5. Halte niemals zwei Männchen zusammen! Weibchen können in Gruppen (Betta-Sorority) gehalten werden, was jedoch Erfahrung erfordert. Als Beifische eignen sich ruhige, kleine Arten wie Panzerwelse, Otocinclus oder kleine Rasboras. Vermeide Flossenzupfer und zu aktive Beifische.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Wildform von Betta splendens wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Die natürlichen Populationen sind durch die Zerstörung von Feuchtgebieten, die Intensivierung der Landwirtschaft und die Verschmutzung von Gewässern bedroht. Auch die Hybridisierung mit ausgesetzten Zuchtformen stellt eine Gefahr für die genetische Reinheit der Wildpopulationen dar.

Paradoxerweise ist der domestizierte Kampffisch einer der am häufigsten gehaltenen Aquarienfische weltweit. Hunderte Millionen Exemplare werden jährlich in Zuchtfarmen in Thailand, Vietnam und Indonesien produziert. Der Schutz der Wildpopulationen und ihrer natürlichen Feuchtgebiete verdient besondere Aufmerksamkeit.

Quellen

  1. FishBase: Betta splendensfishbase.se
  2. IUCN Red List: Betta splendensiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Betta splendensseriouslyfish.com
  4. Goldstein, R. J. (2004): The Betta Handbook. Barron's Educational Series.
  5. Linke, H. (2013): Labyrinthfische. Tetra Verlag.

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